trat jedoch , als der Kauf richtiggemacht werden sollte , von demselben wieder zurück . Von der Zeit an hatte kein Käufer sich mehr gemeldet . Das Erstaunen war nicht gering , als ein solcher endlich wieder auftrat , und zwar in der Person - Pavel Holubs . Ein Jahr war vergangen , seitdem er aus der Untersuchungshaft entlassen worden , und Tag für Tag hatte er sich , im Winter wie im Sommer , am frühen Morgen auf die Beine gemacht und war erst mit der sinkenden Nacht heimgekehrt . Nichts vermochte die Gleichförmigkeit seiner Lebensweise zu unterbrechen , nichts ihm eine Teilnahmsäußerung für die Vorgänge in der Außenwelt zu entlocken . Über die Heirat Peters und Vinskas , die ganz in der Stille begangen worden war und im Dorfe sogar den hartnäckigsten Schweigern soviel zu reden gegeben hatte , verlor er kein Wort . An dem Tag , wie an jedem andern , ging er nach Zbaro , wo er immer Arbeit fand , in der Sägemühle , in der Zuckerfabrik oder im Wald . Er verdiente viel und konnte am Ende der Woche seinen Lohn ungeschmälert in die Sparkasse unter der Diele im Zimmer Habrechts legen , da ihn dieser mit Kostgeld und Kleidung versorgte . Mit Wonne sah er das Wachsen seines Reichtums und hätte sich überhaupt ganz zufrieden gefühlt - unter zwei Bedingungen . Ein Wiedersehen mit seiner Schwester wäre die erste , Ruhe vor den Neckereien der Dorfjugend die zweite gewesen . Aber keine von beiden wurde erfüllt . Sooft er sich an der Klosterpforte einstellte , wurde er unerbittlich fortgewiesen , und so zeitig er auch nach Zbaro ging , immer fanden sich Buben und Mädel , die noch zeitiger aufgestanden waren , um ihm aufzulauern und ihm unter dem Türspalt hervor oder über die Hecke hinweg nachzurufen : » Giftmischer ! ... Bist doch ein Giftmischer ! « Pavel schwieg lange , klagte aber zuletzt voll Bitterkeit dem Lehrer seinen Verdruß . » Schau , schau « , erwiderte der , » jetzt ärgerst dich ? ... Wie lang ist ' s her , daß dir um nichts soviel zu tun war als um die schlechte Meinung der Leute ? « Der Bursche wurde rot : » Man kann am Ende genug davon kriegen « , meinte er , und Habrecht versetzte : » Das denk ich . Wenn sich einer Prügel geholt hat und im Anfang auch trotzt und sagt : Nur zu ! - endlich wird ' s ihm doch genug , und dann sagt er : Hört auf ! Aber just da packt diejenigen , die zuschlagen , erst die rechte Passion . Wie geht ' s denn mir und wie lange ist ' s denn bei mir her , daß ich gelacht habe , wenn die Leut gekommen sind und mich gebeten haben , ich soll machen , daß der Hagel ihr Feld oder der Blitz ihre Scheuer verschont ? Es hat mir geschmeichelt .. Oh , lieber Mensch ... und heute möchte ich jedem Esel um den Hals fallen , der nichts anderes von mir glaubt , als daß ich so dumm bin wie er selbst . « Im Wirtshaus berieten derweil die Bauern über den Verkauf der Sandgrube an Pavel . Anton der Schmied , um seine Meinung befragt , befürwortete die Sache . Auf ihn hatte die Schuldlosigkeitserklärung , die Pavel von Amts wegen ausgestellt worden , Eindruck gemacht und das Gutachten der Sachverständigen ihn in dem Zweifel befestigt , den er von Anfang her an der Leichtigkeit der Gifte gehegt . Sein Rat war : Man verkaufe dem Buben die Grube ; er hat Geld , er soll zahlen . Der Vorschlag ging durch . Pavel wurde mündig gesprochen und erwarb die Sandgrube zu hohem Preis , nachdem ihm begreiflich gemacht worden , daß die Gemeinde , welcher er ohnehin seit sieben Jahren im Beutel lag , am wenigsten ihm etwas schenken könne . Was ihn betraf , er fand seinen Besitz nicht zu teuer bezahlt . Ihm erschien eine Summe immer noch gering , die ein Wunder getan und ihm , dem Bettler , dem Gemeindekind , zu einem Eigentum verholfen hatte . Sein Gönner und er beschlossen den Tag , an dem der Kaufkontrakt unterschrieben worden war , auf das feierlichste . Habrecht zündete außer dem Lämpchen auch eine Kerze an , Pavel breitete seine Schätze vor sich aus , das Zeugnis vom Amte , den Kaufvertrag , den Rest seiner Ersparnisse und Miladas Beutelchen mit seinem noch unangetasteten Inhalt . Das Geld wurde gezählt und ein Überschlag der Kosten des Hausbaues gemacht . Um die Ziegel war keine Sorge , die sollte Pavel mit Erlaubnis des Lehrers auf dem Felde desselben schlagen , nach Ton brauchte man in der Gegend nicht weit zu suchen . Schwer hingegen ist das Holzwerk beizuschaffen , dazu reichen die vorhandenen Mittel nicht aus und können im günstigsten Fall vor dem nächsten Herbste kaum zusammengebracht werden . Zum Glück kommt der Dachstuhl zuletzt ; die nächsten Sorgen Pavels galten der Planierung seines Grundes und dem Aufbau seiner vier Mauern . Genug für den Anfang , genug für einen , der zur Bestellung seiner Angelegenheiten nur die Zeit hat , die ihm der Dienst bei fremden Bauten übrigläßt . Dies alles ausgemacht , und der Bursche holte Schreibmaterial herbei und verfaßte , schwer seufzend und unter größeren Anstrengungen , als das Fällen eines Baumes ihn gekostet hätte , folgenden Brief : » Milada , meine allerliebste Schwester ich bin dreimal bei dir gewesen aber die Klosterfrauen haben mir es nicht erlaubt der Herr Lehrer hat ihnen schon geschrieben . Milada ich hab die Sandgruben gekauft wo ich für mich und die Mutter das Haus bauen soll , bitte die Frau Baronin daß sie mich zu dir gehen laßt weil ich unschuldig bin und vom Gericht den Schein bekommen habe daß mir das Gericht nichts tun darf ich habe auch neue Kleider und möcht nicht mehr im Kloster