woll wedder nich loskoamen ? Den kenn ick . Na , sien Vader , de oll Kunicke , wihr ook so . Man blot noch en beten mihr . « » Ja « , lachte Hradscheck , » spät war es . Und denken Sie sich , Mutter Jeschke , Klock zwölf oder so herum sind wir noch fünf Mann hoch in den Keller gestiegen . Und warum ? Weil der Ede nicht mehr wollte . « » Nu , süh eens . Un worümm wull he nich ? « » Weil ' s unten spuke . Der Junge war wie verdreht mit seinem ewigen › et spökt ‹ und › et grapscht ‹ . Und weil er dabei blieb und wir unsre Bowle doch haben wollten , so sind wir am Ende selber gegangen . « » Nu , süh eens « , wiederholte die Alte . » Hätten em salln ' ne Muulschell gewen . « » Wollt ich auch . Aber als er so dastand und zitterte , da konnt ich nicht . Und dann dacht ich auch ... « » Ach wat , Hradscheck , is joa all dumm Tüg ... Un wenn et wat is , na , denn möt et de Franzos sinn . « » Der Franzose ? « » Joa , de Franzos . Kucken S ' moal : de Ihrd geiht hier so ' n beten dahl . He moak woll en beten rutscht sinn . « » Rutscht sinn « , wiederholte Hradscheck und lachte mit der Alten um die Wette . » Ja , der Franzos ist gerutscht . Alles gut . Aber wenn ich nur den Jungen erst wieder in Ordnung hätte . Der macht mir das ganze Dorf rebellisch . Und wie die Leute sind , wenn sie von Spuk hören , da wird ihnen ungemütlich . Und dann kommt zuletzt auch die dumme Geschichte wieder zur Sprache . Sie wissen ja ... « » Woll , woll , ick weet . « » Und dann , Mutter Jeschke , Spuk ist Unsinn . Natürlich . Aber es gibt doch welche ... « » Joa , joa . « » Es gibt doch welche , die sagen : Spuk ist nicht Unsinn . Wer hat nu recht ? Nu mal heraus mit der Sprache . « Der Alten entging nicht , in welcher Pein und Beklemmung Hradscheck war , weshalb sie , wie sie stets zu tun pflegte , mit einem » Ja « antwortete , das ebensogut ein » Nein « , und mit einem » Nein « , das ebensogut ein » Ja « sein konnte . » Mien leew Hradscheck « , begann sie , » Se wullen wat weten von mi . Joa , wat weet ick ? Spök ! Gewen moak et joa woll so wat . Un am Enn ' ook wedder nich . Un ick segg ümmer : wihr sich jrult , för den is et wat , und wihr sich nich jrult , för den is et nix . « Hradscheck , der mit gespanntester Aufmerksamkeit gefolgt war , nickte zustimmend , während die sich plötzlich neben ihn setzende Alte mit wachsender Vertraulichkeit fortfuhr : » Ick will Se wat seggen , Hradscheck . Man möt man blot Kurasch hebben . Un Se hebben joa . Wat is Spök ? Spök , dat ' s grad so , as wenn de Müüs knabbern . Wihr ümmer hinhürt , na , de slöppt nich ; wihr awers so bi sich seggen deiht : › Na , worümm salln se nich knabbern ‹ , de slöppt . « Und bei diesen Worten erhob sie sich rasch wieder und ging , zwischen den Beeten hin , auf ihre Wohnung zu . Mit einem Mal aber blieb sie stehn und wandte sich wieder , wie wenn sie was vergessen habe . » Hüren S ' , Hradscheck , wat ick Se noch seggen wull , uns ' Line kümmt ook wedder . Se hett gistern schrewen . Wat mienen S ' ? De wihr so wat för Se . « » Geht nicht , Mutter Jeschke . Was würden die Leute sagen ? Un is auch eben erst ein Jahr . « » Woll . Awers se kümmt ook ihrst um Martini rümm ... Und denn , Hradscheck , Se bruken se joa nich glieks to frijen . « 19. Kapitel Neunzehntes Kapitel » De Franzos is rutscht « , hatte die Jeschke gesagt und war dabei wieder so sonderbar vertraulich gewesen , alles mit Absicht und Berechnung . Denn wenn das Gespräch auch noch nachwirkte , darin ihr , vor länger als einem Jahr , ihr sonst so gefügiger Nachbar mit einer Verleumdungsklage gedroht hatte , so konnte sie , trotz alledem , von der Angewohnheit nicht lassen , in dunklen Andeutungen zu sprechen , als wisse sie was und halte nur zurück . » Verdammt ! « murmelte Hradscheck vor sich hin . » Und dazu der Ede mit seiner ewigen Angst . « Er sah deutlich die ganze Geschichte wieder lebendig werden , und ein Schwindel ergriff ihn , wenn er an all das dachte , was bei diesem Stande der Dinge jeder Tag bringen konnte . » Das geht so nicht weiter . Er muß weg . Aber wohin ? « Und bei diesen Worten ging Hradscheck auf und ab und überlegte . » Wohin ? Es heißt , er liege in der Oder . Und dahin muß er ... je eher , je lieber ... Heute noch . Aber ich wollte , dies Stück Arbeit wäre getan . Damals ging es , das Messer saß mir an der Kehle . Aber jetzt ! Wahrhaftig , das Einbetten war nicht so schlimm , als es das Umbetten ist . « Und von Angst und Unruhe getrieben , ging er auf den Kirchhof und trat an das Grab seiner Frau . Da war der Engel mit der Fackel , und