baldigst Gebrauch zu machen , « erwiderte der Baron . » Sie suchen den Polizeipräsidenten ? « » Soll ich vielleicht bei dem für Sie sprechen ? « fragte lachend Seine Durchlaucht . » Apropos , ist denn wirklich wahr , was Madame uns vorhin gesagt ? « Der Baron zuckte die Achseln und warf leicht hin : » Man kann sich nie genug in Acht nehmen . - Aber wenn ich mir eine Frage erlauben dürfte : was suchen Sie bei der Polizei , gnädigster Herr ? « » Haben Sie denn noch nicht von der skandalösen Geschichte gehört ? « » Von welcher ? « fragte so unbefangen wie möglich der Baron . » Nun , mit der Baronin W. Der ganze Hof , die Gesellschaft sind empört darüber . Ich suche den Präsidenten im Namen Ihrer Majestät . « » Sie sehen mich ganz erstaunt ; ich weiß von nichts . « » Sie wissen so gut wie ich , daß der alte General beständige Differenzen mit seiner Frau hatte . Der Währwolf ! Eine so schöne , liebenswürdige Frau ! Weiß der Teufel , was sie für eine Geschichte gehabt hat , denn unter uns gesagt : in dem Punkt ist es nicht ganz richtig . Genug , da ist ein Haus in der Schilderstraße , das hat sie zuweilen incognito besucht . Nun hat aber auch - weßhalb weiß ich noch nicht - die Polizei auf eben dies Haus ein Auge . Denken Sie , Baron , man besetzt das Haus mit dem Befehl , Alles was sich dort befände , festzuhalten und arretirt zu gleicher Zeit die unglückliche Frau , die sich zufälligerweise in einem Zimmer des ersten Stocks befindet - « » Man arretirt sie ? « rief der Andere erschreckt . » Das heißt , man verbietet ihr bis auf Weiteres , das Haus zu verlassen . Nun mag der Teufel wissen , weßhalb zu gleicher Zeit die alte Excellenz von der Geschichte gehört hat . Genug , der General schlägt einen unerhörten Skandal auf und bringt die Sache direkt vor Seine Majestät . « » Das ist ja eine furchtbare Geschichte ! - Und was soll der Polizeipräsident thun ? « » Einfach der armen Frau gestatten , daß sie das Haus verläßt . « » Und wem gehört das Haus ? « » Das wissen die Götter . Es soll sehr elegant möblirt sein . Entre nous , die Sache hat schon ihren Haken . Aber Sie , der hinter Alles kommt , sollten das auch ergründen . Nicht wahr ? « » Wenn man mir den Auftrag dazu gäbe , « entgegnete ruhig der Baron . » Nun , den gibt man Ihnen mit tausend Freuden , « sagte eifrig Seine Durchlaucht . » Aber wer , gnädigster Herr ? « » Nun , meinetwegen Ihre Majestät ; ich will das verantworten . « » Meinen tiefsten Respekt vor Ihrer Majestät , « meinte lächelnd der Baron , » aber um jetzt da ' was vorzunehmen , müßte man einen Befehl des Präsidenten haben , mit der Gefangenen verkehren zu dürfen . « » Den würde Ihnen der künftige Schwiegerpapa gewiß nicht abschlagen . « » Scherz bei Seite , gnädiger Herr ! Da kann ich nichts machen . Aber wenn Sie im Auftrage Ihrer Majestät dem Präsidenten scharf zu Leibe gehen , so wird es Ihnen leicht , ihm einen Befehl auszupressen , der mir erlaubt , das Haus in der Schilderstraße zu besuchen . « » Und darf ich Sie ihm nennen . « » Versteht sich von selbst ; machen Sie von meinem Namen jeden beliebigen Gebrauch . « Diese Unterredung hatten beide Herren im Durchschreiten der langen Gallerie gehalten , waren aber dabei jeden Augenblick stehen geblieben und hatten jetzt das Ende derselben erreicht . In dem Moment , als sie dieselbe verlassen wollten , fast unter der Ausgangsthüre , stießen sie auf den Grafen Fohrbach , der am Arme des Herrn von Steinfeld eilig eintrat . Beim Anblick des Herzogs und des Barons trat der Graf mit einem seltsamen Ausdruck im Gesichte auf die Seite und schien einige Sekunden unschlüssig , ob er näher treten oder sich entfernen solle . Augenscheinlich hatte der Graf den Herrn von Brand aufgesucht , hielt es aber bei der Anwesenheit Seiner Durchlaucht nicht für geeignet ihn anzureden . Letzterer lächelte auf eine eigenthümliche Art - es war das ein Lächeln , welches eine tiefe Röthe auf dem Gesichte des Adjutanten hervorrief , was übrigens der Baron , der sich hastig von dem Arme des Herzogs losgemacht hatte , nicht zu bemerken schien . Wie von einer plötzlichen , sehr wichtigen Idee getrieben , trat er auf den Herrn von Steinfeld zu , der aber befremdet einen halben Schritt zurücktrat . Es war diese Begegnung übrigens für alle vier ein peinlicher Moment , welchem der Herzog dadurch entging , daß er eine leichte Verbeugung machte und seinem Begleiter sagte : » Erwarten Sie mich in der Nähe , Baron , ich hoffe Ihnen das bewußte Papier sogleich zu überbringen . « Graf Fohrbach blickte dem Herzog nach , bis derselbe im Nebenzimmer verschwunden war . Dann wandte er sich an den Baron , der wohl vorhersehend , was jetzt kommen würde , ruhig stehen geblieben war . » Wir haben Sie aufgesucht , Herr von Brand , « sagte der Adjutant nach einer Pause in einem Tone , dem man deutlich anhörte , daß sich der Sprecher zwang , ihn so ruhig als möglich zu halten . » Beide Herren haben mich aufgesucht ? « erwiderte der Baron auf die verbindlichste Art von der Welt . » Also führt Sie eine gemeinsame Angelegenheit zu mir ? Und es trifft sich das für mich sehr angenehm , denn ich war ebenfalls im Begriff , beide Herren aufzusuchen . - Gewiß , Graf Fohrbach ; beide Herren . « Die Haltung , welche der Baron bei den letzten Worten angenommen hatte