ist . Durch dieses Loch sind die beiden Trichter miteinander verbunden . Die kräftig ausgebauchte Tonne dreht sich langsam um sich selbst - um die senkrechte Linie , die durch den Mittelpunkt von oben nach unten geht . Und mit Ausnahme der leeren Trichter besteht die Tonne aus festem Stoff . Lesabéndio befand sich nun mit dem Biba auf dem oberen Rande des Nordtrichters . Und dieser obere Rand zeigte viele hohe Gebirgsgipfel . Und nach unten gings zwanzig Meilen schräg ab in die Tiefe zum Mittelloch . Aber die Wände dieses Riesentrichters waren nicht flach und glatt - sie zeigten wie der Rand oben viele zackige Gipfel und viele schroff abfallende Felswände . Aber diese Felswände waren auch nicht glatt , sondern vielfach zerrissen und von vielen tiefen Tälern durchfurcht . Die Pallasianer hatten nun wohl die Fähigkeit , infolge ihres Saugfußkörpers hoch in die Lüfte zu springen und sich auch in den Lüften mit Hilfe ihrer Rückenflügel schwebend zu erhalten , sodaß sie leicht zu jeder Bergspitze und überallhin gelangen konnten . Diese natürliche Fortbewegungsart erschien aber den Pallasianern sehr bald nicht schnell genug . Und sie hatten daher in den beiden Trichtern unzählige sogenannte Bandbahnen hergestellt , die die Gipfel und Täler nach vielen Richtungen hin - schräg , waagrecht und auch senkrecht - miteinander verbanden . Die Bandbahnen bestanden aus langen Bändern , die nicht viel breiter als fünf Meter waren und sich an den beiden Endpunkten auf automatisch tätigen Rollen sehr schnell fortbewegten ; ein Bandstück bewegte sich oben und das andre unten . Nun brauchte der Pallasianer nur auf das Band aufzuspringen und sich mit seinem Saugfuß auf dem Bande festzuheften - so sauste er mit rasender Eile dahin . Am Schluß sprang dann der Pallasianer ab und flog mit der gegebenen Geschwindigkeit so lange durch die Luft weiter , bis er eine zweite Bahn erreicht hatte , die ihn mit derselben Schnelligkeit wie die erste weiter beförderte . Nun liefen immer sehr viele Bandstreifen auch in andrer Richtung , sodaß alle Trichterwände nach allen Richtungen hin leicht befahren werden konnten . Die Bandstreifen bewegten sich natürlich sämtlich ohne Unterlaß , da die rotierende Tätigkeit der Rollen , um die die Bandstreifen rumgelegt waren , nicht aussetzte . Die Bandbahnen boten ein Bild der heftigsten Verkehrsfreude ; die Pallasianer flogen immerzu auf die Bänder rauf und immerzu wieder von den Bändern runter , sodaß langsam in natürlicher Bewegung dahinschwebende Pallasianer durch ihr langsames Schweben auffielen - wie träge Nichtstuer . Um ihre Saugfüße ein wenig zu schonen , pflegten zusammenfahrende Pallasianer aufeinander zu sitzen - was zuweilen sehr drollig aussah . So saß auch der Biba mit seinem Saugfuß auf Lesabéndios Rücken hinter den Flügeln , als die Beiden auf den Bandbahnen rasch einem ferner gelegenen Berggipfel zustrebten . Nachher saß der Lesabéndio auf dem Biba . Die Beiden kamen rasch weiter im oberen Teile des Trichters und überflogen mindestens dreißig breite Talschluchten in ein paar Augenblicken . Und dann flogen sie rasch von der letzten Bahn ab nach oben hinauf auf die Spitze eines sehr hohen Berggipfels , auf dem Tausende von Pallasianern ganz still dasaßen und ein neues Bauwerk anstarrten . Das Bauwerk war ein Glasturm . Doch dieser Glasturm ragte eine volle deutsche Meile in den Weltenraum hinauf . Und so wars sehr natürlich , daß Tausende von Pallasianern dieses neue Bauwerk ganz still anstarrten . Der Pallasianer Nuse , der diesen Turm gebaut hatte , sah jetzt den Lesabéndio mit dem Biba heranfliegen und breitete gleich seine Kopfhaut wie einen riesigen Regenschirm seitwärts aus und brachte den Rand seiner Kopfhaut zum Schwingen . Lesabéndio und Biba taten dasselbe ; so pflegten sich die Pallasianer immer zu begrüßen , wenn sie gern miteinander sprechen wollten . Und sie sprachen miteinander . Viele feine Falten glitzerten dabei neben den Mundwinkeln der Pallasianer . Und die messerscharfen Nasen zuckten öfters . Der Glasturm war ein Lichtturm , der heftig leuchten sollte - in der langen Nacht . Die lange Nacht war auf dem Pallas so lang wie ein Monat auf der Erde ; der Tag war ebenso lang . Der eigentliche Lichtspender ist aber auf dem Pallas nicht die Sonne , sondern eine weiße große Wolke , die hoch über dem Nordtrichter befindlich ist . Diese weiße Wolke leuchtete jetzt auch in vollem Glanze . Die Berge auf dem Trichterrande waren auch zumeist weiß ; nur einzelne Stellen zeigten blaue und graue Farben ; in der Tiefe des Trichters waren die blauen und grauen Farben dunkler und vorherrschend , sodaß man da das Weiße nur vereinzelt sah . Die Gesichter der Pallasianer hatten gelbe Farbe - nur die Augen waren braun und die Lippen ebenfalls , während die Kopfhaut aufgesperrt innen radiale braune Streifen auf gelbem Untergrunde zeigte ; die Rückseite der Kopfhaut war dunkelbraun . Der kautschukartige dunkelbraune Körper hatte viele große und kleine gelbe Flecke . Nuse hatte schon viele Lichttürme gebaut - zumeist auf den Berggipfeln , die sich tiefer im Nordtrichter befanden - aber keiner der Lichttürme hatte den zehnten Teil der Größe erreicht , die der Lichtturm erreichte , vor dem jetzt Tausende von Pallasianern staunend dasaßen . Nuse klagte und sagte : » Es ist so unsäglich schwierig , die Pallasianer zu so großen Arbeiten zu überreden . Ich will doch eigentlich noch hundert solche Türme bauen . Aber meine guten Freunde wollen vorläufig noch nicht ; sie wollen immer wieder was Andres . « » Oh « , versetzte da der Lesabéndio , » das ist ja das Geheimnis unsrer Kraft : je mehr Schwierigkeiten und Hindernisse von uns zu überwinden sind , um so mehr wächst unsre Kraft . Und es läuft doch alle unsre Tätigkeit nur darauf hinaus , uns immer kräftiger , größer und bedeutender zu machen . « Alle Tätigkeit der Pallasianer konzentrierte sich aber darum : den Stern Pallas weiter auszubauen - umzubauen - besonders landschaftlich zu verändern - prächtiger und großartiger zu machen . Und sie hatten vor nicht allzulanger