kecker ghalten , wo du doch da afm Sternsteinhof Bäurin werdn willst ! « » Dein Sohn hat mir ' s so versprochen « , sprach leise die Dirne und unter der Rede räuspernd , » und du wirst ihm wohl daraus kein Vorwurf machen , Sternsteinhofbauer , daß er auf Ehr halt ! « » Gar nit , ' s Versprechen is recht ehrbar , aber was ' s Halten angeht , da hab ich ebn auch ein Wörtl dreinzreden - « » Das is vor Gott und ' n Menschen dein Recht . « » Daran hätt er eben denken solln , bevor er verspricht . « » Ich hätt mich nit hergetraut , wann ich mir nit gwiß wär , daß ich dir , einmal da herobn , kein Schand machen würd ; weil ich mir aber des gewiß bin , daß ich dir in keinm Weg eine machen tät , so bin ich gekommen , dich mit aufgehobenen Händen zu bitten , laß du ihn sein Wort halten ! « Der Bauer kniff die Augen zusammen . Dreister werdend , fuhr die Dirne fort : » Alls Vertrauen hab ich zu dir . Schau , was ich schriftlich von ihm hab - « » ' s hat kein Gültigkeit « , schaltete der Alte ein . » Du sagst ' s , und dir muß ich glauben . Aber in deine Händ leg ich ' s zrück « , sie drückte ihm das zerknitterte Papier in die Rechte , welche sie dabei mit beiden Händen anfaßte und nicht mehr losließ . » Sein mündlich Wort auch , mein ganz ' s Glück und Leben , mein Ehr und Hoffen leg ich in deine Hand , von dir allein erwart ich ' s wieder ! « Sie sah ihn mit großen , flehenden Augen an , die sich langsam mit Tränen füllten , so daß jetzt Tropfe auf Tropfe über ihre Wange rollte . Der Bauer trat einen Schritt zurück und sagte , die Achsel lüpfend , zur Alten : » Zinshoferin , du wirst einsehn , all das sein Kindereien , das kann nit sein und geht nit an ! Mich dauert ' s junge Blut , aber das ganze jammerige Getu wär uns allzsamm erspart blieben , hättst du , wie sichs ghört , dein Dirn bewacht . « Die Alte blickte mit verdrehten Augen nach der Stubendecke auf , die sollte Zeuge sein , wie hart und ungerecht sie da angeklagt wurde . Der Bauer hatte das Heiratsversprechen Tonis entfaltet . Helenen zuckten die Finger , es wieder an sich zu nehmen . Der Alte sagte , über die Achsel hinweg , rauh zu Toni : » Da sieht man , was dabei hrauskommt , wenn Bubn , kaum aus der Schul , sich in solche Sachen einlassen . Laß dir dein Lehrgeld zruckgebn . Schreibst da ' seinzeit ' und solltst doch wissen , daß ' s nach der Schrift ' seiner Zeit ' heißen muß . « Er zerriß das Blatt in kleine Stücke , die auf die Diele niederstoben . Da warf sich Helene vor ihm auf die Knie . » Sternsteinhofbauer « , kreischte sie , » so wahr du af a glückselige Sterbstund hoffst , beug nit aus , red nit hrum , erbarm dich meiner Not ! Ich hab ganz afm Toni sein Wort vertraut - sei du nit dawider , daß er mir gibt , was er mir gnommen , mein Ehr ! « Sie rang , laut aufschluchzend , die Hände . » Lump , elendiger ! « schrie der Alte . » So weit is ' s schon mit dir , daß d ' r kein Gwissen draus machst , eine ins Elend z ' bringen ? ! - Steh auf , Dirn ! Steh auf , sag ich ! « » Nit eher , Sternsteinhofbauer , um die Welt , nit eher , und müßt ich ein Ewigkeit daliegn , bis du verzeihst und mich mit ihm zsammgibst ! « » No , no , nur fein gscheit ! Weil du unvernünftig warst , kannst nit verlangen , daß ' s andere auch sein solln ! ' s Gschehene laßt sich - leider Gotts - nimmer ungschehn machen , aber was mir in dem Fall z ' tun obliegt , das werd ich auch tun , vielleicht über Erwarten , denn Kargerei und Schmutzerei laßt sich der Sternsteinhofbauer nit nachsagen . « Er kehrte sich ab und ging nach einem Schrank , an welchem er eine Lade herauszog . Helene sah ihm mit glühenden , nun trockenen Augen nach , und hinter den geöffneten Lippen schlugen ihr die Zähne zusammen . Der Alte fuhr fort . » Wie sich ' s weiter schicken wird , das is dermal nur Gott allein bewußt , aber wann ' s not tut , so will ich auch für künftighin meine Hand nit von dir abziehn . Fürs erste , nimm das ! « Er drückte dem Mädchen einen Pack Banknoten in die Hand . Mit einem Ruck stand Helene aufrecht und warf ihm das Geld vor die Füße . » Geld ? Geld bietst du mir ? « schrie sie . » Geld für meine Ehr ? ! Für die reicht mer just dein Sternsteinhof - weniger nit ! - « Sie preßte beide Hände gegen die Brust , und die Sprache versagte ihr . Der Bauer zog den Mund breit und starrte ihr mit pfiffigem Blinzeln in die zornsprühenden Augen . » Und aufn Hof war ' s alleinig abgsehn , wie ich hitzt wohl merk « , höhnte er . » Bist a Überschlaue , du ! Wär der Bub nit der Toni vom Sternsteinhof gwest , er hätt dir nie in d ' Näh kommen dürfen ; find ' s auch begreiflich , wüßt nit , wie sich eine sonst in ihn verschauen könnt . Aber fein hast ' s eingfädelt , das muß