essen zu viel Kompott ! Nach der Melone , Vorsicht ! Vorsicht ! Das merken Sie sich auch , Herr Dallach , nicht zu viel Obst Ihren Gästen , Sie haben es zu verantworten . Schicken Sie uns Portwein , der wird dem Magen des Barons gutthun . « Ein Zeichen für Herren Dallach , sich zu entfernen . Auch der Baron war einen Augenblick aufgestanden und wiedergekommen . Der Portwein schien ihm wohlzuthun . Und doch saß er wieder in sich versunken . Es war nicht seine Art : » Eine niederträchtige Geschichte . Denken Sie sich , der Schmeckedanz , der Kerl auf dem Mühlendamm - ein verfluchter Jude - « » Hat doch nicht Wechsel auf Baron Eitelbach ? « - » Aber Dohlenecks Wechsel aufgekauft , Gott weiß wie . - Und nun der todt ist - « » Bravo ! kann er sich Fidibus davon machen . « - » Nein , er schickt sie meiner Frau . « - » O , das ist zum Todtlachen . « - » Nein , zum Einlösen . « - » Ist der Kerl verrückt ? « - » Wenn nur nicht ein Brief dabei wäre - « » Von wem ? « - » Vom todten Rittmeister , ich meine , vom Major Dohleneck . « - » Schreiben die Todten wieder Briefe ? « - » Nein , eh ' er ausmarschirte . Solch ein Galimathias . Wenn er fiele , sollt ' er sich nur an meine Frau wenden , die sei so sterblich in ihn verliebt , daß sie seine Ehre auch nach dem Tode nicht sitzen ließe . Bei Lebzeiten hätte er sie können um den Finger wickeln , und sie hätte gehörig blechen müssen . Und wenn sie nach seinem Tode nicht zahlen wollte , so - « » Schnell noch ein Glas Port . Ich kann mir denken , wie die Niederträchtigkeit Sie afficirt . « Der Baron saß zurückgelehnt auf dem Stuhl , leichenblaß . » Die Erzählung hat Sie angegriffen . Hoffentlich hat der Jude nicht die Effronterie gehabt , Ihrer Frau Gemahlin den Brief zu schicken . « - » Hat ' s ! Das ist es eben . « - » O pfui ! Sind Sie auch sicher , daß der Brief wirklich von Dohleneck ist ? Ich hielt ihn für sehr beschränkt , aber ehrlich . « - » Das ist ' s eben - darüber heult sie mehr , als daß er todt ist . « - » Gemeine Seelen ! - Nun hat sie ihn kennen gelernt . - Sie hat doch den Brief in gerechtem Zorn zerrissen und die Wechsel auch ? « - » Nein - sie will sie auslösen - sie ist obstinat . Ich soll ' s aus ihrem - « » O , das müssen wir hindern - auf der Stelle - wir wollen zu ihr - Was ist Ihnen ? « - Der Baron stürzte hinaus . Er kam nach einer Weile , von einem Kellner geführt , wieder herein . Wandel schien die Verwandlung auf seinem Gesicht nicht zu bemerken ; in solcher Agitation ging er im Zimmer auf und ab : » Ich kann ' s mir denken - ihren Seelenzustand ! Sie verachtet ihn . Und doch , sie will sich dadurch an ihm rächen , daß sie seine Manen beschämt . Das soll das letzte Opfer sein , was sie aus ewig von ihm scheidet . O , dort in jener Ewigkeit - mit welchem stolzen , vernichtenden Blicke wird sie ihm entgegentreten - « Der Baron hörte nichts davon , er konnte nichts davon hören . Der Legationsrath that einen Schrei - er riß die Thüren auf . Herr Dallach und die Kellner , die hereintraten , sahen die liebende Theilnahme , mit welcher Wandel dem Erkrankten den Kopf hielt . » Ein Arzt ! « - » Ein Wagen ! « - » Die verdammte Melone ! Habe ich ihn nicht gewarnt ? « Herr Dallach reichte dem Kranken wieder ein Glas Portwein . Er wehrte es mit der Hand ab , Wandel schenkte ihm ein Glas Wasser ein . Er athmete wieder auf . » Ach , das Wasser , « sagte Wandel , » wenn die Aerzte erst seine wunderbare Heilkraft ganz kennten ! - Jetzt nur frische Luft ! « Es kam kein Arzt , kein Wagen . » Die Stadt ist in Verwirrung . « » Würden Sie sich stark finden , theuerster Baron , zu Fuß nach Ihrer Wohnung - ich führe Sie . « Der Baron war aufgestanden : » Es wird gehen , es wird schon besser werden . Ich erhole mich . « - » Die verfluchte Melone ! « knirschte Wandel und stampfte ; er stülpte den Hut auf . Er zog den Wirth noch ein Mal bei Seile : » Herr Dallach , habe ich ' s nicht gesagt ? O , es wird noch ärger kommen . Wir können uns gratuliren . « - » Was ist denn , Herr Legationsrath ? « - » Die Cholera ! « schrie er ihm ins Ohr . » Ein Anfall der asiatischen Cholera morbus ! Und der Leichtsinn ! Aber still , liebster Dallach , erschrecken Sie nicht Ihre Gäste ; wir werden bald mehr hören . « Sechsundachtzigstes Kapitel . Das große Trauerhaus . Wo der Trauerhimmel über eine ganze Stadt ausgespannt ist , wer achtet da sehr auf ein einzelnes Trauerhaus ! Die Aerzte , nach denen Wandel geschickt , waren nicht zu Hause gewesen . Sei doch der Krankheitsanfall einer Art , daß ein gesunder Körper sich selbst heile , hatte er geäußert , oder wenn - dann war er plötzlich aufgesprungen , und ließ doch noch einen Arzt rufen . Er hatte ihm im Vorzimmer die Symptome beschrieben , sie hatten gelacht , und als der Doktor ins Zimmer trat , hatte er lächelnd den Puls des Kranken