das Mensch überreden , weit fort zu gehen und für ein paar hundert Mark sich einzulassen , daß es überhaupt keinen Vater nannte . Das gab es doch auch , daß eine dem Gericht nichts sagte ; und bei der ersten Fuhr nach Dachau wollte er einen Advokaten fragen . So , als wenn es sich um einen andern handeln würde . Also , das war jetzt einmal zu tun , und hernach konnte man sehen , wie das Rad weiter lief . Er war schon nahe am Dorfe , und der Moosrainer Simon , ein Kleingütler , kam ihm mit seinem Ochsenschlitten entgegen . » Grüaß di Good , Schormoar ! « » ' s Good « , brummte der Bauer . » Fahrst d ' oiwei no Bamm für ' n Maier z ' Dachau ? « » Ja . « » Heunt hoscht an B ' suach kriagt , gel ? « » I ? « » Freili ; an Vormittag scho . « » Da woaß i nix ; i bin an Holz draußd g ' wen . « » D ' Leut sag ' n , es waar g ' wiß a Hochzeita für dei Urschula ? « » De wiss ' n na mehra wia ' r i. « » Mi moant halt , wei ' s ' gar so a nobles Zeug ' l g ' habt hamm . « » Vo mir aus ! « » Di bekümmert dös gar it viel , han ? « » I wer ' ' s scho sehg ' n , bal i hoam kimm . « » No ja , freili ! Du bringscht dei Tochta leicht a. Pfüat di ! « » Adjes ! « Es bekümmerte den Schormayer wirklich nicht viel , ob die Ursula ein halbes Jahr früher oder später aus dem Haus kam ; er hatte andere Sorgen . Er ging deswegen um keinen Schritt schneller ; und wie er daheim angelangt war , spannte er ohne Übereilung die Gäule aus . Der Lenz half ihm dabei und sagte : » Vata , ' s Basel vo Arnbach is scho seit a ' r a fünf Stund do . « » So ? « » Und da Prückl vo Hirtlbach is bei ihr . « » So ? Was macht denn da Schimmi ? « » I moan , es gang eahm bessa . « » Is da Dokta it da g ' wen ? « » Jo . Er sagt , er kimmt scho durchi . « » I wer ' n amal o ' schaug ' n. « Der Schormayer ging zu dem kranken Gaul und fühlte ihn an . » Mir kimmt für , daß a nimmt so hart waar . « » Es is guat g ' wen , daß ma ' n glei warm ei ' geb ' n hamm , sagt da Dokta . « » Paß no weita guat auf ! Du bleibscht morg ' n no dahoam , und i fahr wieda n ' s Holz außi . « Er ging gemächlich dem Hause zu ; unterwegs blieb er stehen und schaute zum Kuhstall hinüber . » I wer ' s ' morg ' n in ' s Holz außi kemma lass ' n , da hamm ma na nacha Zeit zu ' n Dischk ' rier ' n « , brummte er vor sich hin , und dann stampfte er vor der Türe den Schnee von den Schuhen . Im Flötz kam ihm Ursula entgegen . » Vata , es waar a B ' suach da . « » Is scho recht . « » Soll i da ' r an Kaffee in d ' Stub ' n eini bringa ; du werst was Warms mög ' n ? « » Du bischt ja heunt ganz ausnahmsweis freundli . « Es konnte ihm schon auffallen , daß er nach langer Zeit wieder ein lachendes Gesicht daheim sah . » I ho da ' r oan aufg ' hob ' n « , sagte Ursula zuckersüß . » Bring an no eina ! « Wie der Schormayer in die Stube eintrat , stand die Schneiderin von der Ofenbank auf , und der Prückl Kaspar räkelte sich langsam in die Höhe . » Du werscht it schlecht schaug ' n , daß du ins da auftriffst ? « sagte die Schneiderin . » Mi is ganz recht , daß d ' amal kemma bischt . « » I ho oan bei mir , an Prückl Kaschpa vo Hirtlbach . « Der Schormayer nickte dem fremden Menschen zu . » So ? Du bischt da jung Prückl ? An Vata kenn i wohl . « » Er hot ma ' s g ' sagt . « » A G ' schäft hätt ' a mit dir « , fiel die Schneiderin ein . » Was für oans ? « Der Kaspar räusperte sich und fuhr sich mit der Hand über den Kopf . » I « , sagte er , » soll an Fruhjahr an Hof übanehma , und durch dös sollt i heiret ' n , indem daß de Alt ' n aa nimma weita macha woll ' n , und weil na do a Bäurin in ' s Haus muaß , und durch dös hon a ma denkt , ob ' s d ' ma du it dei Urschula geb ' n kunntst . « » So ? « Der Schormayer holte sein rotes Sacktuch hervor und schneuzte sich erst einmal . » Mhm ! « sagte er . » I sag it na , und üba de Sach laßt si red ' n. Hock di no hi ! « Der Kaspar ließ sich auf die Ofenbank nieder , und der Bauer setzte sich an den Tisch . » So , so ? Mei Urschula mögst du heiret ' n ? Wia viel moanst d ' , daß s ' nacha kriag '