darum lasse mir eine Kufe auswaschen . « Der Knecht holte nun eine Magd , welche in einem Kübel Wasser , dann Stroh und Sand brachte , um damit eine der hölzernen Kufen zu scheuern , die als Pferdefuttertrog vor dem Hause standen . Der Reiter war von seinem Tische aufgestanden , sah der Arbeit zu , und leitete sie . Als sie fertig war , wurde die Kufe vor sein Pferd gestellt . Der Reiter nahm nun selber den flachen länglich runden Korb , in dem der Knecht Haber gebracht hatte , in seine Hände , schüttelte den Haber , und gab dann einen Teil davon , mit seinen Händen abgemessen , dem Pferde in die Kufe . Als dieses davon fraß , und in seinem Fressen fortfuhr , ging der Reiter wieder zu seinem Tische , setzte sich dort nieder , und sah vor sich hin . Nachdem eine gehörige Zeit vergangen war , stand der Reiter wieder auf , und ging zu seinem Pferde . Er ordnete ihm neuerdings sein Futter , und gab ihm jetzt auch Heu , welches der Knecht gebracht hatte . Er blieb nun bei dem Pferde stehen . Da näherte sich einer der zwei Männer , welche nicht weit von dem Reiter gesessen waren . Es war der ältere , der mit den grauen Haaren . Als er nahe genug war , sagte er zu dem jungen Manne : » Das ist ein schönes Tier , ein starkes Tier , es wird auch gewiß sehr schnell sein . « » Ja es ist ein gutes Tier , und für mich reicht seine Schnelligkeit hin « , sagte der junge Reiter . Der andere fuhr nach einer Weile fort : » Ihr müßt es den Leuten hier nicht übel nehmen , wenn sie den Umgang mit Euch nicht verstehen , sie haben keinen Unterricht . Es kommen selten hier angesehene Reiter herauf ; denn da ist kein ordnungsmäßiger Heerweg , es sind keine Orte hier , die einen vielfältigen Wandel mit einander hätten , und die Hügel und die Schluchten des Bodens sind auch nicht geeignet , daß hier Fehden ausgetragen würden . Der Gastherr ist schier nur ein Bauer , und weiter hinauf sind gar lauter Wälder , in denen kein Mensch ist . Aber dahin seid Ihr gewiß nicht gekommen , und werdet nicht kommen . « » Ich bin mit der Nahrung , die ich in diesem Hause erhalten habe , zufrieden « , antwortete der Reiter , » der Haber ist für mein Pferd gut , und das Heu auch . « » Ja , ja « , antwortete der andere , » aber wie man mit vornehmen Leuten auf eine höfliche Art umgehen soll , das wissen sie hier nicht . « » Ich bin nicht vornehm « , sagte der Reiter . » Es kann sich jetzt in diesen Kriegen viel begeben « , fing der andere wieder an , » es können Boten und Reisige unterwegs sein und Wege und Pfade einschlagen , auf die man gar nicht dächte . « » Mir sind nur Landbewohner begegnet « , antwortete der junge Reiter . » Dann müßt Ihr von Passau herauf gekommen sein « , sagte der andere . » Es vereinigen sich mehrere Wege unterhalb dieser Häuser « , erwiderte der Reiter . » Das ist wahr « , entgegnete der andere . » Es gibt schlechte Menschen , die einem Boten auflauern könnten , um Lohn zu erhalten . Da ist der Herzog Heinrich , ein edler Mann , ein reicher Mann , ein mächtiger Mann , der Schwiegersohn unsers seligen Kaisers - Gott segne den Kaiser in der Ewigkeit - der Herzog hat die Kleinode , und wird sie nicht herausgeben . Dann ist der König Konrad , der erlauchte Herr aus dem Hause der Staufen . Dann ist der heilige Herr , der Erzbischof von Trier , dann der Markgraf Leopold von Österreich , ein junger Herr . Er ist der Stiefbruder des neuen Königs , und wird zu ihm stehen . Der Herzog Sobeslaw in Böhmen ist schon älter , und hat Erfahrung . « » Ich habe noch keinen dieser Herren gesehen « , antwortete der Reiter . » Ja , Ihr seid noch jung « , sagte der andere , » und könnt Euer Glück in der Welt schon finden . Es wird Gnaden und Ehren geben . Ich bin schon alt , und kann nichts tun , als für die hohen Häupter beten . Ich wünsche Euch , daß Ihr recht viel Glück habt , junger Herr , und bringt es vorwärts . « » Nun , da Ihr mir Gutes wollt , so werde ich Euch schon auch einmal einen Dienst erweisen , so Ihr einen von mir braucht « , erwiderte der Reiter . » Gutes , nur lauter Gutes « , sagte der andere , und begab sich wieder zu seinem Gefährten an den Tisch . Da nun dieser Mann von dem Reiter fortgegangen war , so war noch ein anderer da . Der Krauskopf stand in einiger Entfernung , und betrachtete das Pferd mit seinen schwarzen Augen . Er mußte mit seinem Geschäfte fertig geworden sein . Da der Reiter seinem Pferde die Nahrung zusammengestrichen hatte , sah er auf den Krauskopf , und sagte : » Bewunderst du auch mein Pferd ? « Dieser ging nun näher , und antwortete : » Ich bewundere es schon lange , schon so lange Ihr da seid . Hat der andere es auch bewundert ? Nun , ich kann es mir denken . « » Kannst du reiten ? « fragte ihn der junge Mann . » Ja , ich kann reiten « , antwortete der andere , » und brauche keine Bügel und keine Sporen und keinen Sattel . Ich reite barfuß , mit den Knieen , mit den Fersen und mit den Fäusten . « » Das muß ein schönes Reiten sein « ,