und beste Seligkeit . Wäre ich dir willkommen , Sihdi ? « » Kannst du ungewiß hierüber sein , Halef ? « » Nein . Ich bin wie ein Kind , welches gern den Vater sagen hört , daß er es liebt ! « » So sage ich es dir von ganzem Herzen ! « » Ich danke dir ! Ich dachte soeben nach - - - über dich und über mich . Meinst du , daß wir Freunde seien ? « » Gewiß ! Bessere kann es gar nicht geben ! « » Ich denke aber anders . « » Wie ? « » Solche Freunde , wie wir sind , kann es ja gar nicht geben . Wir sind mehr , viel mehr als Freunde . Es giebt kein Wort dafür . Wenn wir uns als Menschen lieben , welche beide ein gutes und ein nicht gutes Wesen in sich haben , so sind wir Freunde . Aber wenn wir die Liebe nur der beiden guten Wesen in uns meinen , so ist das mehr als Freundschaft ; das muß doch wohl der Himmel sein ! Das ist es , was ich dachte , und was ich dir sagen wollte . Ich kann dein Gesicht nicht erkennen ; aber sag , lächelst du vielleicht ? « » Nein . Ich bin sehr ernst , aber glücklich ernst . « » Und ich bin so weich . Woher das wohl kommen mag ? Sag : Wenn ich dich hier verlassen müßte , um zu sterben , würde ich dich dann wohl auch noch sehen können ? « » Halef ! Wie kommst du zu dieser Frage ? « » Das weiß ich nicht . Sie kam mir auf die Zunge und wollte ausgesprochen sein ; da habe ich es gethan . Es spricht jemand in mir vom Tode . Ob es der Halef oder der Hadschi ist , das weiß ich nicht ; aber ich werde - - - Horch ! « Es gab in diesem Augenblick allerdings etwas zu hören , nämlich ein plötzliches Geschrei vieler Stimmen , wie es beim Angriffe oder im Kampfe ausgestoßen wird . Die Dinarun sprangen auf , und ihr Scheik rief aus : » Allah ! Das sind meine Krieger ! « » Da unten ? « fragte ich , indem ich mich auch schnell erhob . » Du sagtest doch , daß sie hierher kommen würden ! « » Sie sind direkt zu den Räubern geritten und über sie hergefallen . « » Aber sie wußten doch nicht , wo diese sich befanden ! « » Es wird sie der Zufall oder irgend ein Zeichen zu der Stelle geführt haben . « » Irrst du dich nicht ? Weißt du gewiß , daß es deine Leute sind ? « » Sie sind es . Es ist unser Ruf . « » So müssen wir hinab ! « » Nein . Jetzt noch nicht . Laß nur einige Minuten vergehen , so werden wir erfahren , wie es steht ! « Ich war nicht ohne Sorge , zwang mich aber zur Geduld . Halef war auch aufgesprungen . Es schien alle Schwäche von ihm gewichen zu sein . Seine Stimme klang sehr energisch , als er den Scheik jetzt fragte : » Können deine Krieger denn einen anderen Weg als den ihnen anbefohlenen eingeschlagen haben ? « » Ja , « antwortete Nafar Ben Schuri . » Warum ? Sie haben doch zu gehorchen ? « » Man kann doch auch grad aus Gehorsam etwas anderes thun , als was befohlen worden ist . « » Nein ! Das ist gar nicht möglich , denn ein Befehl wird doch gegeben , daß man ihn grad so und nicht anders befolge , als er lautet . « » Aber wenn der , welcher ihn auszuführen hat , währenddem einsieht , daß er ihn auf andere Weise viel besser und vollständiger erfüllen kann , so ist es doch grad die Pflicht des Gehorsams , nicht darauf zu achten , wie der Befehl ursprünglich geklungen hat ! « » Damit erkennst du also jedem deiner Leute die Berechtigung zu , deine Gebote zu deuten und von ihnen abzuweichen oder nicht , je nachdem sie es für nützlich halten . Meine Haddedihn haben genau nach meinen Worten zu handeln , ohne von ihnen hinwegzunehmen oder hinzuzufügen . Doch schaut hinab ! Man hat ein Feuer angezündet , und man ruft . Wer ist gemeint ? « Es leuchtete unten eine Flamme auf , und wir hörten die Worte erklingen : » Gahlab , gahlab ; ta ' al , ta ' al , ia Scheik - - Sieg , Sieg ; komm , komm , o Scheik ! « » Diese Worte gelten mir , « antwortete Nafar Ben Schuri . » Meine Leute wissen ja , daß ich hier oben bin , und da sie den Feind überwunden haben , so fordern sie mich auf , zu ihnen hinabzukommen . « » Hoffentlich haben sie in ihrem eigenmächtigen Handeln nichts gethan , was uns in Schaden setzt ! Wie man etwas thut , das ist oft wichtiger , als daß man es thut ! « Die Rufe von unten wiederholten sich , und so stiegen wir auf , um hinabzureiten . Das geschah in einer langen Einzelreihe , einer hinter dem andern . Halef und ich machten die letzten und verließen uns auf unsere Pferde , welche trotz der Dunkelheit und trotz der Beschwerlichkeit des Weges nur selten einmal einen Fehltritt thaten . So kamen wir ganz gut in das Thal hinab und ritten quer über dasselbe hinüber , indem wir uns das Feuer als Wegweiser dienen ließen . Dabei wurden Rufe und Gegenrufe gewechselt , und es gab einen Lärm , der immer größer wurde , je näher wir kamen . Als wir dann anlangten , befanden wir uns inmitten von 50 oder 60 Dinarun , welche alle auf das lebhafteste auf uns einschrieen