einem mitleidslosen Rächer in die Hand gefallen . » Du - der Courier - wo hatte ich meine Augen ! « » Was weiß ich ! Allah hat die meinen besser gemacht . Als Du meinen wunden Körper auf Deinen Armen zu jener Schlucht von Tschekmedsche trugest und ihn in die blauen Wellen des Meeres versenktest , traf mein Auge Dein Antlitz und , wenn ich Ibrahim ' s11 Alter erreicht hätte , ich würde es nimmer vergessen haben . « » Erbarmen , Jussuf - ich habe Gold - viel Gold - - « » Weißt Du , wer meine Wunden heilte ? wer mir das Wasser des Lebens gab , von dem meine Glieder wieder ihre alte Kraft bekommen , jene Kraft , die Dich gebändigt hat ? - Der Hekim-Baschi war es , den Du verfolgst und den der fränkische Hund , Dein Herr , bedroht ! « » Erbarmen , Jussuf - ich will Alles thun , was Du willst - ich will den Engländer tödten , wenn er die Papiere nicht herausgiebt oder dem Doctor Schlimmes thun will . « » Narr ! Du bist zu Nichts mehr gut , selbst nicht zu Deinem Handwerk , dem Meuchelmorden . Du bist wie ein Kloß Erde und wirst Erde werden . Wisse , daß der Hekim-Baschi , den Du verderben wolltest , nicht einmal Schuld und Ahnung hat von dem Verrath an die Moskows . Selbst hier warst Du auf falschen Wegen , und Allah wird nur die Mittel geben , das gut zu machen , was Du böse gemacht . « - Man hörte in der Pause , die Jussuf seinen Worten folgen ließ , jetzt dumpf aber deutlich das Arbeiten , Hacken und Schaufeln zur Seite der Minenkammer in einiger Entfernung . » Die Moskows sind uns nahe - kaum zehn Schritt breit Erde trennen sie von uns - Du wirst in ihrer Gesellschaft zu Ladha12 fahren , wo Du die Teufelsköpfe von Zakhum fressen wirst , die Deine Eingeweide zerfleischen werden , verrätherischer Christ ! « » Verfluchter ! Die Moskows werden mich retten ! Zu Hilfe ! « Er begann mit aller Kraft seiner Lunge zu schreien , doch im Nu hatte sich der Mohr aus ihn geworfen und preßte ihm ein Tuch in den Mund . » Thor - Du beraubst Dich selbst des Trostes , Dein letztes Gebet sprechen zu können ! « Er lauschte - die Arbeit der Russen schien für einige Augenblicke eingestellt , sie hatten den gewaltigen Ruf vielleicht als dumpfen Klang zu sich dringen hören und horchten . - Als Alles stumm blieb , setzten sie bald die Arbeit fort . Mit fast aus den Höhlen dringenden Augen folgte der machtlose Bösewicht den Vorrichtungen , die sein Todfeind jetzt begann . Jussuf schleppte eines der Pulverfässer an die Oeffnung des Ganges und stellte es dort auf . Dann zog er den Banditen in die Mitte des Raumes und warf ihn dort achtlos hin , mit dem Gesicht dem Eingange zugekehrt . Er hob die Laterne , leuchtete seinem Opfer in ' s Gesicht und hielt sie dann vor sein triumphirend grinsendes Antlitz , gleich als wolle er Jenem dessen Züge für die letzten Augenblicke noch schreckensvoll einprägen . Dann nahm er sorgfältig das Licht aus der Laterne , putzte es mit den Fingern und trat in den Gang zurück vor das Pulverfaß . Sorgfältig die Flamme mit der Hand umhüllend , steckte er die Wachskerze in das Pulver - langsam tiefer und tiefer - bis die Flamme kaum noch einen Zoll von der Pulverschicht entfernt war . Sein schwarzes Antlitz mit den großen gelbweißen Augen und den glänzenden Zähnen schien dem Verlorenen das Haupt des dunklen Engels Eblis im rothen Schein des Lichts , der darüber fiel . Dann richtete sich sorgfältig , vorsichtig der Mohr wieder auf . Er hob wie zum Abschied den Finger in die Dunkelheit empor . » Gedenke Jussuf ' s des Couriers und der Straße von Silivria ! « - Er verschwand gebückt und langsam im Dunkel des Ganges , jeden Luftzug vermeidend . Mit ihm sank des Corsen letzte Hoffnung . Der Mörder , der reuelos das Blut so Vieler vergossen , saß jetzt , halb aufgerichtet - in dem eigenen Grabe , in der Gewißheit des Todes , des furchtbaren Todes , dessen Nähe auch der verhärtetsten Seele Alles in einem andern Licht erscheinen läßt . Kalter Schweiß drang Tropfen aus Tropfen aus seinen Poren , wirre Gedanken zuckten durch sein Hirn , wie er das Schreckliche wenden möchte . Der Knebel im Munde erlaubte ihm kaum das Athmen , - aber nur leben ! den Schmerz der Wunden fühlte er nicht - nur leben ! - ob er es als jammervoller Krüppel müsse , - was that es ? - nur leben , ach , nur leben ! - Seine Augen hafteten stier auf dem brennenden Licht - mit Todesangst beachtete er jede Bewegung der Flamme , wenn sie ein Luftzug aus dem Minengang zur Seite trieb . Er versuchte , sich dem Pulverfaß näher zu wälzen , sich aufzurichten - vergeblich , die zerrissenen Sehnen hielten ihn an den Boden gefesselt . Dann kam es ihm in den Sinn , daß jede Bewegung das Licht erschüttern und umfallen machen könne , daß seine Hände gefesselt , um es zu ergreifen , daß sein Mund verschlossen sei , um die Flamme in seinem Innern zu begraben . Seine Anstrengungen , die Bande der Arme zu zerreißen , waren furchtbar . Plötzlich traf ein Laut sein Ohr - die Klingel am Eingang war in Bewegung gesetzt , - sie schellte - - - Heilige Jungfrau , Mutter des allsühnenden und vergebenden Heilands , er war gerettet , - Menschen waren nahe - - - Nein - die Schwingungen des Glöckchens verhallten - kein Laut ließ sich hören ! Mit teuflischer Bosheit der Rachgier hatte der Mohr beim Austritt aus dem Minengang die Schnur in Bewegung gesetzt , durch