Tages oder die bare Unmöglichkeit . Weil ich nun nicht mehr so große Strecken durchreisen kann , um etwa Marmor , der mir noch fehlt , in Blöcken aufzusuchen , so wird die Ausbeute immer geringer ; sie wird auch aus dem Grunde geringer , weil ich bereits so viel habe , und die Stellen also seltener sind , wo ich ein noch Fehlendes finde . Da ich allen Marmor selber gesammelt habe , so kann ich wohl auch kein Stück an meinem Hause anbringen , das mir von fremder Hand käme . « » Ihr habt also wahrscheinlich das Haus selber gebaut , oder es sehr umgestaltet ? « fragte ich . » Ich habe es selber gebaut « , antwortete er . » Das Wohnhaus , welches zu den umliegenden Gründen gehört , war früher der Meierhof , an dem Ihr gestern , da wir auf dem Bänkchen der Felderrast saßen , Leute Gras mähen gesehen habt . Ich habe ihn von dem früheren Besitzer samt allen Ländereien , die dazu gehören , gekauft , habe das Haus auf dem Hügel gebaut , und habe den Meierhof zum Wirtschaftsgebäude bestimmt . « » Aber den Garten könnt Ihr doch unmöglich neu angelegt haben ? « » Das ist eine eigene Entstehungsgeschichte « , erwiderte er . » Ich muß sagen : ich habe ihn neu angelegt , und ich muß sagen : ich habe ihn nicht neu angelegt . Ich habe mir mein Wohnhaus für den Rest meiner Tage auf einen Platz gebaut , der mir entsprechend schien . Der Meierhof stand in dem Tale , wie meistens die Gebäude dieser Art , damit sie das fette Gras , das man häufig in den Wirtschaften braucht , um das Gehöfte herum haben ; ich wollte aber mit meiner Wohnung auf die Anhöhe . Da sie nun fertig war , sollte der Garten , der an dem Meierhofe stand und nur mit vereinzelten Bäumen oder mit Gruppen von ihnen zu mir langte , heraufgezogen werden . Die Linde , unter welcher wir jetzt sitzen , so wie ihre Kameraden , die um sie herum stehen oder einen Gartenweg bilden , stehen da , wo sie gestanden sind . Der große alte Kirschbaum auf der Anhöhe stand mitten im Getreide . Ich zog die Anhöhe zu meinem Garten , legte einen Weg zu dem Kirschbaume hinauf an , und baute um ihn ein Bänklein herum . Und so ging es mit vielen andern Bäumen . Manche , und darunter sehr bedeutende , daß man es nicht glauben sollte , haben wir übersetzt . Wir haben sie im Winter mit einem großen Erdballen ausgegraben , sie mit Anwendung von Seilen umgelegt , hieher geführt , und mit Hilfe von Hebeln und Balken in die vorgerichteten , gut zubereiteten Gruben gesenkt . Waren die Zweige und Äste gehörig gekürzt , so schlugen sie im Frühlinge desto kräftiger an , gleichsam als wären die Bäume zu neuem Leben erwacht . Die Gesträuche und das Zwergobst ist alles neu gesetzt worden . In kürzerer Zeit , als man glauben sollte , hatten wir die Freude , zu sehen , daß der Garten so zusammengewachsen erschien , als wäre er nie an einem andern Platze gewesen . In der Nähe des Meierhofes habe ich manchen Rest von Bäumen fällen lassen , wenn er dem Getreidebau hinderlich war ; denn ich legte dort Felder an , wo ich die Bäume genommen hatte , um an Boden auf jener Seite zu gewinnen , was ich auf dieser durch Anlegung des Gartens verloren hatte . « » Ihr habt da einen reizenden Sitz « , bemerkte ich . » Nicht der Sitz allein , das ganze Land ist reizend , « erwiderte er , » und es ist gut da wohnen , wenn man von den Menschen kömmt , wo sie ein wenig zu dicht an einander sind , und wenn man für die Kräfte seines Wesens Tätigkeit mitbringt . Zuweilen muß man auch einen Blick in sich selbst tun . Doch soll man nicht stettig mit sich allein auch in dem schönsten Lande sein ; man muß zu Zeiten wieder zu seiner Gesellschaft zurückkehren , wäre es auch nur , um sich an mancher glänzenden Menschentrümmer , die aus unsrer Jugend noch übrig ist , zu erquicken , oder an manchem festen Turm von einem Menschen empor zu schauen , der sich gerettet hat . Nach solchen Zeiten geht das Landleben wieder wie lindes Öl in das geöffnete Gemüt . Man muß aber weit von der Stadt weg und von ihr unberührt sein . In der Stadt kommen die Veränderungen , welche die Künste und die Gewerbe bewirkt haben , zur Erscheinung : auf dem Lande die , welche naheliegendes Bedürfnis oder Einwirken der Naturgegenstände auf einander hervorgebracht haben . Beide vertragen sich nicht , und hat man das Erste hinter sich , so erscheint das Zweite fast wie ein Bleibendes , und dann ruht vor dem Sinne ein schönes Bestehendes , und zeigt sich dem Nachdenken ein schönes Vergangenes , das sich in menschlichen Wandlungen und in Wandlungen von Naturdingen in eine Unendlichkeit zurückzieht . « Ich antwortete nichts auf diese Rede , und wir schwiegen eine Weile . Endlich sagte er wieder : » Ihr bleibt noch heute nachmittag und in der Nacht bei uns ? « » Nach dem , wie ich hier aufgenommen worden bin , « antwortete ich , » ist es ein angenehmes Gefühl , noch den Tag und die Nacht hier zubringen zu dürfen . « » So ist es gut , « erwiderte er , » Ihr müßt aber auch erlauben , daß ich Euch einen Teil des Vormittags allein lasse , weil die Stunde naht , in der ich zu Gustav gehen und ihm in seinem Lernen beistehen muß . « » Tut Euch nur keinen Zwang an « , entgegnete ich . » So werde ich Euch verlassen , « antwortete er , » geht indessen ein