so richtig , Effendi ? « » So ungefähr . Sag , Ustad , bist auch du mit dieser Summe einverstanden ? « » Vollständig ! Sie ist richtig ! « erklärte er . » So will ich darauf verzichten , euch weitere Beweisesgründe zu bringen , obgleich ich noch mehrere habe . Für mich sind Ahriman Mirza und der Aemir-i-Sillan eine und dieselbe Person ! Auch das stimmt , daß er und sein Henker nahe beisammen sind . Er läßt ihn nicht aus den Augen . Nachdem wir uns hierüber klar geworden sind , kommt ein anderes . Nämlich die Frage : Was will der Mirza hier bei den Dschamikun ? Welche heimlichen Gründe und Absichten haben ihn hierher geführt ? Diese Frage giebt mir zu denken ; ja , sie könnte mir sogar , wie ich fühle , Kopfschmerzen machen ! « » Warum ? « fragte der Ustad . » Du siehst etwas zu schwarz ! « » Sag lieber : Ich sehe in das Schwarze ! Es ist nicht zu leugnen , daß er direkt hat hierherkommen wollen . Daß er auf diesem seinem Wege auch die Kalhuran aufsuchte , geschah seinem Henker zuliebe . Was wollte er hier ? « » Die Blutrache ! « warf der Pedehr ein . » Die berührte ihn nicht , sondern nur den Multasim . Auch war er schon unterwegs nach hier , ehe es eine Veranlassung zur Blutrache gab . « » So war es , um die Rede zu halten , die wir von ihm gehört haben ! « » Damit schießest du zwar nicht daneben , aber auch nicht in den Mittelpunkt ! Er wollte euch einen andern Scheik geben . Wißt ihr , was da heißt ? Er kam zu den Dschamikun , um den segensreichen , geistigen Einfluß ihres Ustad zu vernichten . Und wie glaubte er , dies am besten anfangen zu müssen ? Indem er vor allen Dingen den Pedehr beseitigte , dessen Beruf es ist , den Dschamikun die geistigen Erzeugnisse ihres Ustad auf materiellem Wege zu übermitteln . Er sollte durch irgend einen Tifl ersetzt werden , der sich zwar nur einer Kerbelsuppen-Erziehung rühmen kann und einiger Pflaumen wegen die ganze Welt in Aufruhr schreit , aber doch die hochwillkommene Eigenschaft besitzt , für jeden bockbeinigen Gaul und für jede abgetriebene Mähre , die man ihm bringt , ein sattelfester Reiter zu sein ! Der Mirza war überzeugt , er brauche den Dschamikun nur solche alte , hartmäulige Gäule und spatkranke Mähren vorreiten zu lassen , um aus ihnen gefügige Massaban16 zu machen ! « » Du weißt , wie er mit diesem seinem Vorschlage von uns abgewiesen worden ist , « versetzte der Pedehr . » Kopfschmerzen würden also überflüssig sein ! « » Denkst du ? Er hat sich aber nicht abweisen lassen , sondern er will ihn am Tage des Wettrennens wiederholen und wird da wohl versuchen , seinen Worten in irgend einer Weise Nachdruck zu geben . « » Es wird aber denselben Mißerfolg haben . In dieser Beziehung braucht es dir nicht bange zu sein ! « » Gewiß nicht ! Als ich von dem Mittelpunkte sprach , den du nicht getroffen hast , schwebte mir etwas anderes vor . Ich erwähnte es schon einmal , als ich meine Vermutung aussprach , daß der Aemir-i-Sillan wahrscheinlich schon hier gewesen sei , wenn auch nur heimlich . « » Solltest du dich nicht wenigstens diesmal irren ? « » Möglich ! Denn ich habe keinen Beweis . Es ist nur Vermutung . Aber es giebt Vermutungen , die schon durch den Umstand , daß sie einem überhaupt kommen können , bestätigt werden ! Ich habe euch auf den Umstand aufmerksam zu machen , daß euer Duar den Sillan nicht so ganz unbekannt ist , wie ihr zu glauben scheint . « » Das wäre uns allerdings neu ! « » Mir nicht ! Wie hat es der Multasim heut gemacht ? Er hat die Pferde nicht weit draußen vom Duar gelassen , wie man doch thut , wenn man die Verhältnisse nicht kennt , sondern er ist erst ganz in der Nähe desselben abgestiegen . « » Er kannte die Oertlichkeit , weil er heut am Tage zweimal dort vorübergeritten ist ! « » Das macht mich um so bedenklicher ! Er traf grad dort auf den Wächter , welcher dann schnell kam , uns zu warnen . Warum hat er nicht angenommen , daß am Abende erst recht ein Wächter da sein werde ? Hätte der Sohn desselben nicht zufälligerweise an seine Schafe gedacht , so wäre der Multasim nicht entdeckt worden ! Dann schlich er sich quer nach der hinteren Seite des Duar . Er kannte also die Lage desselben genau . Die Häuser und Zelte liegen in zwei Reihen nach dem Aufgange zum hohen Hause hin . Es war kein Mondenschein . Kann da ein vollständig Fremder unbemerkt durchkommen ? Sodann der vielgekrümmte Weg herauf zum Hause ! Ich kenne ihn . Rechne ich die Länge des Duar hinzu , so hätte ein im Anschleichen geschulter Indianer gewiß wenigstens zwei volle Stunden gebraucht , um bis herauf an das Thor zu kommen . Vom Verlöschen unserer Lichter an bis zum Erscheinen des Multasim war aber nur die Hälfte dieser Zeit vergangen . Der Weg scheint ihm also nicht unbekannt zu sein . « » Er hat aber bewiesen , daß er im Anschleichen außerordentlich geschickt ist ! « » Das ändert nichts , denn ich habe einen wenigstens ebenso geschickten Indianer angenommen , und der Henker war ja nicht allein . Es befanden sich zwei Begleiter bei ihm , die durch ihre so prompt besorgte Gefangennahme bewiesen haben , daß sie es nicht einmal verstanden , sich genügend zu verstecken ! Nein , nein ! Dieser nächtliche Besuch kann unmöglich der erste sein ! Ich werde den Multasim vornehmen , ehe ich ihn früh entlasse . Vielleicht gelingt es mir , etwas aus