seltsame Frag , warumb Käthe Berowschen ihr klein Ferkelken verrecket ? R. Allerdings , sie verwundre sich , was man ihr zur Last lege . Q. Also hätte sie dieses auch nit behexet ? R. Nein , da sei Gott vor . Q. Warumb sie denn aber der alten Käthen wenn sie unschuldig wär , ein Ferkelken wieder versprochen , wenn ihre Sau werfen würd ? R. Das hätte sie aus gutem Herzen gethan . Hiebei aber hube sie an , fast heftig zu weinen und sagte : sie sehe wohl , daß sie dieses Alles der alten Lise Kolken verdanke , welche ihr oftmalen gedrohet , wenn sie ihr Unbegehren nicht hätte erfüllen wöllen , denn sie verlange Allens , was ihren Augen fürkäme zu eim Geschenk . Selbige wär auch zu den Leuten gangen , als das Vieh im Dorf bezaubert gewest , und hätte ihnen zugeredet , daß , wenn nur eine reine Jungfer dem Vieh ein Paar Haare aus dem Schwanz griffe , es mit selbigem besser werden würde . So habe sie sich denn erbarmet und wäre hingangen , weilen sie sich eine reine Jungfer gefühlet , und hätt es auch etzliche Male geholfen , letzlich aber nicht mehr . Q. Weme es denn geholfen ? R. Zabels rother Kuh , item Witthanschen ihrem Schwein , auch der alten Lisen ihrer eignen Kuh . Q. Warumb es denn nachmalen nit mehr geholfen ? R. Das wisse sie nit , vermeine aber , wiewohl sie Niemand nit beschweren wölle , daß die alte Lise Kolkenso lange Jahre im gemeinen Geschrei als Hexe gewest , dieses alles angerichtet und unter ihrem Namen das Vieh bezaubert und auch wieder ungebötet , wie ihr geliebet , blos umb sie in das Elend zu stürzen . Q. Warumb die alte Lise denn auch ihre eigene Kuh bezaubert , item ihr eigen Ferkelken verrecken lassen , wenn sie den Rumor im Dorf gemacht und wirklich böten könne R. Das wisse sie nicht ; es möchte wohl einer sein , ( wobei sie den Amtshaubtmann ansahe ) der ihr allens doppelt erstatte . Q. Sie suche vergebens die Schuld von sich zu wenden , denn ob sie auch nicht dem alten Paasschen , ja ihrem eignen Vater die Saat bezaubert , und durch den Teufel umbstürzen lassen , item die Raupen in ihres Vaters Baumgarten gemacht ? R. Die Frage wäre bald so ungeheuer , denn die That . Da säße ihr Vater , Se . Edlen müge ihne selbsten fragen , ob sie sich jemals als ein ruchlos Kind gegen ihn gezeiget . Hier wollte ich aufstehen und das Wort nehmen , aber Dn . Consul ließ mich nit zu Worte kommen , sondern fuhr fort zu examiniren , weshalben ich verstürzet stille schwieg . Q. Ob sie denn auch leugne , daß sie daran Schuld gewest , daß die Witthahnsche einen Teufelsspök zur Welt gebracht , so gleich sich aufgenommen und durchs Fenster gefahren , auch nachhero als die Wehemutter nachgesehen , verschwunden gewesen . R. Jawohl , sie hätte eher denen Leuten Gutes gethan ihr Lebelang , denn ihnen geschadet , und sich oft selbsten in der grausamen Hungersnoth den Bissen vom Munde wegkgezogen , und ihn Andern , insonderheit den kleinen Kindleins abgetheilet . Solches müge ihr auf Befragen die ganze Gemeind bezeugen . Da nun aber die Zauberer und Hexen den Menschen Böses und nicht Gutes thäten , wie unser Herr Jesus Matth . am 12ten lehre , allwo die Pharisäer ihn auch gelästert , daß er durch Beelzebub die Teufel austriebe ; so möge Se . Edlen sich abnehmen , ob sie in Wahrheit eine Hexe sein könne . Q. Er werde ihr die Gotteslästerungen alsbald zeigen ; er sähe schondaß sie ein groß Maul hätte , und sölle sie nur antworten , auf was sie gefraget würd . Denn es käme nit darauf an , was sie denen Armen für Gutes gethan , sondern womit solches beschehen . Möchte dahero anzeigen , wie sie benebst ihrem Vater plötzlich zu solchem Reichthumb gelanget , daß sie in seidinen Kleidern einherstolzire , da sie vorhero doch ganz arm gewest ? Hiebei schauete sie auf mich und sprach : Vater soll ichs sagen ? worauf ich antwurtete : ja mein Töchterlein , jetzunder mußt du alles fein aufrichtig sagen , wenn wir dadurch auch wieder blutarme Leut würden . Sie bezeugete also wie sie zuerst in unserer großen Noth den Birnstein gefunden , und was für ein Gewinn uns daraus herfürgegangen durch die beiden holländischen Kaufleut . Q. Wie diese Kaufleut geheißen ? R. Dieterich von Pehnen und Jakob Kiekebusch , wären aber , wie wir durch einen Schiffer in Erfahrung gezogen in Stettin an der Pest verstorben . Q. Warumb wir solchen Fund verschwiegen ? R. Aus Furcht für unserm Feind , dem Amtshaubtmann , so dem Anschein nach uns zum Hungerstode verdammet , indeme er der Gemeind verboten , uns nichts mehr bei harter Pön zu verabreichen , und wölle er ihr schon einen bessern Priester zuweisen . Hierauf sahe Dn . Consul wieder den Amtshaubtmann scharf ins Angesicht , welcher zur Antwort gab : daß er solches in alleweg gesaget , angesehen der Priester ihn fast abscheulich abgekanzelt , daß er aber auch gar wohl gewußt , es sei noch weit mit ihm vom Hungerstod . Q. Woher so viel Birnstein in den Streckelberg käm ? Sie sölle nur gestehn , daß ihr der Teufel solchen zugetragen . R. Davon wisse sie nichts . Doch hätte es alldorten eine große Ader von Birnstein , wie sie männiglich noch heute zeigen könnte , und hätte sie ihn daraus gebrochen , das Loch aber wieder mit tännin Zweigen wohl verwahret , daß man es nit finden müge . Q. Wann sie in den Berg gangen wäre , des Tags oder des Nachts ? Hierauf verfärbete sie sich und hielt einen Augenblick inne , gab aber alsobald zur Antwort : daß solches bald des Tages bald in der