es gut mit mir die Alte - und sage dem Bauer , was ich von Fränzchen Heunisch denke und was sie mir werden soll , die Stütze und die Pflege meiner alten Tage . Da sagt ' er denn , sein Sohn , der Sergeant , der Herr Sergeant - der Alte trägt den Kopf höher als der Junge die neuen silbernen Litzen - der wollte das Fränzchen heirathen und er sollte eigentlich bei mir um sie anhalten und ich ihr befehlen , daß sie ihn nimmt . Allein aber - Durchlaucht ; das war Alles Hohn ! Der Alte denkt nicht daran , daß sein Sohn , der Sergeant , so eine Partie macht ... Aber das Mädchen , die Franziska ? fragte Egon und flößte dem Pfarrer , der sich inzwischen in gelassener Geduld die Omelette schmecken ließ , Bewunderung über seine Leutseligkeit ein , während Louis Armand mit dem lebendigsten Interesse jedes Wort aus des Jägers Mund aufgriff und seine ihm schmerzlichen Mittheilungen mehr errieth als verstand . Egon ' s Frage elektrisirte ihn . Ja , Das ist ' s ja , sagte Heunisch . Die Fränz will ja den Sergeanten gar nicht . Ich mache mich stantâ pê gleich auf den Weg und hierher - und sehe die Bescherung . Da krieg ' ich einen schönen Spaß zu hören . Meine Fränz läuft wirklich auf die Bälle und hält ' s mit einem alten Franzosen , der sie besucht ... ja , ja , sollte man ' s denken , einem so jungen blutjungen Ding läuft ein alter Franzose nach , von dem sie vorgibt , französische Lectionen zu nehmen ... Auch Das sagte mir der alte Sandrart schon im Walde und da sagt ' ich schon , ich wollte doch hier einmal sehen , wieviel Vokabeln die Mamsell von dem Franzosen schon gelernt hat ... Donnerwetter ! ... Vergeben Sie , Herr ... Diese höfliche Milderung seines Zornes und erschrockene Rücksichtnahme war an Louis gerichtet , der unruhig und bewegt genug die vielen bedauerlichen Nachrichten über ein junges Mädchen gehört hatte , das ihm seines bescheidenen und lieblichen Wesens wegen so theuer geworden war . Seitdem er ihr Siegbert ' s Übersetzung seines Gedichtes geschickt , hatte er nichts mehr von ihr vernommen . Und nun diese Entdeckungen über Soldaten , alte Franzosen , Bälle , Heirathen , Vokabeln ! Es brannte ihm der Boden unter den Füßen . Er hätte aufspringen und fortstürzen mögen und nur mit Mühe und dem Glauben , er selbst würde wol jener Franzose sein , bezwang er sich zu der Antwort auf Heunisch ' s an ihn gerichtete Rede : Wenn die Tochter Ihrer Schwester französisch lernt , so ist es wol nur die Eifersucht des jungen Sergeanten , die in dem Lehrer gleich einen Liebhaber vermuthet . Das dacht ' ich auch , fiel Heunisch seinen Zorn über das Französischlernen aus Rücksicht auf Louis Armand ' s gebrochenes Deutsch mildernd ein , und sagte dann der Ursula Lebewohl . Ist sie noch zu retten , bring ' ich sie mit , du wirst alt , du mußt eine Stütze haben . Es war der Ursula recht . Verbrennen und ertrinken , sagte sie , kann man überall . Gut ! Läuft sie nicht auf die Bälle , so kann der Sergeant , wenn er ausgedient hat , hier um sie anhalten , als : in meinem Wald . So bin ich hergekommen , und da ich doch einmal da war und ich hörte , Durchlaucht sind durch Gottes Schutz am Leben erhalten , so hab ' ich ' s gewagt , auch bei Ew . Durchlaucht anzuklopfen und nun fahr ' ich morgen in aller Frühe in Gottes Namen wieder heim . Das ist ' s ! Und Das war ' s ! Und nun Adieu , Durchlaucht , und kommen Sie bald einmal sechsspännig nach Hohenberg , daß man ein paar Büchsen in die Luft knallen und wieder ordentlichen Staat mit seiner Herrschaft machen kann . Damit wollte Heunisch gehen . Aber Egon hielt ihn fest und sagte : Ja ! So wollt Ihr fort ? Mit der besten Spannung unserer Neugier ? Das geht nicht ! Erst meldet uns von Fränzchen und vom Sergeanten ! Guido Stromer seufzte hier etwas überlaut . Da er aber die rege Geschäftigkeit der Bedienung bemerkte und einen dritten Gang ahnte , stillte er seine Ungeduld . Wandstabler , der Haushofmeister , eröffnete in der That noch einen dritten Frühstücksakt , der zwar nur in einer Scene , aus einem Dessert von Obst bestand , allein die Vasen und durchbrochenen Porzellankörbe , in denen die Birnen , Nüsse , Weintrauben , malerisch geordnet , dargereicht wurden , fesselten doch seine Neugier . Er glaubte vielleicht auf Spuren von Entbehrung zu stoßen , er hätte sich sagen müssen , daß ein Frühstück von kalten Rebhühnern , einer Omelette aux confitures , Obst und etwas Schweizerkäse mit Madeira mit den Frühstücken der Madame Schlurck sich nicht vergleichen ließ , allein die Art des Servirens hatte doch etwas für ihn höchst Imposantes . Der Haushofmeister , der jede Abwechselung gleichsam wie ein Herold mit geräuschvoll stummem Blicke ankündigte , die beiden Bedienten , die seine bedeutsamen Winke und augengeblinzelten Befehle mit stiller Sicherheit ausführten , das Silberzeug , das Porzellan , die Malerei der Teller , das Wappen , die weißen wollenen Handschuhe der Bedienten , die Art des Einschenkens , hinterwärts , unversehens , das Alles erfüllte seine Phantasie mit angenehmer Behaglichkeit und hob seinen , die Plessener Pfarrexistenz wie eine Fessel abstreifenden idealen Sinn um so mehr , als er bei der Liebenswürdigkeit , die Egon zeigte , hoffen durfte , mit einem Anliegen , das ihm auf dem Herzen lag , keine Fehlbitte zu thun . Egon , dem das Arrangement des Frühstücks , dessen eigentliche Seele , Dorette Wandstabler , hinter den Coulissen waltete , ein eigenthümliches Interesse bot - war es doch die erste Benutzung seiner eignen Situation