eine technische geworden . Die große Kunst der Rhythmisierung in den Flächen- und Raumpartieen gilt ihnen garnichts mehr ; sie wird ihnen nie mehr etwas gelten . Und so ist es mir nicht mehr möglich , länger unter ihnen zu weilen . Ich werde bald fort sein . Das Klagen hat natürlich gar keinen Zweck . Ich wollte unserm Stern Bewohner geben , die in beschaulicher Ruhe dahinleben können . Das war aber wohl nicht die Absicht des großen Unbekannten , der uns führt . Ich habe ihn nicht verstanden . Und darum muß ich fort . Ich bin überflüssig geworden . Man hat in den letzten Jahren so viele Maschinen erfunden , um den großen Stahlturm da oben zu bauen . Hätte man nicht in derselben Zeit so viele Maschinen erfinden können , um mein Steinpolieren zu , erleichtern ? Dann wäre Alles anders gekommen . Man hätte den Nordtrichter in derselben Zeit köstlich mit funkelnden Kanten und Brillanten durchsetzen können - mit ganz steilen glatten Wänden ! Und in den Wänden hätten rechtwinklige Löcher sein können , in denen man jetzt sitzen könnte und hinausstarren und hinunterblicken . Man hätte die Rhythmen des Nordtrichters so oft wieder von einem andern Punkte aus sehen können - von unten sowohl wie von oben . Man hätte in einem Bauwerk gelebt . Und die Ateliers der Pallasianer hätten Aussichten gehabt - in den Nordtrichter hinein . In dem hätte jeder Stein glatte Flächen zeigen können - glatte Flächen , die doch allein den Rhythmus in den Raum- und Flächenpartieen künstlerisch wohltuend markieren können . Das ist nun alles unmöglich . Das Drahtnetz oben zerstörte den Rhythmus im Raum - es kann vielleicht mal eine Kuppel werden - aber das Kompakte - das Bleibende und Feste - das fehlt . Und daß es fehlt - das gibt der ganzen Gedankenrichtung der Pallasianer eine andere Richtung . Ich bin mit meinen schwerfälligen Steinen eine veraltete Erscheinung , nur noch gut genug , dem Sofanti Turmhäute zu liefern . Das genügt mir aber nicht . Mir genügt es auch nicht , wenn ich im Nordtrichter hier und da ein paar glatte Wände und scharfe Kanten anbringen kann . Ich wollte auch mal eine künstlerische Aussicht haben . Die hätte ich aber nur , wenn ich den ganzen Nordtrichter nach rhythmischen Prinzipien durchgearbeitet hätte . Eine Kleinigkeit genügte mir nicht . « » Hättest Du da nicht « , fragte Bombimba , » auf der Außenseite des Pallas so viel umwandeln können , daß die Aussicht überall Deinen Prinzipien genügt hätte ? « Peka lächelte schmerzlich und sagte nach einer langen Weile : » Wir haften mit unsern Gedanken nicht immer da , wo wir wollen . Ich habe zumeist im Nordtrichter gelebt , nicht auf der Außenseite des Pallas . Die ist auch garnicht so leicht nach allen Seiten durchzubilden . Man kommt da immer wieder an eine Grenze , wo das Ungeordnete herrscht . Und grade das Ungeordnete in unserm Stern wollte ich ja ganz und gar vergessen . Hätte ich alle Berge auf dem Nordtrichterrande rhythmisch mit graden Linien und glatten Flächen in tausend Winkel gegliedert , dann wäre ich nie darauf gekommen , über den oberen Rand hinwegzublicken - oder unten durch das Loch in den Südtrichter zu fahren . Ja - ich bin eben nicht in der Lage , aus meiner Gedankenrichtung hinauszukommen . Und da ich sie nicht in erquickende Wirklichkeiten hineinzusetzen vermag , so ist meine Gedankenrichtung nicht mehr lebensfähig . Kannst Du alles , was ich Dir sagte , dem Lesabéndio sagen ? Ich wäre Dir dankbar . Ich möchte mich in Lesa , der mich vernichtete , auflösen . Vielleicht bleibt dann Etwas von dem , was ich dachte , auf dem Pallas zurück . Willst Du ihm das alles sagen ? « Bombimba nickte und flog davon , um den Lesa zu suchen und zu benachrichtigen . » Immer « , fuhr Peka , als er allein war , fort , » glaubt man , das Beste zu tun . Und schließlich wird doch Alles ganz anders . Wer kann den unbegreiflichen Führer begreifen ? Wer begreift unser ganzes Leben ? Einst , als wir Nüsse waren , da ging Alles so wirr durcheinander . Und im Traume gehts auch so wirr durcheinander . Und im andern Pallasianer ? Gehts da auch so wirr durcheinander ? Wir wissen das alles nicht . Vielleicht habe ich Unrecht gehabt - und Unrecht getan . Vielleicht war ich schon zu müde - vor vielen vielen Jahren . Lesa ist jedenfalls kräftiger . Das ist auch etwas wert . Ja ! Ja ! « Bombimba fand den Lesa nicht gleich und mußte dreißig Bandbahnen benutzen , ohne ihn zu finden . Oben im Turm sagte man überall , Lesa sei unten . Und unten auf den Bergen bei den Maschinen war es überall so laut , daß Bombimba sich schwer verständlich machen konnte . Die großen Maschinen zogen den Kaddimohnstahl aus dem harten trockenen Boden heraus , daß der furchtbar knirschte . Dazu kamen die Hammermaschinen , die den Stahl bearbeiteten . Es war garnicht leicht , einen Pallasianer zu finden , wenn er allein sein wollte . Und Lesa wollte jetzt immer wieder allein sein . Schließlich wurde er in dem Aussichtszimmer eines kleinen Lichtturms gefunden , der ganz einsam drei Meilen höher als der Modellturm schon vor sehr langer Zeit gebaut wurde . Lesa hörte , was er sollte , und begab sich gleich mit Bombimba zum müden Peka . Lesabéndio sagte zum Peka milde : » Ich danke Dir , daß Du mich grade gerufen hast . Ich habe alles , was Du zu Bombimba sagtest , von diesem gehört . Und ich weiß nicht , was ich Dir zum Troste mitteilen soll . Ich weiß : Du brauchst keinen Trost . Aber es ist doch immer ein seltsamer Augenblick , wenn man fühlt , daß der Körper durchsichtig wird . Wir werden alle von unbekannten