einem so tückischen Gesicht - TALPE . Schwester , ich weiß wohl , das ist der Riese , er heißt der sichere Mann . THEREILE . Über das verwegene , ungeratene Kind ! Warte nur , du böses , duckmäuseriges Ding ! Weißt du nicht , daß dieses Ungeheuer die Kinder alle umbringt ? TALPE . Bewahre , er spielt nur mit ihnen , er knetet sie unter seiner Sohle auf dem Boden herum und lacht und grunzt so artig dabei und schmunzelt so gütig . THEREILE zum König . Mir tötete er einst den schönsten Elfen durch diese heillose Beschäftigung . Er ist ein wahrer Sumpf an Langerweile . TALPE zu einem andern Kind . Gelt ? ich und du wir haben ihn einmal belauscht , wie er bis über die Brust im Brulla-Sumpf gestanden , samt den Kleidern ; da sang er so laut und brummelte dazwischen : ich bin eine Wasserorgel , ich bin die allerschönste Wassernachtigall ! THEREILE . Hast du dieses Ungetüm schon öfter besucht , Silpelitt ? Ich will nicht hoffen . SILPELITT . Er tut mir nichts zuleide . KÖNIG für sich . Wer ist das Kind ? Es gleicht den andern nicht . Mit sonderbarem Anstand trägt es sich , Und ernsthaft ist sein Blick . Nein , dieses ist Kein Feenkind , vielleicht die Fürstin hat Es grausam aus der Wiege einst entführt . Man hört in der Ferne eine gewaltige Stimme . Trallirra - a - aa - aü - ü - Pfuldararaddada - - ! Die Anwesenden erschrecken heftig . Die Kinder hängen sich schreiend an Thereile . THEREILE . Seid stille ! seid doch ruhig ! Er kommt gar nicht daher , es geht gar nicht auf uns . Zum König : Es ist die Stimme dessen , von dem wir vorhin sprachen . KÖNIG . Horch ! THEREILE . Horcht ! ... KÖNIG . Dies ist der Widerhall davon ; das Echo , das durch die Krümmen des Bergs herumläuft . THEREILE . Habt gute Ruhe , Kinder . Jetzt muß er schon um die Ecke des Gebirges gewendet haben . Nun auf und fort ihr närrischen Dinger alle ! Und sammelt tausend wilde Rosen ein ; In jeder soll mit grünem Dämmerschein Ein Glühwurm , wie ein Licht , gebettet sein , Und damit schmückt , noch eh der Morgen wach , Mein unterirdisch Schlafgemach Im kühlen Bergkristalle ! Die Kinder hüpfen davon . Thereile wendet sich wieder an den König . Du bist heut nicht gelaunt zum Tanz , Den alten Trotzkopf seh ich wieder ganz . Was möcht ich doch nicht alles tun , Dir nur die kleinste Freude zu bereiten ! Laß uns in sanfter Wechselrede ruhn , Zwei Kähnen gleich , die aneinander gleiten . Sieh , wie die Weide ihre grünen Locken Tief in die feuchte Nacht der Wasser hängt , Indessen dort der erste Morgenwind Ihr ihre keuschen Blütenflocken Mutwillig zu entführen schon beginnt . KÖNIG . Und siehst du nicht dies hohe Feenkind , Vom Atemzug der lauen Nacht beglückt , Nicht ahnend , welche schmeichelnde Gefahr Auf ihre Tugend nah und näher rückt ? THEREILE . Du bist ein Schalk ! Dies ist nicht wahr ! KÖNIG . Gestatte wenigstens , daß wir nun scheiden , Und , möcht es sein , für immerdar ; Ich sehe keine Rettung sonst uns beiden , Wenn nicht dein Herz , verbotner Liebe voll , So wie das meine , ganz verzweifeln soll . THEREILE . O Gimpel ! ich muß lachen über dich . Leb wohl für heute . Morgen siehst du mich . Sie stößt ihn fort . Sechste Szene THEREILE allein ; nach einer Pause , auffahrend . O Lügner , Lügner ! schau mir ins Gesicht ! Sprich frei und frech , du liebst Thereile nicht ! Dies nur zu denken zitterte mein Herz , Und hinterlegte sich ' s mit kümmerlichem Scherz . Nun steh mir , Rache , bei ... ! Doch dies ist so : Von nun an wird Thereile nimmer froh . Hätt ich den Hunger eines Tigers nur , Dein falsches Blut auf einmal auszusaugen ! Ha , triumphiere nur , du Scheusal der Natur , Ich sah es wohl - allein mit blinden Augen . Doch , bleibt mir nicht die Macht , ihn festzuhalten ? Ist er gefesselt nicht durch ein geheimes Wort ? Ich bann ihn jeden Augenblick , Wenn ich nur will , zu mir zurück . So fliehe denn , ja stiehl dich immer fort , Ich martre dich in tausend Spukgestalten ! Sie sinnt wieder nach . Oft in der Miene seines Angesichts Ahnt ich schon halb mein jetziges Verderben ; Ich hatte Wunden , doch sie taten nichts : Da ich sie sehe , muß ich daran sterben ! Ab . Siebente Szene Wirtsstube in der Stadt Orplid . Kollmer aus Elne und einige Bürger sitzen an den Tischen umher , trinkend und schwatzend . EIN WEBER . Hört , Kollmer ! Ihr habt ja neulich wieder nach den beiden Lumpenhunden gefragt , von denen ich Euch sagte , daß sie gern die alte Chronik an Euch los wären , die kein Mensch lesen kann . Wenn Ihr noch Lust habt , so mögt Ihr dazutun , sie wollen ' s aufs Schloß dem gelehrten Herrn bringen , dem Harry ; der ist Euch wie besessen auf dergleichen Schnurrpfeifereien aus . KOLLMER . Seid außer Sorgen , ich hab den Schatz schon in Händen und wir sind bereits halb handelseinig . Diesen Abend wird es vollends abgemacht . GLASBRENNER . Wenn ich Euch raten darf , laßt Euch nicht zu tief mit den saubern Kameraden ein ; Ihr habt sie sonst immer aufm Hals . MÜLLER . Mir denkt ' s kaum , daß ich sie einmal sah . WEBER . O sie liegen ganze Nachmittage im lieben Sonnenschein aufm Markt , haben Maulaffen feil , schlagen Fliegen und Bremsen tot und erdenken allerlei Pfiffe