zu stimmen ? « » Ja , edelste der Cousinen . « » Erst gestern abends habe ich ihr wieder Deine guten Eigenschaften gepriesen ... denn Du bist wirklich ein prächtiger Junge : gefällig rücksichtsvoll - « » Was willst Du nur von mir ? « » Daß Du Deinem Tiere einen Gertenhieb giebst und weiter trabst ... « Schon war Tilling ganz nahe . Zuerst schaute Konrad ihn , dann mich an , und ohne ein Wort zu sagen , nickte er mir lächelnd zu und stürmte davon , als wäre er auf der Flucht . » Wieder dieser Althaus ! « waren Tillings erste Worte , nachdem er Kehrt gemacht , um an meiner Seite weiterzureiten . In seinem Tone und seinen Mienen drückte sich deutlich Eifersucht aus . Das freute mich . » Ist er bei meinem Anblicke so ausgerissen , oder geht sein Pferd durch ? « » Ich habe ihn weggeschickt , weil - « » Gräfin Martha - daß ich Sie gerade mit Althaus treffen mußte ! Wissen Sie daß die Welt behauptet , er sei in seine Cousine verliebt ? « » Das ist wahr . « » Und werbe um ihre Gunst ? « » Das ist auch wahr . « » Und nicht hoffnungslos ? « » Nicht ganz hoffnungslos - « Tilling schwieg . Ich schaute ihm glücklich lächelnd ins Gesicht . » Ihr Blick widerspricht Ihren letzten Worten , « sagte er nach einer Pause ; » denn Ihr Blick scheint mir zu sagen : Althaus liebt mich hoffnungslos . « » Er liebt mich überhaupt nicht . Der Gegenstand seiner Werbung ist meine Schwester Lilli . « » Sie wälzen mir einen Stein vom Herzen . Dieser Mensch war mit ein Grund , warum ich Wien verlassen wollte . Ich hätte es nicht ertragen können , sehen zu müssen - « » Und was hatten Sie noch für andere Gründe ? « unterbrach ich . » Die Angst , daß meine Leidenschaft zunehme , daß ich dieselbe nicht länger würde verhehlen können - daß ich mich lächerlich mache und unglücklich zugleich - « » Sind Sie unglücklich heute ? « » O Martha ! « ... Ich lebe seit gestern in einem solchen Taumel der Gefühle , daß ich fast bewußtlos bin . Aber nicht ohne Angst - wie wenn man gar zu süß träumt - daß ich plötzlich wieder zu einer schmerzlichen Wirklichkeit erweckt werde . Im Grunde ist ja meine Liebe doch aussichtslos ... Was kann ich Ihnen bieten ? Heute lächelt mir Ihre Huld und erhebt mich in den siebenten Himmel ... Morgen - oder etwas später - werden Sie mir die unverdiente Huld wieder entziehen und mich in einen Abgrund der Verzweiflung stürzen ... Ich kenne mich selbst nicht mehr : wie hyperbolisch ich da rede - der ich sonst ein ruhiger , besonnener Mensch , ein Feind aller Übertreibungen bin ... Aber Ihnen gegenüber kommt mir nichts mehr übertrieben vor : in Ihrer Macht liegt es , mich selig und elend zu machen « ... » Sprechen wir auch von meinen Zweifeln : die Prinzessin - « » O , ist dieser Klatsch Ihnen auch zu Ohren gekommen ? Nichts - nichts ist daran . « » Natürlich , Sie leugnen . Das ist Ihre Pflicht - « » Die betreffende Dame , deren Herz jetzt bekanntermaßen in der Burg gefesselt ist - auf wie lang ? denn dieses Herz verschenkt sich häufig - die Dame würde auch den diskretesten Menschen nicht zu Grabesverschwiegenheit verpflichten - also können Sie mir doppelt glauben . Und übrigens : hätte ich Wien verlassen wollen , wenn jenes Gerücht begründet wäre ? « » Eifersucht kennt keine Vernunftschlüsse : hätte ich Sie hierher bestellt , wenn ich gekommen wäre , um meinen Vetter Althaus zu treffen ? « » Es wird mir schwer , Martha , so ruhig neben Ihnen einzureiten ... Ich wollte Ihnen zu Füßen fallen - wollte wenigstens Ihre geliebte Hand an meine Lippen führen - « » Lieber Friedrich , « sagte ich zärtlich , » solche Ergüsse sind nicht nötig - auch mit Worten kann man huldigen , wie mit einem Kniefall und liebkosen , wie - « » Mit einem Kuß , « ergänzte er . Nach diesem letzten Worte , das uns beide elektrisch durchzuckte , schauten wir uns eine Zeit lang in die Augen und erfuhren , daß man auch mit Blicken küssen kann ... Er sprach zuerst : » Seit wann ? « Ich verstand die unvollendete Frage ganz gut . » Seit jenem Diner bei meinem Vater , « antwortete ich . » Und Sie ? « » Sie ? Dieses Sie ist eine Dissonanz , Martha . Soll ich die Frage beantworten , so werde sie anders formuliert . « » Und - - Du ? « » Ich ? Wohl auch seit demselben Abend . Aber so recht klar wurde es mir erst am Sterbebett meiner armen Mutter ... Wie sehnsüchtig meine Gedanken zu Dir flüchteten ! « » Das habe ich auch so verstanden . Du hingegen , hast die Sprache der roten Rose nicht verstanden , welche zwischen den weißen Totenblumen eingeflochten war , sonst hättest Du bei Deiner Ankunft mich nicht so gemieden . Ich begreife noch jetzt den Grund dieses Fernhaltens nicht - und warum Du abreisen wolltest ? « » Weil sich mein Gedanke nie bis zu der Hoffnung verstieg , daß ich Dich erringen könnte . Erst als Du mir bei dem Andenken meiner Mutter befahlst , zu Dir zu kommen und zu bleiben befahlst - da habe ich verstanden , daß Du mir gewogen bist - daß ich Dir mein Leben weihen dürfe . « » Also , wenn ich nicht selber mich Dir an den Hals geworfen - Du hättest Dich nicht um mich bemüht ? « » Du hast eine große Anzahl Bewerber - unter diesen Haufen würde ich mich nicht gemischt haben . « »