Schreiber neues chinesisches Papier und erläutern die Vorzüge desselben . Osman ist entzückt , er wird immer erregter und setzt dabei den Chinesen auseinander , wie wichtig für den gesamten Buchhandel die Herstellung eines billigeren Papiers sei - er brauche zu viel Papier ! Man plaudert auch über die Vorzüge und Mängel der » Rollenform « , in der die Bücher herausgegeben werden . Der eine Chinese ist der Meinung , daß man die langen Papierstreifen auch kneifen und in eine » Lattenform « bringen könnte - diese Bücher in » Lattenform « würden sogar handlicher sein . Und dann zeigen die Chinesen dem arabischen Schreiber ein paar bunte Zeichnungen , die sie aus ihrer Heimat mitbrachten - Drachen , Tempel , krause Wolken und viele Krieger mit großen Schwertern und buschigen Augenbrauen . Die beiden chinesischen Kaufleute wirken in ihren ruhigen bedächtigen Bewegungen so angenehm auf den dicken bequemen Osman , daß der die chinesischen Zeichnungen für drei recht schwere Goldstücke ankauft . Außerdem erklärt er den fremden Herren mit den schief geschlitzten Augen , daß er sie gerne öfters sprechen würde , lädt sie ein , erzählt vom Bunde der lauteren Brüder , vom Chalifen und von den » dünneren « Papierarten - von diesen letzteren bestellt er gleich eine ganze große Kiste , denn er weiß , daß die Chinesen , die auf Dschunken nach Bagdad kommen , viel billiger das Papier liefern können als die Perser , die das Papier auf dem Landwege über Indien beziehen . Osman bemerkt garnicht , daß die Chinesen Eile zu haben scheinen , er erzählt ihnen noch so viel von den neuen Lederkapseln , in denen die besten seiner Bücher aufbewahrt werden , zeigt ihnen noch so viele neue Bücher über Sternkunde , über Alaun , Vitriol , Salmiak und andre Stoffe , daß den gelben Herren ganz schwindlig wird . Mit größter Hochachtung vor der Bildung der Araber entfernen sich die beiden Herren mit den schief geschlitzten Augen - höflich sagen sie noch dem überaus liebenswürdigen Schreiber , daß sie beim Chalifen von Peking nie so huldvoll aufgenommen seien wie beim größten Schreiber von Bagdad . Wie die gelben Chinesen weg sind , fängt der dicke Osman an , ganz ernsthaft über die Zukunft des Papiers nachzudenken . Währenddem schreiben im großen Schreibersaale Osmans Schreiber mit verdoppelter Sorgfalt - denn Jakuby , Kodama und Safur sehen ihnen zu . Weit über dreißig Schreiber beschäftigt der dicke Osman . Sie schreiben mit langen feinen Haarpinseln auf vortrefflichem Baumwollpapier . Sie tauchen die Pinsel immer sehr vorsichtig in kleine weiße Kruken , in denen sich dünnflüssige chinesische Tusche befindet . Osmans Bücher sind sämtlich mit köstlicher Sorgfalt geschrieben . Die Buchstaben verbinden sich in geschmackvollster Art - mit feinen Schnörkeln . Die Schreiber sind die reinen Künstler - sie malen mehr , als sie schreiben . Das wissen sie , sie sind drum auch ganz gehörig stolz und sehr sauber gekleidet - fast so sauber wie Osman , der in seinen braunen baumwollenen Beinkleidern und mit seinem braunen baumwollenen Jäckchen und mit seinem weißen Leinenzeuge auf der Brust und auf dem Kopf so fein wirkt wie ein schön geschriebenes Buch ... In Osmans Hause herrscht musterhafte Sauberkeit , auf keinem der vielen Bücher ist ein Stäubchen zu sehen . Und Niemand staunt über diese musterhafte Reinlichkeit so wie Safur - der ist nahe daran , im Reinemachen den Zweck des ganzen Lebens zu sehen . Safurs Stimmung wird bei Osman immer saubrer . Kodama sieht unter seinem gelben Turban aufmerksam einem jüngeren Schreiber auf die Finger . Jakuby hat seinen lila farbigen Turban abgenommen und streichelt seinen glatt rasierten braunen Schädel mit der linken Hand - der Schädel sieht auch riesig sauber aus . Im Schreibersaal ist es sehr ruhig . Lauter gehts im Hofraum zu , der auf allen vier Seiten von verdeckten Wandelgängen eingerahmt wird , die auf der Mauerseite in hohen Spinden unzählig viele Bücherrollen zeigen . Die Spinde sind in verschieden große Fächer geteilt . Nach dem Hofraum zu , dessen Boden ganz mit bunten Fliesen bedeckt ist - in deren Mitte ein kleiner Springbrunnen plätschert - sind die Wandelgänge offen . Ein paar leichte geschnitzte Holzsäulen dienen den Dächern als Stütze . Neben der einen Holzsäule , an ders schattig ist , auf einem Teppich sitzt Abu Hischam und spielt wieder mit seiner armenischen Pelzmütze . Der junge Geograph Hamadany und der junge Geschichtsschreiber Abu Hanifa - Beide mit weißen Turbanen auf dem Kopf - und mit schwarzseidenen Kaftanen bekleidet - sitzen dem Philosophen gegenüber . Der junge Abu Hanifa hat » Die Geschichte des Chalifen Motawakkil « von Baladory , der vor einigen Wochen starb , auf dem Schoße und verbreitet sich eingehend über die Vorzüge des alten Baladory , der als Historiker jedenfalls die erste Stelle in Bagdad einnahm . Aus Abu Hanifas wohlgesetzter Rede geht deutlich hervor , daß er jetzt der erste Historiker Bagdads werden möchte - er will auch über die Chalifen schreiben - aber über alle - und dabei durchblicken lassen , daß eigentlich alle Abbassiden - mit Ausnahme Mamuns - nicht ganz bei Verstande waren , sodaß man sich über den blödsinnigen Mutadid garnicht zu wundern brauche . Die Rede findet bei Abu Hischam sehr viel Anklang , er unterbricht sie mit den derbsten Witzen - der Chalif hätte den Philosophen sofort köpfen lassen , wenn er ihn hätte reden hören . Doch Hamadany setzt dann etwas auseinander , das dem Philosophen mit der Pelzmütze weniger behagt . Hamadany hat ein Buch von Abu Hodail Hallâf auf dem Schoß und beweist dem Abu Hischam , indem er verschiedene Stellen wörtlich vorliest , daß Abu Hodail Hallâf vor fünfzig oder sechzig Jahren bereits alles das geschrieben hat , was Abu Hischam in seinem Buch » Der Zweifler « vor drei oder vier Jahren schrieb . Der Philosoph wird daher sehr wütend . Aber Hamadany ist unerbittlich in seiner Beweisführung . Die Unterhaltung wird natürlich sehr laut geführt . Hamadany läßt