Welland aufhielt . « » Spione dienen häufig beiden Parteien , « bemerkte Depuis . » Der Hauptbeweis ist leider ein Brief , der an den Doctor selbst gerichtet und von einem Offizier aus dem Stabe Gortschakoff ' s unterzeichnet ist . Er spricht ganz klar von einer früheren Befreiung des Schreibers aus türkischer Gefangenschaft durch den Arzt , von einem fortbestehenden Einverständniß , und der Angeklagte hat ihn anerkennen müssen . « » Der Unglückliche ! « » Er weigert jede nähere Auslassung über das Verhältniß , in dem er zu dem Schreiber steht , betheuert aber mit seinem Ehrenwort , daß er nie eine seine Pflicht verletzende Mittheilung gemacht und daß der Brief auf unbekanntem Wege ihm zugegangen und durch seinen Diener auf der Schwelle seiner Wohnung vorgefunden worden sei . « » Hat man den Diener befragt ? « » Der junge Mohrenknabe ist seit der Verhaftung seines Herrn verschwunden und nicht aufzufinden . Es wurde leider durch Zeugen bewiesen , daß der Doctor nach seiner Ankunft von Silistria in Varna mit Griechen verkehrt hat , die in gegründetem Verdacht der Verrätherei stehen und von der Polizei des Pascha ' s verfolgt werden . « » Aber Ihre eigene Aussage , Capitain ? « » Sie erinnern sich des Wortwechsels mit meinem Landsmann kurz vorher , ehe Mussa-Pascha fiel . Ich mußte zugeben , daß bei dem nächtlichen Ausfall am 28. Mai , als ich Kiriki-Pascha aus dem Getümmel brachte , und die Russen uns überfielen , ein feindlicher Offizier , derselbe , der den Brief geschrieben , den Doctor und mich aus den Händen seiner eigenen Leute befreite und entkommen ließ . So wäre der Unglückliche wirklich verloren - ich weiß nicht , es sträubt sich ein Gefühl in meinem Innern , an seinen Verrath zu glauben . « » Dasselbe ist bei mir der Fall . Ich schulde ihm eine Freundlichkeit von Paris , die Rettung in jener Nacht und es grollt mich , daß ich seinem Feinde selbst die Gelegenheit geboten . Ich habe dem Baronet meine Erklärung gemacht und erwarte seine Botschaft . « » Ich stehe in jeder Beziehung zu Diensten . Wohin hat man den Doctor gebracht ? « » Er wird im Hause Sali-Pascha ' s gefangen gehalten , nahe an dem großen Magazin . Man hat mir den Zutritt verweigert . « » Wäre , Canrobert nur hier ! - doch er ist bereits nach Baltschick aufgebrochen . Vor Allem müssen wir Aufschub der Vollstreckung erlangen , - eilen Sie Beide zu Ihren Freunden , ich werde den Prinzen für den Unglücklichen zu interessiren suchen . « » Zum Henker , Kommandant , « sagte eine Stimme neben ihnen , » ich suche Sie seit einer Stunde . Ordre im Dienst ! « » Zu Ihren Diensten , Capitain Marcell ! « » Soll mich freuen , Kommandant , denn ich habe gern brave Kameraden neben mir . Aber sputen Sie sich , unsere Brigade ist die erste . Wir sollen dem Prinzen um zwei Etappen voraus sein und Oberst Bourbacki mit seinen Zuaven ist schon aufgebrochen . Sie wissen , der tolle Afrikaner duldet keine Verspätung . Au revoir unterwegs , Kamerad ! « Der Vicomte hatte unterdeß die Ordre gelesen . » Heiliger Gott ! - ich muß in einer Stunde mit meinen Spahi ' s auf dem Marsch sein . Der Aermste - Doch halt , Sazé , Sie müssen meine Stelle vertreten und dem Prinzen die Bitte vortragen - es gilt ein Menschenleben . « » Ich bin zu Ihrer Verfügung und werde thun , was ich vermag . « » Kommen Sie eilig , Capitain Morton und Depuis begleiten uns ; ich muß meine Befehle geben und unterwegs hören Sie das Weitere . « Sie verließen hastig den Restaurant , doch war es kaum möglich , von dem Tschardak sich durchzudrängen . Die Corsostraße herauf von dem Dewno-Kai her wogte es in dunklem Gedränge - Militairmusik , das donnernde Vive l ' empereur ! aus tausend kräftigen und durstigen Kehlen . Dann klang es lustig , trotz Staub und Hitze : As-tu vu La casquette , La casquette ? As-tu vu La casquette Du père Bugeaud ! 2 - das berühmte Marschlied der Zuaven - das erste Bataillon , des dritten Zuaven-Regiments aus Algier , so eben ausgeschifft , rückte in die Festung , um jenseits derselben das Lager zu beziehen . Das Interesse des Kommandanten wandte sich unwillkürlich dem militairischen Schauspiel der stattlichen Truppe zu , in deren Reihen er selbst seine Sporen verdient , als Lieutenant unter Canrobert bei der Belagerung von Zaatcha und im Aurasgebirge gefochten hatte . Der Leser erinnert sich , daß der Vicomte am Morgen jenes Tages , an welchem er den Besuch der Fürstin Iwanowna empfing , seinen Abschied eingereicht hatte und daß dieser durch das Verschwinden des jungen Fürsten unnöthig gemacht worden . Bei Beginn des Krieges hatte der Vicomte um seine Versetzung aus dem Stabe des Kaisers zur activen Armee gebeten , und war zum Kommandanten des zweiten Bataillons des dritten Zuaven-Regiments ernannt worden . Verschiedene Kommando ' s beim Einschiffen der Truppen , nach Silistria und zuletzt zur Organisation der Baschi-Bozuks durch die Generale Yussuf und Beatson , hatten jedoch bis jetzt seinen Eintritt in das Regiment verhindert und er begrüßte es jetzt zum ersten Mal auf türkischem Boden . Die Stabsmusik voran , das Trommlercorps seinen Marsch schlagend , Gamains von den Straßen der Hauptstadt , denen selbst das freie Leben im Antoine noch zu ruhig gewesen und die den Eltern und Lehrherrn davon gegangen , jetzt dem Stabe des bärtigen riesigen Tambourmajors folgten . Hinter der Musik die vier Marketenderinnen des Bataillons , drei junge frische Frauen mit kecker Grisettenmiene , und eine ältere , den Feß der Zuaven auf dem braunen kurzgeschnittenen Haar , blanke Tressen auf dem coquetten blauen Jäckchen , das lose um die Brust saß , und um den kurzen Rock von gleicher Farbe , unter dem die