, an allem sollte er schuldig sein . Stini fluchte , daß er es habe ins Loch sprengen helfen , und Ürsi , daß er ihm Stini angereiset , und wenn der Meister nicht aus Angst vor den nach und nach sich nähernden Nachbarn die beiden Unholdinnen ins Haus gewiesen hätte allen Ernstes , so hätte Uli mit ihrem Zorn noch härter zu kämpfen gehabt als mit ihrer Liebe . Wie die beiden Liebhaberinnen ausgesehen , wie sie zusammen ins Gaden gekommen und dann endlich auch ins Bett , das muß ich der Einbildungskraft meiner Leser über , lassen . Nur das kann ich sagen , daß ihr Anblick Uli wirklich über den Magen kam und er von Stund an von Beiden genug hatte . Sie fühlten es Beide auch selbst , daß das Ding ein Ende haben müsse , und erneuerten nur sehr schwach ihre Versuche . Stini tröstete sich damit , das verfluchte Mönsch überkömm ihn emel auch nicht , und Ürsi faßte sich , im Vertrauen , es gebe noch Andere als Uli und wenn ein schönes Meitschi einen Mann wolle , so brauche es nur den kleinen Finger zum Fenster hinauszustrecken , so hingen ihm zehn daran ; einen jedern nehme es aber auch nicht , es sei nicht gewachsen , für an einem Orte der Schuhwisch zu sein . Aber ganz war Uli die Lust zum Weiben noch nicht vergangen ; es dünkte ihn noch immer , es wäre jetzt Zeit und er hätte nichts mehr zu versäumen . Zehntes Kapitel Wie Uli um eine Kuh handelt und fast eine Frau gekriegt hätte Einmal , und damals war es heiß hatte er eine Kuh zu Markt geführt . Der Meister hatte ihm gesagt , wieviel er lösen solle ; was er darüberaus ermärte , das könne er behalten , aber er solle sich dabei wohl in acht nehmen , daß er nicht zwischen Stühle und Bänke komme und am Ende die Kuh heimbringen müsse . Es sei schon Manchem so gegangen , daß er den Preis hätte lösen können , aber zu hoch gespannt und zuletzt keinen Käufer mehr gefunden habe . Uli hatte beim Mästen dieser Kuh sich viele Mühe gegeben und ging gespannter Erwartungen voll auf den Markt . Kann ich wohl zwanzig , kann ich vierzig Batzen herausschlagen , oder muß ich mit gar nichts vorliebnehmen ? , das ging ihm beständig rundum im Kopfe . Schon weit vor der Stadt paßten Leute auf , schrien ihn an : » Junge , wie teuer das Kuhli ? « Sie griffen mit ihren Händen um die Kuh herum , führten alle Griffe aus , und die Haut sei gar dünn , sagten sie , und Unschlitt nicht viel mehr , als für einem Kind die Schühli zu salben . Sie führten die Kuh aus , daß Uli bald dreingeschlagen hätte . Dann kamen Andere und fingen an zu loben so halb und halb : Man müsse sie dieses Jahr nehmen , wie man sie finde ; es seien Häufen Kühe feil , aber das sei noch keine von den schlechtesten ; das Mästen gehe etwas hart bei grauem Heu . Fast wie Brämen das Vieh beim Eintritt in einen Wald empfangen , wurde Uli und seine Kuh von Leuten umsumst , die ausführten , rühmten , bald die Kuh , bald ihn , und verlangten , er solle sie schätzen , er solle doch sagen , was er fordern dürfe für so ein Rämpeli . Uli begann zu ahnden , daß die Ware besonders bsüchig sei , daß er einen Schnitt machen könne . Er forderte fünf Neutaler mehr , als der Meister ihm gesagt hatte . Nun erhob sich ein Gebrüll gegen ihn , wie wenn er in eine Wespern geguselt , und akkurat so fuhren die Menschen von ihm weg . Indessen bemerkte er doch , daß ihn Einige nicht aus den Augen ließen und sich den Ort merkten , wo er auf dem Märit sich und seine Kuh stellte . Einen Bekannten , der vorbeiging , rief er herbei , um die Kuh ihm einen Augenblick zu halten , und durchstrich flüchtig den Markt , um zu hören , was Kauf und Lauf sei . Er sah zu seiner Freude , daß seine Ahnung ihn nicht betrogen und heute etwas für ihn zu machen sei . Als er zurückkam , fand er seinen Stellvertreter in großer Verlegenheit : es waren Käufer da , wollten den Preis wissen , und er kannte ihn nicht . Alsobald kam Uli in Handel . Er blieb bei seiner Forderung ; man bot , man märtete , man ging weg , aber er merkte , daß die meisten der Bietenden die Kuh im Auge behielten , daß man ungern aus dem Märit ging und einen Andern dazuließ ; er kam zur Einsicht , daß er um eine Dublone Gewinn verkaufen könne , und er tat es endlich auch , fürchtend , durch zu langes Hinhalten möchte er endlich um alle Käufer kommen . Es verzögerte sich , bis er das Geld in Empfang genommen , und es brannte eben die heißeste Nachmittagssonne , als er heimging . Er war noch nicht weit außerhalb der Stadt , als er ein großes Weibsbild mit vier kleinen Schweinen sich herumtreiben sah . Diese wollten nicht parieren , und alle Fünfe lechzten und schnupeten zum Erbarmen . Er erkannte die Tochter eines ihrer Nachbarn , die fast atemlos und erschöpft ihn dr tusig Gottswille bat , er möchte ihr beistehen , sie bringe sonst die Donners Ketzern nicht lebendig heim . Uli half mit etwas mehr Ruhe , als das Mädchen gehabt , und bald brachten sie auch die Schweinchen in einen ruhigen Gang . Denn wie die Tiere tun , hängt meist von ihren Treibern ab . Es ließe sich da ein merkwürdig Kapitel für Eltern und Regenten anknüpfen . Doch diesmal haben wir nicht Zeit , uns mit ihnen abzugeben ; wir müssen jetzt erzählen , wie