nicht nach , er krallte sich an dem Ast fest , bis die Bolzen wie der Hagel kamen , und endlich Holz , Leib und Gefieder mit einander hinabstäubten und splitterten . Aber des Lärmens war ihnen doch zu viel geworden . Wie viele hunderte auch am ersten Tage über den Wipfeln gekreist , mit ängstlichem Geschrei fortflatternd und wiederkommend , ob der Wirrwarr unten kein Ende nähme ; das Klopfen und Hämmern , das Spritzen und Wringen , das Klatschen und Schwenken , das Singen und Lachen hielten sie nicht aus , und am dritten Tage hatten die Thiere den Menschen Platz gemacht und die Luft war still . Auch die Frösche auf der Wiese schwiegen am Tage ; nur wenn Abends die Feuer ausgingen und der Gesang verstummte , wenn die hölzernen Klöpfel ruhten und das Wasser im Fließ still fortrann , sich erholend von der Arbeit des Tages , dann mischte sich ihr dumpfes Geächze mit dem Schnarchen der Mägde , mit dem Geheul der Rüden , die den aufgehenden Mond anbellten , und dem Winde , der gegen die Wäsche an den Seilen schlug , und die Kieferstämme , daran sie gebunden waren , knarren machte . Nun am sechsten Tage , es war der Samstag , war die Arbeit zumeist gethan , und ehe denn die Abendmette von den fernen Kloster-Thürmen von Lehnin über die Wälder klänge , sollte aufgepackt werden . Die Morgensonne am Tag des Herrn sollte keinen Strumpf mehr an den Leinen anröthen , und die erste Mondsichel schon einen wüsten Lagerplatz bescheinen . Wie eifrig waren die Mägde , die Klammern abzustecken , die Körbe zu häufen und die Bleichstücke zu wenden ; was hasteten sich die Knechte , die Stricke von den Bäumen zu lösen und zusammenzurollen , und schon rüttelten sie an den Pfosten der Hütten , um zu prüfen , wie fest sie noch säßen . Auch das Zeichen zum Aufbruch erscheint als ein Fest dem , der zu lange beim Feste saß ; ist doch jede Veränderung dem Menschen willkommen , wann er des Genusses überdrüssig wird . Die Edelfrau sah zufrieden auf das Werk hin , und wie zu ihren Füßen die Haufen immer größer wurden , reine saubere Tücher , auf welche die Nachmittagssonne mit milder Wärme schien . » Ich glaube in der ganzen Zauche geräth in keinem Edelhofe die Wäsche wie bei meiner Frau von Bredow , wie pur weiß das ist ! « sagte der Dechant , der sich vom Feldtisch erhob , wo er mit einem Edelmann aus zinnernem Becher gewürfelt hatte . » Die Hexen hier bleichen ' s , « sprach der Junker , der sich auch erhob , ein Mann in mittleren Jahren , der aber etwas älter aussah , als er sein mochte . Sein blonder Bart spielte in ' s Röthliche , seine krausen Haare in ' s Grau über ; sein Gesicht war nicht grob , aber auch nicht fein , die Züge schlaff , aber aus den hellblauen , matten Augen schielte zuweilen ein lauernder Blick . » Die Hexen hier bleichen ' s , « sagte er , » der Ort ist verwünscht . Das weiß jedes Kind . Muß Einer den Muth haben wie meine Base , daß sie ' s mit den Unholden aufnimmt . « » Hat ' s Euch in den Nächten aufgelegen , Vetter Peter Melchior ? « » Ich trug mein Amulet . Aber an solchem Platz waschen lassen ! Es haben ' s Leute gesehen , wenn auch diesmal nicht , doch vor Jahren , nächtig , wenn sie aufwachten . Zwei graue , hagere Weiber mit langen Spinnebeinen schritten über ' s Zeug mit Gießkannen , und draus kamen pure Strahlen Mondenschein . Davon kann das Zeug wohl weiß werden , aber - « » Aber , Peter Melchior , Ihr wißt ja , daß der ehrwürdige Herr alle Morgen seinen Segen darüber spricht . « » Wird die Wäsche etwa davon weiß ! Der Dechant spricht gewiß auch seinen Segen über die Würfel , wenn er doppelt , und der heckt , denn er trägt ihn jedesmal blank in der Tasche fort , aber die Würfel werden immer brauner . « » Der Segen des Herrn schafft das Beste in allen Dingen , « fiel der Dechant ein , und wollte , wie er zu thun pflegte , die Hände vor dem wohlgerundeten Bauche falten , aber es traf ihn einer der feinen schlauen Blicke der Ehefrau , welche bisweilen auf die , welche sie trafen , eine ähnliche Wirkung übten , als wenn ihre nicht feinen Hände mit der Wange einer Magd in Berührung kamen . Sie lächelte und der Dechant lächelte auch , worüber er die fromme Bemerkung verschlucken mußte , zu der sich sein Mund schon gespitzt hatte . » Wer sähe meiner Frau von Bredow den Schelm an , der unterweilen aus ihrem Auge blitzt . « » Ich meine ein Schelm sieht den andern , « entgegnete sie , » und wenn man in manchem Haus aufräumen thäte , fände man mancherlei darin , was nicht darin gehört , z. B. in einem Priesterhaus die Weiberröcke . « Der Dechant , welcher die Augen jetzt wirklich niederschlug , wollte von dem Gesetz anheben , welches zwar besage - aber die Edelfrau ließ ihn nicht zu Worte kommen . Wir wissen nicht , was gerade jetzt ihr die Laune zur Strafpredigt für den langjährigen Hausfreund eingab , der doch ihrer Wäsche so treulich beigestanden hatte . » Das Gesetz sagt , « unterbrach sie ihn , » thue recht und scheue Niemand , und wenn du schmutzig bist , wasche dich . Wasser fließt überall und Jeder hat Hände zum Reiben , aber er muß nicht reiben , wie Pilatus that . Wer ein gut Gewissen hat , braucht nichts zu verstecken , aber wem was im Schrank thut hängen , da es nicht sein soll , der muß die