, als ob der Himmel glänzte , Mir schien , als wäre nichts mir , nichts entgangen , Als hätt ich alles , was ich je genossen . ----- Ein Strom entrauscht umwölktem Felsensaale , Dem Ozean sich eilig zu verbinden ; Was auch sich spiegeln mag von Grund zu Gründen , Er wandelt unaufhaltsam fort zu Tale . Doch stürzt sich Oreas mit einem Male , Ihr folgen Berg und Wald in Wirbelwinden Herab zur Flut , Behagen dort zu finden , Und hemmt den Lauf , begrenzt die weite Schale . Die Welle sprüht und staunt zurück und weichet Und schwillt bergan , sich immer selbst zu trinken . Gehemmt ist nun zum Vater hin das Streben . Sie schwankt und ruht zum See zurückgedeichet . Gestirne spiegelnd sich , beschaun das Blinken Des Wellenschlags am Fels , ein neues Leben . Deine fliegenden Blätter , liebste Bettine , kamen grade zu rechter Zeit , um dem Verdruß über Dein Verschwinden in etwas zu steuern . Beiliegend gebe ich Dir einen Teil derselben zurück ; Du siehst , wie man versucht , sich an der Zeit , die uns des Liebsten beraubt , zu rächen und schöne Minuten zu verewigen . Möge sich Dir der Wert darin spiegeln , den Du für den Dichter haben mußt . Sollte Dein Vagabondenleben noch länger dauern , so versäume nicht von allem Nachricht zu geben ; ich folge Dir gerne , wo Dich auch Dein dämonischer Geist hinführt . Ich lege diese Blätter an die Mutter bei , die Dir sie zu freundlicher Stunde senden mag , da ich Deine Adresse nicht genau weiß . - Lebe wohl und komme Deinen Verheißungen nach . Weimar , den 7. August 1807 Goethe An Goethe Kassel , den 13. August 1807 Wer kann ' s deuten und ermessen , was in mir vorgeht ? - Ich bin glücklich jetzt im Andenken der Vergangenheit , als ich kaum damals in der Gegenwart war ; mein erregtes Herz , die Überraschung bei Dir zu sein , dies Kommen und Gehen und Wiederkehren in den paar Tagen , das war alles wie eindringende Wolken an meinem Himmel ; er mußte durch meine zu große Nähe zugleich meinen Schatten aufnehmen , so wie er auch immer dunkler ist , wo er an die Erde grenzt ; jetzt in der Ferne wird er mild , hoch und ganz hell . Ich möchte Deine liebe Hand mit meinen beiden an mein Herz drücken und Dir sagen : wie Friede und Fülle über mich gekommen ist , seitdem ich Dich weiß . Ich weiß , daß es nicht der Abend ist , der mir jetzt ins Leben hereindämmert ; o wenn er ' s doch wäre ! Wenn sie doch schon verlebt wären die Tage und meine Wünsche und meine Freuden , möchten sie sich alle an Dir hinauf bilden , daß Du mit überdeckt wärst und bekränzt , wie mit immergrünem Laub . Aber so warst Du , wie ich am Abend allein bei Dir war , daß ich Dich gar nicht begreifen konnte ; Du hast über mich gelacht , weil ich bewegt war , und laut gelacht , weil ich weinte , aber warum ? Und doch war es Dein Lachen , der Ton Deines Lachens , was mich zu Tränen rührte , so wie es meine Tränen waren , die Dich lachen machten , und ich bin zufrieden und sehe unter der Hülle dieses Rätsels Rosen hervorbrechen , die der Wehmut und der Freude zugleich entsprießen . - Ja , Du hast recht , Prophet : ich werde noch oft mit leichtem Herzen Scherz und Lust durchwühlen , ich werde mich müde tummeln , so wie ich in meiner Kindheit ( ach , ich glaub es war gestern ! ) mich aus Übermut auf den blühenden Feldern herumwälzte und alles zusammendrückte und die Blumen mit den Wurzeln ausriß , um sie ins Wasser zu werfen , - aber auf süßem , warmem , festem Ernst will ich ausruhen , und der bist Du , lachender Prophet . - Ich sag Dir ' s noch einmal : wer versteht ' s auf der weiten Erde , was in mir vorgeht , wie ich so ruhig in Dir bin , so still , so ohne Wanken in meinem Gefühl ; ich könnte , wie die Berge , Nächte und Tage in die Vergangenheit tragen , ohne nur zu zucken in Deinem Andenken . Und doch , wenn der Wind zuweilen von der ganzen blühenden Welt den Duft und Samen zusammen auf der Berge Wipfel trägt , so werden sie auch berauscht so wie ich gestern ; da hab ich die Welt geliebt , da war ich selig wie eine aufsprudelnde Quelle , in die die Sonne zum erstenmal scheint . Leb wohl , Herrlicher , der mich blendet und mich verschüchtert . - Von diesem , steilen Fels , auf den sich meine Liebe mit Lebensgefahr gewagt hat , ist nicht mehr herunterzuklettern , daran ist gar nicht zu denken , da bräch ich auf allen Fall den Hals . Bettine Und so weit hatte ich gestern geschrieben , saß heute morgen auf dem Sessel und las still und andächtig in einer Chronik , ohne mich zu bewegen , denn ich wurde dabei gemalt , so wie Du mich bald sehen sollst , - da brachte man mir das blaue Kuvert , ich brach auf und fand mich darin in göttlichem Glanz wiedergeboren , und zum erstenmal glaubte ich an meine Seligkeit . Was will ich denn ? Ich begreif ' s nicht ; Du betäubst mich , jeder kleine Lärm ist mir zuwider ; - wär ' s nur ganz still in der Welt , und ich brauchte nichts mehr zu erfahren nach diesem einen Augenblick , der mich schmerzt und nach dem ich mich immer zurücksehnen werde . - Ach ! Und was will ich denn mit Dir ? - Nicht viel ; Dich ansehen oft