. Und wie die Tradition im Dorfe Nahmitz das Haus bezeichnet , so bezeichnet sie auch in dem schönen Eichenwalde zwischen Nahmitz und Lehnin die Stelle , wo der Baum stand , unter dem die Untat geschah . Der Stumpf war jahrhundertelang zu sehen ; daneben lag der abgehauene Stamm , über den keine Verwesung kam und den niemand berühren mochte , weder der Förster , noch die ärmsten Dorfleute , die Reisig im Walde suchten . Der Baum lag da wie ein herrenloses Eigentum , sicher durch die Scheu , die er einflößte . Erst im vorigen Jahrhundert kam ein Müller , der lud den Stamm auf und sagte zu den Umstehenden : » Wind und Teufel mahlen gut . « Aus dem Stamm aber ließ er eine neue Mühlenwelle machen und setzte die vier Flügel daran . Es schien auch alles nach Wunsch gehen zu sollen , und die Mühle drehte sich lustig im Winde , aber der Wind wurde immer stärker , und in der Nacht , als der Müller fest schlief , schlugen plötzlich die hellen Flammen auf . Die Mühlwelle , in immer rascherem Drehen , hatte Feuer an sich selber gelegt , und alles brannte nieder . » Wind und Teufel mahlen gut « , raunten sich anderen Tags die Leute zu . Abt Hermann von 1335 bis 1342 Abt Sibold wurde etwa um 1190 oder etwas später von den umwohnenden Wenden ermordet . Die Urkunden erwähnen dieses Mordes nicht , wie denn überhaupt die ziemlich zahlreichen Pergamente aus der askanischen Epoche lediglich Schenkungsurkunden sind . Es vergehen beinah anderthalbhundert Jahre , bevor wieder ein Lehniner Abt mit mehr als seinem bloßen Namen vor uns hintritt . Dieser Abt ist Hermann von Pritzwalk . Zwei Urkunden von 1335 und 1337 erwähnen seiner ; erst eine dritte indes , vom Jahre 1339 , gibt uns ein bestimmtes Bild des Mannes , freilich kein schmeichelhaftes . Wie weit wir dieser Schilderung zu trauen haben , das wollen wir nach Mitteilung des Hauptinhaltes der Urkunde , die sich als ein Erlaß des Papstes Benedikts XII. an die Äbte von Kolbatz , Stolp und Neukampen gibt , festzustellen suchen . Dieser Urkunde nach , die also nichts anders ist , als ein päpstliches Schreiben ( Breve ) , erschien der Mönch Dietrich von Ruppin , ein Mitglied des Lehniner Klosters , im Jahre 1339 vor Papst Benedikt XII. in Avignon und teilte demselben in Gegenwart des Konsistoriums mit , daß durch » Anschürung des alten Feindes des Menschengeschlechts « seit etwa fünfzehn Jahren im Kloster Lehnin eine Trennung und Scheidung der Mönche stattgefunden habe , dergestalt , daß die mächtigere Partei , die sich die Loburgsche nenne , einen Terrorismus gegen die schwächere übe und dieselbe weder zu Wort , noch am wenigsten zu ihrem Rechte kommen lasse . An der Spitze dieser stärkeren Partei ( der Loburgschen ) hätten , bei Bildung derselben , die drei Mönche Theodorich von Harstorp , Nikolaus von Lützow und Hermann von Pritzwalk gestanden , die denn auch , durch ihre und ihrer Partei Übergriffe und Machinationen , ohne den kanonisch festgestellten Wahlmodus irgendwie innezuhalten , sich nacheinander zu Äbten des Klosters aufgeworfen hätten . Unter der Regierung dieser drei Eindringlingsäbte seien alsdann , von den Anhängern der Loburgschen Partei , sowohl innerhalb wie außerhalb des Klosters , die größten Verbrechen begangen worden . So sei unter andern ein Adliger aus der Nachbarschaft , mit Namen Falko , der zur Zeit des Abtes Nikolaus von Lützow im Kloster ein Nachtlager bezogen habe , von verschiedenen Laienbrüdern des Klosters , darunter namentlich der Anhang des damaligen Mönches , jetzigen Abtes Hermann , überfallen und samt seiner Begleitung ermordet worden . Als am andern Morgen das Gerücht von diesem Morde die Klosterzellen erreicht habe , sei Hermann ( genannt von Pritzwalk ) mit sei nem Anhang an den Ort der Tat geeilt , und habe denn auch den Ritter Falko , sowie drei seiner Begleiter bereits erschlagen , zwei andere Dienstmannen aber schwer verwundet , im Bettstroh versteckt , vorgefunden . Mönch Hermann habe nunmehr Befehl gegeben , auch diese Verwundeten zu töten . Die Waffen Falkos aber habe er als Beute an sich genommen und späterhin vielfach gebraucht . Dieser Mord , so heißt es in der Urkunde weiter , habe alsbald eine mehr als zehnjährige Fehde hervorgerufen , in der durch die Anhänger des Ritters Falko nicht nur drei Laienbrüder und viele Knechte und Schutzbefohlene des Klosters getötet , sondern auch die Güter desselben durch Raub , Brand und Plünderei verwüstet worden seien , so daß man den Schaden auf über 60000 Goldgulden geschätzt habe . Während dieser Fehden und Kriegszüge hätten die Mönche zu Schutz und Trutz beständig Waffen geführt , so daß sie , ganz gegen die Ordensregel , im Schlafsaal und Refektorium immer gewaffnet erschienen wären . An den Kämpfen selbst hätten viele der Fratres teilgenommen , andere , namentlich von den Laienbrüdern , hätten das Kloster verlassen und ein anderes Obdach gesucht . Auch von den Hintersassen des Klosters seien Mord und Brand und Untaten aller Art verübt worden , als deren moralische Urheber das umwohnende Volk längst gewohnt sei , die Klosterbrüder anzusehen , weshalb denn auch all die Zeit über der Notschrei zugenommen habe , daß die Lehninschen Mönche vertrieben und durch Ordensbrüder von besserem Lebenswandel ersetzt werden möchten . Bei Gelegenheit dieser Fehden und Kämpfe seien übrigens die beweglichen und unbeweglichen Güter des Klosters vielfach veräußert und verpfändet worden . Die Urkunde berichtet ferner , daß ein Laienbruder , der bei der Ermordung Falkos mit zugegen war und hinterher den Mut hatte auszusprechen , » daß dieser Mord auf Befehl des Abtes und seiner Partei stattgefunden « , ins Gefängnis geworfen und innerhalb zehn Tagen von den Mönchen der Loburgschen Partei ermordet worden sei . Das päpstliche Schreiben meldet endlich , daß , nach den Aussagen Dietrichs von Ruppin , der an der Ermordung Falkos und der Seinen vorzugsweise beteiligte Mönch Hermann jetzt Abt des