dem nachgerade das Gehör ein wenig schwach ward , und der nicht wusste , ob er etwas und was er hörte , sich auf seinem Stuhle herum , und half ihm durch ein freundliches Willkommen ! von seiner Herzensangst . - Der Sohn warf sich wieder an seinen Tisch , um weiter zu schreiben . Nun ? Und was steht denn zu Diensten ? sagte Herr Stark , nach mehrern unbedeutenden Fragen ; - denn umsonst pflegt Er nicht zu kommen , mein lieber Pathe . Ich - ich wollte so frei seyn , stotterte dieser , indem er schielende , misstrauische Blicke nach dem Sohn zurückwarf - ich habe , diese Tage über , Gelegenheiten gefunden - so allerhand kleine Gelegenheiten - - Das versteh ' ich ja nicht . Was für Gelegenheiten ? Ich meine : einen vortheilhaften Handel zu schliessen , mir einen kleinen Gewinn zu verschaffen - Ja so ! - das ist mir lieb ; das ist schön . - Immer zugegriffen , mein lieber Specht ! Aber - wie ' s denn bei Anfängern geht - die Beutel sind so eng und so flach . So wie man hineingreift , hat man auch auf den Boden gegriffen . - Dies war , beiläufig zu sagen , einer der eigenen Einfälle des Herrn Stark , die Herr Specht sich sorgfältig zu merken und gelegentlich bei ihm selbst , mit immer gutem Erfolg , wieder anzubringen pflegte . - Und da wollt ' ich denn also - wenn ' s ohne Beschwerde geschehen könnte - - Frischen Vorrath holen . Nicht wahr ? - Nur heraus mit der Sprache ! Herr Specht lächelte , und schlug den Alten mehrmalen hinter einander , mit den äussersten Fingerspitzen , sanft und schmeichlerisch auf die Schulter . - Sie sind doch ein vortrefflicher Mann , liebster Herr Pathe - Ja , ja ! Weil ich ein so guter Prophet bin . - Aber was war ' s denn , das Er vorhin mit meinem Sohne absprach ? Hat Er Sich dem schon entdeckt ? Ich wollte . - Ich hatte die Absicht ; aber - der junge Herr - Wird vermuthlich bedauert haben ? wird sich ausser Stande gesehen haben , zu dienen ? So schien ' s beinahe . - Es kann Ernst damit seyn . - Die Zeiten sind sich nicht immer gleich , und ich denke , es mag ihm jetzt selber fehlen . Hehehe ! - liebster , bester Herr Stark ! Wie Sie doch manchmal zu spassen wissen ! Zu spassen ? sagte der Alte , und wies nach dem andern Tisch auf die reichgestickte Weste hinüber . - Sieht Er denn nicht , dass mein Sohn sein Gold hat verarbeiten lassen ? - Ein jeder freilich nach seinem Geschmack ! Der Eine hält ' s mit einer vollen , der Andre mit einer flimmernden Tasche . Dieses Wort , in keiner ganz üblen Laune und mit einem ziemlich gutmüthigen Tone gesagt - denn Herr Stark war wohl Spötter , aber kein hämischer ; und wenn er im Verdrusse erst wieder witzig ward , so war das immer ein Zeichen seiner schon wiederkehrenden Ruhe - dieses Wort folgte auf zu bittre , zu ernstliche Vorwürfe , und ward in Gegenwart eines zu gehassten , zu verachteten Menschen gesprochen , als dass es auf das Herz des Sohns nicht eine sehr unglückliche Wirkung hätte thun sollen . Er sprang mit Ungestüm auf , murmelte heftige unverständliche Worte zwischen den Zähnen , und warf die Thüre . IV. Mein Gott ! sagte Herr Specht , dem vor Schrecken beide Arme am Leibe niedersanken : der junge Herr war ganz erhitzt , ganz ergrimmt . Ich will doch nicht hoffen , dass meine Gegenwart - Nicht doch ! tröstete ihn der Alte , den seine Übereilung schon innerlich zu gereuen anfing : es ist nur seine Art so ; er machts nicht anders . - Dann gab er Herrn Specht die benöthigte Summe , mit hinzugefügter Warnung , dass er sein Geld nicht verstecken , sich nicht in mehr oder in grössere Geschäfte verwickeln sollte , als die er verstände , und übersehen könnte . - Übrigens , sagte er , wünschte ich , um Lebens- und Sterbenswillen , eine kleine Verschreibung . Er kann sie mir diesen Nachmittag bringen . Gewiss ! gewiss ! sagte Herr Specht ; und klopfte ihm wieder , wie zuvor , mit leichter schmeichelnder Hand , auf die Schulter . - Ich dacht ' es doch gleich , liebster Herr Pathe , dass mir von Ihnen würde geholfen werden . Auch meine Frau sagte : Geh immer ! So ein Mann , sagte sie , wie der Herr Stark ist , lebt auf der Welt nicht weiter . - Nun , guten Morgen ! guten Morgen ! Er hätte ein Vieles darum gegeben , wenn er das unglückliche Wort von der Frau hätte zurückholen können : aber es war heraus , und mit dem Forteilen wollt ' es nicht glücken . Herr Stark winkte ihm wieder umzukehren , und drohte ihm , nicht ohne Ernst , mit dem Finger . - Weil Er doch Selbst von ihr anfängt , mein lieber Specht , und weil ich ' s bisher immer vergessen habe ; - sag ' Er mir einmal recht aufrichtig : wär ' Er nicht ein wenig verliebt in die Frau ? Je nun , stotterte dieser - ein junger Ehemann - freilich - Der selige Lyk , denk ' ich , war ' s auch . Und nun , die Witwe - die ihm das Seinige vertändelte , verputzte , vertanzte , verschmaus ' te - Er weiss ja wohl besser , als ich ' s Ihm sagen kann , was dort für Umstände sind . Gar nicht mehr so glänzende , als vordem . - Nehm ' Er Sich also in Acht , lieber Specht ! Sei Er auf Seiner Hut ! Aber wie so , bester Herr