dich . « » Gott bewahr , niemal , sag ich dir , Käsbiermartel ! Er soll nur ' m Kalbsfell folgen oder neuzeit der Blechblasen . Dös is ihm gsund , dös is ' s einzige Mittel , um ihm d ' Unbotmäßigkeit ausztreiben , mit der er mir zugstiegen käm ; ' s is nit erhört , denk dir , einm Bettelmensch wegn ! « » Na siehst , das kimmt von ewigm Zuwarten . Hättst ihn gleich zsammgebn mit der Sali , wär ihm d ' andere gar nit in Sinn kämma . « » Verlaß dich drauf , dö exerzieren s ' und manövrieren s ' ihm schon wieder hraus . Das geht hitzt in einm ! Eigentlich wär ja für dein Dirn dabei gar nix verlorn . « » Drei Jahr . « » Drei Jahr ! Was sein drei Jahr ? Drei Jahrn frag ich nit nach , so alt ich bin ! Und wann bis dahin dein Sali noch nit unter der Hauben wär ... « » Deinm Bubn wegn werd ich s ' nit in d ' Selchkuchel hängen ! « » Dös brauchst nit , sie erhalt sich wohl auch so frisch . Ich sag ja nur , wann der Fall wär , dann - ! « » Na ja , dann , wann ! Da is noch allweil Zeit z ' reden , bis d ' Zeit sein wird . « » Hast recht . Hitzt davon reden , hat wirklich kein Schick und kein Absehn und möcht uns nur allzwein d ' Gall riegeln . « » Wohl , is eh a so . « Sie schüttelten sich die Hände und schieden . XI Zwei fanden sich in ihren Voraussetzungen getäuscht ; der Kleebinder Muckerl , welcher erwartete , daß Helene schon am nächsten Tage an sein Krankenlager eilen , ihn beklagen und sich entschuldigen würde , und der Toni vom Sternsteinhof , der einer Fortsetzung des Streites am Mittagstisch noch für den Abend des gleichen Tages entgegensah . Das Mädchen blieb fern und der Alte stumm . In der Hütte des Herrgottlmachers sprach die Matzner Sepherl ein , sooft sie Zeit hatte abzukommen , und teilte sich mit der alten Kleebinderin in der Pflege des Kranken . Auf dem Sternsteinhofe ging alles seinen gewohnten Gang . Darüber verflossen Tage und wurden zu Wochen , in der vierten durfte Muckerl das Bett verlassen . Er hatte alle Bezeigungen von Freundlichkeit und Sorge seitens der Sepherl gleichmütig hingenommen und litt es auch jetzt , daß diese seiner Mutter behilflich war , ihn wie ein Kind , das erst das Gehen gewöhnen müsse , nach dem Werktische zu leiten . Tief aufatmend saß er dort , Sepherl zog einen Stuhl herzu und setzte sich an seine Seite . Die alte Kleebinderin stand mit gefalteten Händen , sah ihren Buben lange nachdenklich an und nickte mit dem Kopfe wie jemand , der sich in etwas schickt , das nun einmal vorüber sei und weit übler hätte ablaufen können . Dann ging sie aus der Stube und ließ die beiden allein . Sepherl faßte Muckerls Hand . » Wie froh bin ich « , sagte sie , » daß wir dich wieder so weit haben . « Er starrte vor sich hin , zog sachte seine Hand zurück und begann unter seinen Schnitzmessern und Werkgeräten zu kramen . » Schau « - schwätzte die Dirne weiter - , » nun hätt ich an dich eine große Bitt . Nämlich , ich hab ein Gelöbnis getan für den Fall , daß alles gut ablaufen tät ; aber dasselbe zu halten wär ich allein nit imstand und hab schon zum vorhinein drauf gerechnet , daß du das Deine dazu tun würdst , und das is eigentlich ' s allermeiste , wie ich dir frei sagen muß . Gelt , ich bin dreist ? « Er blickte auf . » Gar nit « , sagte er , » ich bin dir viel Dank schuldig . « » Deswegen doch nit ; Danks halber verlang ich mir nix ! Hör mich an . Ich hab der allerheiligsten Jungfrau ein Bildnis versprochen für unser Kirchen ; denk dir , wie ich kindisch bin , schnitzen müßt ' s freilich du , ledig ' s Aufstellen wär mein Sach . In Gedanken hab ich ' s ghabt , weißt , als die Allerreinste , af der Weltkugel stehend , die Schlang untern Füßen ; ' s Jesukind tät wegbleibn , daß dir ' s weniger Arbeit macht und billiger kommt . Verstehst ? « Sie sah auf ihre Schürze nieder , die sie glattstrich , und flüsterte : » Was d ' dafür kriegst , das zahlet ich dir schon kleinweis , so nach und nach , wann d ' mer d ' Freundschaft erweist . « » Bist gscheit ? « fragte der Bursche . » Von dir werd ich noch ein Geld nehmen ! Ganz umsonst mach ich dir ' s , wie ja auch du umsonst meiner Mutter beigstanden bist in der schweren Zeit . « » Das geht nit , Muckerl , das darf ich nit annehmen ! Ah , wenn ich mir ' s schenken ließ , da käm ich freilich leicht davon ! Fremde gute Werk und anderer Eigentum könnt jeder Narr ' m Himmel geloben , da wär weiter kein Verdienst dabei ! Nein , nein , gschenkt nehm ich ' s nit , das wär grad soviel , als ob ich Unserer Lieben Frau nit Wort hielt , wenn ich alls einm andern zuschieb und gar nix dazu tun tät . « » Is a Unsinn « , brummte der Bursche ärgerlich , dann blinzte er die Dirne von der Seite an und sagte ernst : » No , weißt was , zahl mir halt d ' Farb , die ich für ' n Anstrich brauch . « » Wird dös wohl viel ausmachen ? « fragte die Dirne rasch .