, dich - « » Halt ein , Effendi , halt ein ! « rief er aus , indem er die Hände abwehrend gegen mich bewegte . » Du hast recht , recht , o wie so recht ! Du hast vorhin von Liebesduselei gesprochen . Es war richtig ! Ich dusele noch , jetzt noch , heute noch ! Als du den Multasim vorhin laufen lassen wolltest , wohl um dann später seinen ganzen Anhang in die Hände zu bekommen , war ich dagegen . Ich wollte seine sofortige Bestrafung , aber mild , schonend . Ich gab ihn scheinbar ganz in deine Hände , aber wenn es deine Absicht gewesen wäre , ihn vollständig unschädlich zu machen , ihn zu vernichten , so hätte ich mich dagegen gewehrt mit allen Mitteln , die mir zur Verfügung stehen ! « » Wirklich ? Das ahnte ich freilich nicht ! « » Es ist so , ganz gewiß ! Du siehst , daß ich ehrlich bekenne . Du hast mich in diesen letzten fünf Minuten kuriert . Gefühlsduselei ! Wie wahr , wie wahr , wie wahr ! In dieser Duselei habe ich mir mein eigenes Mark aus Leib und Geist gesogen . Nun aber soll es anders , anders , anders werden ! Ich bin zwar alt , sehr alt aber noch habe ich Knochen , und noch habe ich Muskeln , nicht nur am Körper , sondern auch am Geiste . Erlaube mir , daß ich mich an dir stähle ! Ich richte mich auf . Jawohl ! Ich weiß , daß ich es werde ! An dir will ich mich heben . Sei du die Hand , an der ich Kraft erlange ! Sei du es jetzt , von dieser Stunde an ! Ich gehe morgen fort , für eine ganze Woche . Ich bitte dich , an meine Statt zu treten ! Du sollst der Herr im hohen Hause sein . In deiner Hand weiß ich mein kleines Reich am besten aufgehoben . Hier mein Pedehr hört , was ich dir jetzt sage . Er wird , was du befiehlst , so auszuführen wissen , als ob ich selbst es ihm befohlen hätte . « » Du willst verreisen ? « fragte ich erstaunt . » Ja , « antwortete er . » Darf ich wissen , wohin ? « » Natürlich ! Du bist ja nun der Herr , von dieser Stunde an ! Ich gehe nach Isphahan , zum Schah-in-Schah . Infolge dessen , was ich heut von meinen Feinden hörte . « » Vortrefflicher Gedanke ! « stimmte ich ihm bei . » Es freut mich sehr , daß du derselben Ansicht bist . Ich hab es ihnen ehrlich mitgeteilt , daß ich mir an der rechten Stelle Hilfe suchen werde . Sie höhnten wohl darüber . Wer sich allein auf seinen Schah verläßt und dieses ohne Furcht und offen sagt , den wird man zwar verspotten und zum Gelächter machen ; doch wenn die Zeit des Schah gekommen ist , dann regt die Schar der Amdschaspands13 die Schwingen , und Geist um Geist fährt mit dem Schwert darein , dem Kindesglauben Himmelssieg zu bringen ! « Er hatte meine Hand ergriffen und schaute mit einem Blicke aufwärts , in welchem allerdings ein Vertrauen glänzte , dem keines Spötters Wort je imponieren konnte . » Du willst den Herrscher selbst sprechen ? « fragte ich . » Nur ihn ! Zwischen ihm und mir giebt es keine Mittelsperson . Ich sage ihm alles , alles , so wie ein Kind zu seinem Vater spricht . Es ist wie ein Gebet , bei dem ein Dritter doch nur stören würde . « » Um was willst du ihn bitten ? « » Um nichts . Ich sage ihm , was ich zu sagen habe . Dann thut er selbst , was er für richtig hält . Ich stehe vor ihm aufrecht , wie vor Gott . Ich meide jene kriecherische Weise , die auf gebeugten Knieen sich bis zum Throne schiebt , um dort den eignen Vorteil zu erschleichen und dann , wenn sie den Schah verlassen hat , die um ihr Recht Gebrachten zu verachten . Es ist mir also völlig unbekannt , was er für mich und uns bestimmen wird . Doch bin ich überzeugt , daß es weit über alle Wünsche geht , die du für mich im Herzen tragen könntest . « » Aber der weite Weg ! Fürchtest du ihn nicht ? « » Fürchten ? Den Weg zu meinem Schah ? Wie weit ist doch der Himmel von der Erde ! Und täglich steig ich auf , um mit Chodeh zu sprechen ! Dem Glauben , dem Vertrauen ist nie ein Weg zu weit und nie ein Herrscher fern ! Auch mache ich diese Reise nicht allein . Ich habe Dschamikun an meiner Seite , die mich begleiten werden . Auch geht der Kaufmann mit , der heute bei uns schläft . « » Agha Sibil ? « » Ja . « » Sibil heißt Schnurrbart . Ist dieses Wort sein richtiger Name , oder nennt man ihn vielleicht nur seines Bartes wegen so ? « » Wahrscheinlich ist dies letztere der Fall , denn einen Bart , wie er ihn trägt , hab ich noch nie gesehen . Ich halte mich von Kaufgeschäften fern . Ich lasse das gern dem Pedehr hier über . Er kann dir Auskunft geben , wenn du willst . « Es verstand sich ganz von selbst , daß mir erwünscht war , wo möglich Bestimmtes über den Handelsmann zu erfahren ; darum fragte ich den Scheik : » Kennst du die Verhältnisse dieses Agha Sibil ? « » Ich pflege nicht mit Leuten Geschäfte zu machen , die ich nicht kenne . Er ist reich , sehr reich aber ehrlich und bescheiden . « » Hat er Kinder ? « » Eine Tochter und zwei Enkel . « » Sind die Enkel