. « Ben schwieg , und zauderte nach dieser Antwort einen Augenblick . Die Versammlung schwieg auch . Da sagte Bolemil : » Fragt weiter ! « Ben fragte : » Und wenn du hier verweilen darfst , Witiko , wirst du auch reden wollen ? « » Das hätte ich nicht getan , wenn die Frage auch nicht an mich gerichtet worden wäre « , entgegnete Witiko , » ich bin nicht einer der Versammlung , und meine Bitte ging um das Hören , nicht um das Sprechen . « » Ich frage nicht weiter « , entgegnete Ben . Er ging wieder zu seinem Sitze . Da er sich niedergelassen hatte , entstand wieder wie bei dem Eintritte Witikos das Brausen der Gespräche , da die Nachbarn oder solche , die sich sonst nahe waren , miteinander über die Sache redeten . Da dieses einige Zeit gedauert hatte , wurde mit der Glocke das Zeichen gegeben , und da es ruhiger geworden war , stand der Bischof Zdik auf , und rief : » Es ist nun an der Reihe , daß die Beratschlagungen folgen , was mit dem Boten geschehen soll . « Ben erhob sich , und rief : » Der erste von denen , die zur Rede vorgemerkt sind , ist Zdik der hochehrwürdige Bischof von Olmütz . « Da er sich gesetzt hatte , trat der Bischof Zdik ein wenig gegen den freien Raum vor , wendete sich gegen die Versammlung , und sprach : » Liebe Getreue Einsichtige ! In der heutigen sehr bedeutungsvollen Versammlung ist ein Zwischenfall gekommen , von dem es besser gewesen wäre , wenn er nicht gekommen wäre . Weil er aber da ist , will ich nach meiner geringen Einsicht und meinem guten Willen eine Entscheidung vorschlagen , die ihr annehmen oder verwerfen mögt . Lasset mich zuerst von dem reden , was uns erfreut . Unser Herzog Sobeslaw wurde von dem böhmischen Volke bedauert , da er als ein lieblicher Knabe mit seinem ältern Bruder Boriwoy entfliehen mußte , er wurde von dem böhmischen Volke geliebt , da er in seiner Jugend als ein schöner Ritter kämpfte , fehlte , und seine Fehler wieder verbesserte , das böhmische Volk war hoch erfreut , als er sich mit seinem Bruder dem edelherzigen Wladislaw auf dessen Sterbebette versöhnte , er wurde anerkannt , da er nach dessen Tode den Fürstenstuhl bestieg , und ihr alle habt mit ihm gekämpft , und ihm bei Chlumec siegen geholfen , als ihm der schwarze Otto mit Hilfe des deutschen Königs Lothar den Herzogstuhl streitig machen wollte . Als die Verschwörung des Miroslaw und Strezimir gegen das Leben Sobeslaws entdeckt wurde , und er nach Prag zurückkehrte , ist er mit Glockengeläute grünen Zweigen und Jubel empfangen worden , und da die Gefahr vorüber war , sind in dem Volke Gesänge und Tänze gewesen . Der Herzog Sobeslaw hat mit allen mächtigen Fürsten Frieden gemacht , und Freundschaft geschlossen , er hat die Lasten des Volkes erleichtert , er hat die Ämter gut eingerichtet , er hat Vesten gebaut , er hat steinerne Häuser in Prag errichtet , er hat dieses Haus , in dessen Mauern wir jetzt beraten , so schön hergestellt , wie es nie gewesen ist , er hat mäßig gelebt , in seinen Becher ist kein berauschendes Getränke mehr gekommen , er hat einen Schatz für den Nachfolger gesammelt , und war jetzt begriffen , die Grenze gegen Polen , woher Gefahr kommen kann , zu schützen . Wir sind ihm Dank und Ehrerbietung schuldig , laßt uns dies erweisen , daß wir den Zwischenfall mit Dank und Gerechtigkeit lösen , wie er nur zu lösen ist . Ich muß nun auch von Traurigem reden . Der erlauchte Herzog Sobeslaw ist krank geworden , der Arzt sagt , er werde in kurzer Frist scheiden , er hat nicht mehr seinen Sohn , den bestimmten Nachfolger , zur Reife erziehen können , daß derselbe die Länder sicher in die Hand nehmen , und führen könne . Wir sind ihm Mitleid schuldig , lasset uns den Zwischenfall mit Mitleid lösen , wie er nur zu lösen ist . Wegen des Herzogs Sobeslaw ist ein junger Mann gekommen . Der Herzog kann einen Lechen oder einen andern gehörigen Boten nicht an diese Versammlung schicken , weil er sie nicht zusammenberufen hat , er kann nicht warten , bis ihm einer der Herren des Reiches die Nachricht bringt , weil ihn die Zeit drängt , und weil er auch die Sache erst erfahren würde , wenn sie längst vorüber ist . Der junge Reiter sollte ergründen , was geschehe , und es dem Herzog melden . Der Herzog hat großmütig gesagt , er wolle bloß wissen , was geschehe , und werde dann sterben , der junge Reiter hat großmütig , ohne hinterlistig zu forschen , sich vor uns gestellt , daß wir ihn unsere Beschlüsse anhören lassen . Laßt uns also auch den Zwischenfall mit Großmut lösen , wie er nur immer zu lösen ist . Der Herzog hat einen Jüngling gesendet , welcher beinahe noch ein Knabe ist , weil er an seine Ehrlichkeit glaubt , er mißtraut allen Nachrichten , die ihm auf anderen Wegen über uns zukommen , und er mißtraut unsern Versammlungen . Es ist an uns , dem Herzoge zu zeigen , daß wir gegen ihn nichts Böses im Sinne haben , sondern , daß wir in dieser drangsalsvollen Zeit , in welcher er uns entrissen werden soll , zusammen gekommen sind , um zu helfen , daß das Heil des Landes nicht erschüttert werde oder verloren gehe . Der Herzog selber , wenn er gegenwärtig sein könnte , müßte denken wie wir , da er seinen Sohn und Nachfolger nicht mehr heranbilden konnte , und selber der künftige Herzog , wenn einer aus dieser Versammlung hervorgeht , könnte nicht wollen , daß er aus Nacht und Geheimnis sondern offenkundig und gerecht zu seiner Würde empor steigt