Fersen . « » Du bist sein Feind ? « » Bis über das Grab hinaus . Drei Dinge führen mich hierher : Dich zu holen , den gefangenen Freund vor dem schimpflichen Tode zu retten und mich an dem Inglis zu rächen . Wo ist er ? « Die Odaliske sah ihn mit einem seltsamen , forschenden Blick an . » Meinst Du den deutschen Arzt , den der Inglese hat zum Tode verurtheilen lassen ? « » Denselben . Er kannte Deinen Vater - er ist für uns ' re Sache in Gefahr . « » Und Du willst ihn retten vor seinen Feinden und diese verderben ? « » So wahr mir die Märtyrer helfen mögen , ja ! « Sie faßte seine Hand , - ihr Hauch blies die Lampe aus , daß er in dem Dunkel des Gemaches die frohlockende Miene nicht sehen konnte : » Bist Du bewaffnet ? « Er legte ihre Hand auf seine Brust , sie fühlte unter dem Gewand die Knäufe der Pistolen und den Griff eines Dolches . » So komm ' ! « Sie zog ihn hastig durch mehrere Gemächer ; die Matten und Teppiche dämpften das Geräusch ihrer Schritte . Dann auf eine letzte Thür deutend , deren Spalt einen hellen Lichtschimmer ausströmen ließ , flüsterte sie : » Dort ! ich erwarte Dich ! « und entfloh . Gregor Caraiskakis näherte sich der Thür , durch die ihm zwei bekannte Stimmen entgegenschallten . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - In einem Gemach des steinernen Hauptgebäudes des Pascha-Konaks , wohin er nach dem Kriegsgericht gebracht worden , saß der deutsche Arzt , bemüht , mit möglichster Fassung und Ergebung das traurige Schicksal zu erwarten , das ihm für den nächsten Morgen zuerkannt worden . Er vermochte nicht zu entscheiden , ob seine Vertheidigung mehr an dem bösen Willen oder der Gleichgültigkeit der Beisitzer des Gerichts gegen ein Menschenleben gescheitert war , aber bei dem vollen Bewußtsein seiner Unschuld blieb er doch gerecht genug , anzuerkennen , daß die Beweise gegen ihn schwer und erdrückend gewesen . - Die Nacht vor einem Duell , - die Nacht vor der Hinrichtung , - les derniers heures d ' un condamné , - sind eine Zeit , die der Dramatiker und Romanschreiber wohl mit Redensarten von Ruhe und Heroismus ausfüllt , deren Furchtbarkeit aber selbst für das bestgeordnete Gewissen nur Der zu fassen versteht , der Aehnliches erlebt . - Sterben - diese große Schlußscene des Lebens , auf die man sich niemals vorbereitet ! - Sterben - dieses unsägliche und undurchdringliche Geheimniß des Daseins , mit dessen Lösung das größte Elend uns zufriedengestellt sehen würde , mit dessen unheimlichem Räthsel alles Glück und alle Güter der Erde uns schwarz erscheinen ! - Sterben - jene Hoffnung der Liebe und des Unglücks , jene Marter des Gewissens und des Genusses ! - Sterben - jene heilige Phantasie des Glaubens und jene schreckliche Leugnung der Selbstständigkeit des electrischen Funkens , Leben genannt durch die Aerzte und Philosophen ! - Sterben - auf welchem denkenden Herzen lastete die furchtbare Aussicht nicht ! Thoren erzählen von dem Heroismus , mit dem Männer zum Tode gegangen . Thoren sehen nur die äußere Hülle , nur die göttliche Stolzeskraft der Seele , die den Körper aufrecht erhält - nicht die Gefühle des Herzens . Sein Leben rollte Bild auf Bild an ihm vorüber , - die Kinderjahre im Hause des Vaters , auf dem Straßenpflaster der preußischen Residenz - die Universitätsjahre , der Eintritt in das wogende unverstandene politische Leben . Noth und Leichtsinn , Kummer und Stolz in Paris - die drückenden Fesseln des politischen Bundes , - die farbenhellen Bilder des Orients , Ruhe und Kampf , Jammerschrei und pulsirendes Leben - Blut neben Gold - Schlacht und Seuche - und jene Nacht ! jene Nacht mit ihren geheimnißvollen Räthseln und Freuden - - - » Fare well ! « Die Riegel an seiner Thür rasselten , durch die geöffnete trat eine Gestalt , in den Militairmantel gehüllt , herein und blieb vor ihm stehen . Langsam entfernte sie die bergende Hülle , - der Baronet , Edward Maubridge , stand vor dem Verurtheilten . Sein Gesicht war bleich , sein Auge entschlossen . » Sie hier ? - was wollen Sie ? - Sie haben Ihr Werk vollendet . « » Hören Sie mich , « sagte der Baronet , » hören Sie mich ruhig an , wie es dem Mann zum Manne ziemt . Dann fassen Sie Ihren Entschluß . « Er hielt einen Augenblick inne , dann fuhr er , als habe er diesen Auftritt , jede Sylbe seiner Erklärung , durch seinen Entschluß festgestellt , ruhig fort : » Das Schicksal hat uns zusammengeführt , die wir der Wege verschiedene wandelten . Es warf Sie in den meinen , als Gefährten eines Mannes , den ich hätte lieben können und den ich hassen und verfolgen mußte , und diesem Haß sind auch Sie zum Opfer gefallen . Ich bin ein Engländer , - das heißt hartnäckig und stolz . Die Frauen sind meine Leidenschaft oder meine Schwäche . Ich sah in Smyrna die Schwester Ihres Freundes , Diona , und liebte sie . Bei dem Normannen-Blut meiner Väter ! ich liebte sie ! Nur die teuflische Einflüsterung des Schurken von Consuls in Smyrna ließ das Recht mich in Händen behalten , die Gültigkeit unserer Ehe je nach meinem Willen anzuerkennen oder zu verweigern . Bei Gott - hätten nur ihre Augen gesprochen , das Kind unter ihrem Herzen , mein besseres Ich hätte gesiegt und ich sie nach England geführt als meine Gattin . « » Wozu mir das , einem Sterbenden ? « » Sie werden es sogleich erfahren , Sir . Als Sie mit dem Banditen Janos in unser Asyl einbrachen und Diona mir nahmen