, um , an der Köthner-Straßen-Ecke rechts einbiegend , auf den Hafenplatz zuzuschreiten . » Sie werden in dem Diebitschschen Hause wohnen . Etwas Alhambra , das paßt ganz zu meiner schönen Cécile . Wahrhaftig , sie hat die Mandelaugen und den tief melancholischen Niederschlag irgendeiner Zoë oder Zuleika . Nur der Oberst , bei allem Respekt vor ihm , stammt nicht von den Abenceragen ab , am wenigsten ist er der poetische Letzte von ihnen . Wenn ich ihn à tout prix in jenen maurischen Gegenden unterbringen soll , so ist er entweder Abdel-Kader in Person oder ein Riffpirat von der marokkanischen Küste . « Während er noch so vor sich hin plauderte , stand er vor dem St. Arnaudschen Hause , das aber , wie die Nummer jetzt auswies , nicht das Haus mit der Alhambrakuppel , sondern ein benachbartes von kaum minderer Eleganz war , wie gleich sein Eintritt ihm zeigen sollte . Die Stufen waren mit Teppich , das Gelände mit Plüsch belegt , während die buntbemalten Flurfenster ein mattes Licht gaben . Eine Treppe hoch angekommen , las er : » Oberst v. St. Arnaud . « Er klingelte . Niemand aber kam . » Also noch verreist . Ich will ' s aber doch noch einmal versuchen . Solange die Herrschaften nicht da sind , sitzen die Dienerschaften auf den Ohren . « Und er klingelte wieder . Wirklich , ein hübsches Mädchen kam , eine Jungfer , etwas verlegen . Sie schien in einer intimen Unterhaltung gestört worden zu sein oder doch mindestens in ihrer Toilette . » Die gnädige Frau schon zurück ? « » Erst heut über acht Tage . « » Von Norderney ? « » Nein . Von dem Gut . « » Ah , von dem Gut « , sagte Gordon , als ob er wisse , daß ein solches existiere . Dann ging er wieder , nachdem er sein Bedauern ausgesprochen hatte , die Herrschaften verfehlt zu haben . » Also noch auf dem Gut . Das will sagen , auf dem Gute der Frau . Denn Obersten haben keine Güter . Es gibt zwar Dotationen , aber die kommen erst später , wenn sie überhaupt kommen . « Und damit trat er wieder auf den Platz hinaus . Achtzehntes Kapitel Erst in einer Woche sollte Cécile von dem Gute zurückkehren . Das erschien Gordon eine lange Zeit , und die Tage wollten kein Ende nehmen , noch weniger die Abende , was ihm Veranlassung gab , es mit dem Theater zu versuchen . Aber er empfand wieder ganz die Wahrheit dessen , was ihm einst ein Freund über Theater und Theaterbesuch gesagt hatte : » Man muß oft hingehen , um Vergnügen daran zu finden ; wer selten hinkommt , leidet unter der Unwahrheit dessen , was er sieht . « Er gab also den Theaterbesuch wieder auf , vielleicht rascher , als recht und billig war , und mußt es schließlich noch als ein besonderes Glück ansehen , in dem ihm nahe gelegenen » Hôtel du Parc « einen ihm zusagenden Platz für Unterbringung seiner Abende zu finden . Er saß hier oft halbe Stunden lang und länger in dem schmalen Glaspavillon und las entweder die Zeitungen oder plauderte mit dem Wirt . Eines Abends traf er in eben diesem Glaspavillon auch die beiden Berliner wieder , die , vom » Hotel Zehnpfund « her , ihm noch gut in der Erinnerung waren , und er würde sicherlich nicht versäumt haben , sie zu begrüßen , wenn sie nicht in Begleitung ihrer Damen gewesen wären , die , nachdem ihnen ganz ersichtlich Gordons Name zugetuschelt worden war , sofort Anstandsgesichter aufsetzten und jeden Versuch ihrer Ehemänner zu Fortführung einer unbefangenen oder gar heiter ungenierten Unterhaltung energisch ablehnten . In dieser erkünstelten Würde verharrten sie denn auch bis zuletzt und brachen , nachdem sie sich gegen den sie begleitenden und ihnen bekannten Wirt nur im letzten Momente noch mit verstecktem Lächeln verbeugt hatten , unter entsprechender Pomphaftigkeit auf . » Kannten Sie die Herrschaften ? « fragte Gordon . » Ich war im Juni mit ihnen in Thale zusammen ; das heißt mit den beiden Herren . Da waren sie ganz anders , etwas laut , etwas sonderbar , so berlinisch . « » Ja « , lachte der Wirt . » Das ist immer so . Richtige Berliner gibt es eigentlich nur noch draußen und auf Reisen . Zu Hause sind sie ganz vernünftig . « » Besonders , wenn die Frauen dabei sind . « » Ja , dann besonders . « Zwei Tage später war die Zeit um , wo die St. Arnauds zurück sein wollten , und Gordon zählte jetzt die Stunden , um am Hafenplatz wieder vorzusprechen . Er bezwang sich aber und ließ abermals drei , vier Tage vergehen , eh er sich anschickte , seinen Antrittsbesuch zu machen . Diesmal nahm er seinen Weg am Wrangelbrunnen und der Matthäikirche vorbei , welchen Umweg er nur der längeren Vorfreude halber wählte . » Nun aber ist es Zeit . « Und damit bog er , vom Schöneberger Ufer her , links ein und passierte gleich danach die kleine , hier noch aus älterer Zeit her den Verkehr nach dem Hafenplatz hin vermittelnde Dreh-und Gitterbrücke . Schon von fern her sah er nach der Beletage hinauf und nahm nicht ohne Sorge wahr , daß die zusammengesteckten Gardinen nach wie vor die ganze Fensterbreite verdeckten . Als er aber die Treppe hinaufstieg und den letzten Absatz derselben glücklich erreicht hatte , ließ ihm die den Türrahmen einfassende Laubgirlande keinen Zweifel mehr , daß die Herrschaften zurückgekehrt sein müßten . Oben angekommen , fuhr er mit leiser Hand über das schon halb trockene Laub hin und sagte , wie wenn er an dem Raschelton die Zeit gemessen habe : » Drei Tage . « Nun erst zog er die Glocke . Dasselbe nach Wesen und Sprechart oberschlesische Mädchen erschien wieder , das ihm