sein , die sich bemühen werden , nichts davon verlauten zu lassen . Aber ich habe Eminenz jetzt schon zu lange hier draußen aufgehalten ; ich suchte nur den einsamen Ort , um unbelauscht sprechen zu können . Ich eile jetzt nach Hause , alles zu überwachen und bitte nur , daß Sie , als mein altbewährter Freund , in der Gesellschaft die Notwendigkeit unserer plötzlichen Reise um Giulias Gesundheit willen vertreten , damit keine andere Vermutung aufkommen könne . « Als die beiden sich entfernt hatten , sprang Rosa auf . Eine tödliche Angst vor der ihm drohenden Gefahr verdrängte jeden Gedanken an sich selbst und sie fühlte nur eines : sie mußte hin , ihn warnen , retten oder sein Schicksal teilen . Sie achtete des Schauders nicht , der ihren zarten Körper durchrieselte und eilte geflügelten Schrittes durch den Garten in den Palast zurück . Auf der Brücke , die in diesen führt , stieß sie auf Raden . » Ah , gut , daß ich Sie finde , Signorina ! « rief Raden . » Wissen Sie , wo der Prinz ist ? Ich sah Sie vorhin mit ihm in den Garten gehen ; nun such ich ihn und kann ihn nicht finden ! « » Fort ist er ! Eilen Sie nach Haus ; wenn er noch dort ist , lassen Sie ihn nicht weg oder bleiben Sie bei ihm , ihm droht Gefahr , « flüsterte Rosa und wollte vorübereilen . » Um Gottes willen , was sagen Sie ? Was ist geschehen ? « fragte Raden erschreckt und ergriff ihre Hand , sie aufzuhalten . » Wo ist er hin ? Wo eilen Sie hin ? « » Ach , rasch , rasch , auch ich eile ihm nach , ihn zu warnen « , und lief fort . » Was bedeutet das ? « sagte Raden zu sich selbst und sah ihr einen Augenblick betroffen nach . » Hat die Liebe diesem Kind den Kopf verdreht oder droht wirklich dem Prinzen ein Unheil ? Aber wie ? Woher ? Wie weiß sie es ? Jedenfalls will ich ihr folgen und nach Hause eilen . Der Professor ist schon zurück , um zu sehen , ob Nachrichten aus der Heimat da sind . Das wollt ' ich Waldemar gerade sagen . « Rosa eilte indes raschen Schrittes durch die Säle dem Ausgang zu , ohne nur an ihre Begleiterin zu denken , die sich am Büfett bei Süßigkeiten und Gefrorenem gütlich tat . Mehrere der jungen Kavaliere , die Rosa immer huldigend umschwärmten , wollten sich ihr nahen , ihr Erfrischungen anzubieten oder Schmeicheleien zu sagen ; sie flog aber an ihnen vorüber , ohne auf sie zu achten und verschwand im Vorzimmer . Mit spöttischem Lächeln sagte einer von ihnen , als mehrere ihre Verwunderung über dies Benehmen äußerten : » Nun , die kleine Diva wird wohl eine aufregende Szene mit ihrem Anbeter , dem deutschen Prinzen , gehabt haben ; ich sah sie vorhin an seinem Arm in den Zaubergärten der Armida draußen verschwinden . Wer weiß , was sich da begeben hat ? « Die Bemerkung erregte allgemeine Heiterkeit ; und froh , eine Bresche in der keuschen Zurückhaltung der jungen Dichterin zu ahnen , verlor sich die Gruppe der jungen Kavaliere wieder unter der übrigen Gesellschaft . Rosa indessen ergriff aufs Geratewohl einen dunklen Mantel aus den im Vorsaal befindlichen Kleidungsstücken der Gäste , warf ihn um und eilte hinaus in die Nacht durch die schlecht erleuchteten Straßen , ohne zu bedenken , was für Widerwärtigkeiten ihr begegnen könnten , ohne der feuchten Kälte zu achten , die ihren Körper bereits ergriffen hatte . Nur ein Gedanke beherrschte sie : den Prinzen zu finden , ihm zu sagen , wie sein Vorhaben scheitern müsse an den Veranstaltungen des Herzogs und ihn zu retten vor einem Angriff , der leicht gefährlich werden konnte , selbst wenn dies nicht die Absicht des Herzogs war . Sie schritt , so rasch sie konnte , dem Palast des letzteren zu , denn dort mußte sie den Prinzen jedenfalls finden , da es ganz nahe an Mitternacht war und er vorher einen Versuch hatte machen wollen , die Herzogin zu sprechen , um sie zu bewegen , vom äußersten Schritt zurückzutreten . Atemlos und mit heftig pochendem Herzen nach dem raschen Lauf kam sie bei dem Palast an , der anscheinend in tiefer Stille und nächtlicher Ruhe dalag . Kein menschliches Wesen war bei diesem zu sehen . Rosa betrat die enge Nebengasse , in der absolute Finsternis herrschte . Auch hier war alles tiefe Stille , aber dessenungeachtet und trotz der Finsternis , die sie umgab , war es Rosa , als spüre sie die Nähe eines menschlichen Wesens und es überkam sie ein schauderndes Gefühl der Furcht . Fast wäre sie zurückgeeilt , um dem unheimlichen Ort zu entfliehen , aber der Gedanke an Waldemar ließ sie beharren . Sie machte noch einige Schritte vorwärts und plötzlich stieß sie an etwas , das an der Mauer des Palastes lehnte und offenbar eine menschliche Gestalt war . Es entfuhr ihr ein kleiner Ruf des Schreckens und in diesem Augenblick fragte eine gedämpfte Stimme : » Wer ist da ? « Trotz der verstellten Stimme durchzuckte es Rosa freudig und sie sagte ganz leise : » Waldemar ? « » Giulia - du bist es ? « flüsterte der Prinz . » Ich suchte zu dir zu gelangen , ich mußte dich sprechen - wollte dir noch einmal alles vorstellen , was du wagst , was du aufs Spiel setzest - noch wäre es Zeit gewesen - noch könntest du ruhig bleiben , ohne daß jemand deinen Vorsatz geahnt hätte ... « Rosas Herz stürmte von überfließender Wonne , dies zu hören ; denn es zeigte ihr , daß er seinem Worte hatte treu bleiben wollen und sie hielt an sich , ohne ihn zu unterbrechen . Er fuhr fort : » Die