, Yang hung , mit dem er sich aber längst wieder versöhnt hatte , war darunter . Bei jedem Neueintretenden begannen die Beglückwünschungen und Verbeugungen von neuem . Die Aelteren begrüßten sich untereinander mit dem » Ta kong « , indem sie nach einer tiefen Verbeugung die Arme bis zur Höhe der Augenbrauen hoben und dann wieder sinken ließen , wobei wohl darauf zu achten war , daß die Hände von den Aermeln bedeckt blieben . Tschun dagegen , als ein Jüngerer , warf sich vor Lin te i nieder , mit viermaligem Kopfbeugen , und begrüßte so mit » Pai nien « das Jahr . Aber trotz aller Geschenke und Zeremonien wollte keine Feststimmung aufkommen , und das Gespräch ging immer wieder auf das Thema über , das alle beschäftigte - und das war , wie schlimm doch die Anzeichen für dies eben begonnene Jahr sich anließen . Zu allen schon umlaufenden Gerüchten brachte der Vetter Sin schen von einem Besuch in Li lien yings Hause noch eine unheimliche Kunde : » Der bisherige Gouverneur von Schantung , Yü Hsien , ist in Peking eingetroffen , « erzählte er . » Die Kaiserin hat ihn von dort abberufen , weil er die Mörder eines fremden Teufels zu offenkundig begünstigte und dessen Gesandtschaft hier Einsprache erhob . Aber sie hat ihn bei seiner Ankunft gleich aufs gnädigste empfangen und ihm ein von ihr selbst gemaltes Glückszeichen geschenkt . Jetzt will sie ihn gar zum Vizekönig von Schansi ernennen . « » Da sehen freilich alle Beamten , woher der Wind weht , « murmelte Kuang yin , indem er die Asche von seiner Zigarette streifte , » und keiner wird mehr den Mut haben , diesen Mordbrennern entgegenzutreten . « » Aber wer beeinflußt denn die göttliche Mutter so , daß sie diesen schrecklichen Leuten ihren Schutz leiht ? « fragte ein Vetter mit ängstlicher Stimme . Und Sin schen antwortete leise : » Oh , da gibt es sehr große Herren , die der Bewegung wohlwollen , Li lien ying selbst erwartet Wunderdinge von ihr , und er rät der göttlichen Mutter , sie gewähren zu lassen . « » Natürlich , von dem konnte man sich ' s denken ! « rief der fortschrittlich gesonnene Wang pao . » Aber noch andere stecken dahinter . Kang yi und vor allem Prinz Tuan sind es , die die Kaiserin aufstacheln . Und sie soll ja ganz unter Tuans Einfluß geraten sein , seit dem Unheilstag , wo sie seinen Sohn zum Thronerben ernannt hat . Der Vizekönig Liu ku nyi wußte wohl , warum er von dieser Wahl abriet . Tuan haßt ja alles , was nicht zum reinsten Mandschublut gehört , er ist roh , grausam und von beschränktem Verstande . Er trägt die Verbitterung in sich ob seiner früheren langen Ungnade und möchte sich an allem rächen , was während seiner Verbannung entstanden . Er hat nichts in der Zeit gelernt und haßt , was neu ist . Tzü Hsi hat er für die Wahl seines Sohnes zum Ta a ko durch das Versprechen gewonnen , ihr gegen die Fremden beizustehen , aber sie wird diese Wahl noch bereuen ! Und wir können noch was erleben , wenn er ans Regiment kommt ! Und er arbeitet mit allen Mitteln darauf hin , die Gewalt an sich zu reißen . Jetzt liegt er der Kaiserin in den Ohren , sie möge die Großmessermänner als einen Teil der Armee offiziell anerkennen und ihn selbst zu ihrem Chef ernennen , dann verspräche er ihr , mit den Fremden im ganzen Lande kurzen Prozeß zu machen . « Die Verwandten hörten ihm staunend zu . Wang pao aber , der sich vor Sin schen auch einmal hoher Beziehungen rühmen wollte , fuhr fort : » Ihr könnt mir glauben , daß es so ist . Ich habe es aus der unmittelbaren Umgebung Yung Lus . Der scheint beinah der einzige zu sein , der klaren Blick bewahrt hat und die Kaiserin davor warnt , sich nicht auf diesen Schwindel der Großmessermänner einzulassen . « » Wie ist es überhaupt möglich , den Unsinn , den die behaupten , ernst zu nehmen ! « meinte Kuang yin geringschätzig . Aber da fiel der alte Yang hung ein : » Redet nicht so verächtlich ! denn es gibt höchst ehrenwerte , glaubwürdige Leute , die versichern , die Großmessermänner geböten tatsächlich über unerklärliche Kräfte . « Und geheimnisvoll flüsternd erzählte er : » Gestern sprach ich meinen alten Geschäftsfreund aus Schantung , bei dem ich Seifensteinfiguren einkaufe . Der hat zugesehen , wie diese Leute vor ihren Altären bei einbrechender Nacht ihre Uebungen verrichten . Er sagt , sie werfen sich unzählige Male nieder und rufen dabei laut die Helden der Vorzeit an , denn obschon die Großmessermänner ja meist ganz ungelehrte Landleute sind , kennen sie doch die Namen jener ruhmreichen Männer aus den Stücken der herumziehenden Theatertruppen und von den Geschichtenerzählern . So beschwören sie Hi nen ti , den Geist des Nordpols , der im Großen Bären wohnt , den Herzog Tsche u , den sie ihren Ahnherrn nennen , und vor allem den sagenhaften Nephritkaiser Yü Huang . Dadurch hoffen sie zu gleichen Taten wie jene fähig zu werden , und sie flehen sie an , ihren Leib im Kampf zu schützen . Auch murmeln sie allerhand Zauberformeln und verschlucken gelbe Papierstreifen , auf denen geheime Hexensprüche stehen . Danach werden sie von Krämpfen befallen , Schaum steht ihnen vor dem Munde , und sie wälzten sich am Boden wie Tobsüchtige . Das ist der Augenblick , wo die Geister in sie fahren , und von da an sind sie unverwundbar . Mein Freund war selbst dabei , wie sie sich nachher mit schweren Ziegelsteinen , ja sogar mit Säbeln geschlagen haben - und kein Blut ist geflossen . « » Na , den Kugeln der Fremden würde ihre Haut schwerlich standhalten , « murmelte Kuang yin . Doch