noch hinterher d ' Leut verspotten . « » Ich geb denen kein Anlaß dazu . Schriftlich oder mündlich , ich halt mein Wort . « » Du Himmelherrgottssakkermentslotter du ! « brüllte der Sternsteinhofbauer , mit der Faust in den Tisch schlagend . » Traust du dich , mir ins Gsicht z ' trutzen , mir ins Gsicht ? Wo du dasitz ' st und Wörtl für Wörtl zugebn mußt , daß mir nit um eins zviel bericht wordn is über dein gestrig Stückel ? ! « Der Bursche fuhr vom Stuhl empor und schrie dazwischen : » Dös is ' s erste nit , aber wann d ' dich dreinschickst , so könnt ' s wohl ' s letzte sein ! « » Daß ' s letzte sein wird , dafür laß nur mich sorgen , aber ' s Dreinschicken , das is dein Sach . Bisher hab ich dir allein Unbsonnenheiten und dumme Streich nachzsehen ghabt , gestert aber hast dich offen gegn mein Willn - gegn deins leiblichen Vaders Willen - aufglehnt ! Ich denk , du hast noch z ' wollen , wie ich will , und drum frag ich dich kurz und mein dir ' s gut : heiratst du seinzeit , dö ich dir bestimm , und gibst von heut alln Verkehr mit der Dirn da unten auf ? « » Dadrauf sag ich dir ebnso kurz , daß ich kein andere heirat und ' n Verkehr mit derer Dirn nit laß ! Verhalt mich dazu , wann d ' kannst ! Sperr mich ein , so brech ich dir aus . Tu , was d ' willst , so find ich mein Weg zu ihr und dort mein Bleiben . « Der Sternsteinhofbauer fuhr mit beiden Fäusten nach der Brust und schüttelte sich an der Jacke . Nachdem er eine Weile nach Atem gerungen , sagte er langsam und leise , doch dröhnte jedes Wort halblaut nach : » Merk dir ' s gut , was d ' mer gsagt hast : du nahmst kein andere und vom Verkehr mit derer Betteldirn vermöcht ich dich nit abzbringen ! « Toni nickte trotzig mit dem Kopfe . » Du hast mir damit « , fuhr der Alte fort , » ' n kindlichen Gehorsam aufkündt . Versteh mich wohl ! Es darf dich daher gar nit wundern , wann ich mein Hand von dir abzieh . Dadrauf mach dich nur gfaßt . « Er ging aus der Stube . Der Bursche blickte ihm verblüfft nach . Wie war das diesmal doch ganz anders gegen sonst alle Male , wo der Alte , wenn er ausgescholten hatte , begütigt davonging ? Freilich , die Sache war gewichtiger wie noch keine , und gleich , so auf das erste Wort hin , mochte der wohl nicht nachgeben ! Doch was er gesprochen , war sicher auch nicht sein letztes ! Bald , vielleicht morgen schon , kommt er wieder angerückt und dann so oft , bis er es müde werden wird . Da heißt ' s eben , sich mehrmal mit ihm herumbeißen , und heute , fürs erstemal , war es ja ganz gut abgelaufen . Ein blinder Schuß mag Spatzen und Diebe scheuchen und ein leeres Drohen Kinder und Narren ! Toni eilte hinab nach Zwischenbühel . Er hielt den Kopf hoch , als er rasch an den Hütten vorüberschritt , und wenn er merkte , daß er beobachtet wurde , so sah er mit herausfordernden Blicken hinter sich . Als er in der Zinshoferschen Hütte die Dirne , die auf seinem Schoße saß , in den Armen hielt , da vergaß er ganz , warum er eigentlich gekommen , und erst auf die Nachfrage Helenens erzählte er , was vorgefallen war ; da die beiden Frauenzimmer doch etwas ängstlich dareinsahen , so beruhigte er sie , es stünde ja alles ganz gut , würde nur immer besser werden , anders könne er es selber nicht sagen . Während er unten im Dorfe saß , fand sich der Käsbiermartel oben auf dem Sternsteinhofe ein . » Ich komm , mich über dein Bubn beklagen « , war sein erstes Wort , als er den Bauer erblickte . » Ich weiß eh alles « , murrte der . » Wann d ' eh alles weißt « , fuhr der Käsbiermartel fort , » so weißt auch , daß ' s hitzt mit unserer Verschwiegerung nix mehr sein kann . « » Warum nit ? « brauste der Sternsteinhofbauer auf . » Ist dir mein Bub etwa mit einmal z ' schlecht oder dein Dirn zu rar ? ! « Der Käsbiermartel sah ihn groß an , dann sprach er langsam , die verkniffenen Lippen mehr als sonst bewegend , als spräche er Brocken , die er vorher noch ein wenig glätten wolle : » Wann d ' mer so kommst , dann , frei hraus , ja ! « » Käsbiermartel ! « » Sternsteinhofer ! Was willst ? Is mer gleich dein Bub z ' schlecht , so bleibst doch du mir recht . Davon is der Beweis , daß ich heut schon da bin . D ' Verschwiegerung aufsagn hätt Zeit ghabt ; das geht mir nit gar so nah , wie ich auch siech , daß ' s dir nit nahgeht . Aber wann d ' dein Sohn von d ' Soldaten freikriegen willst , so wär jetzt d ' höchst Zeit , daß ich geh a gut Wort einlegn und du ... « Er machte eine allgemein verständliche Bewegung mit Daumen und Zeigefinger . » Spar du dir d ' guten Wort , ich spar ' s andere . « » Was meinst ? « » Daß ich mich für dein Freundlichkeit bedank , aber kein Gebrauch davon mach . « » Aber dann nehmen s ' dir ' n heilig . « » Solln s ' ' n. « » So redst hitzt , hintnach aber reut ' s