, der ihnen mit seinem Sonnenschein die Stunden zu echten Festtagsstunden machte . Der Kutscher fuhr sie zu einem Restaurant , in dem man , wie er versicherte , sehr fein , und auch im Freien speisen könne . Er würde so noblen Herrschaften doch ganz gewiss nur das Beste empfehlen . Im Freien sassen sie zwar , aber das Diner war nicht das , was Max Bornstein für Lena gewünscht hätte . Ihre heitere Laune liessen die beiden sich aber dadurch nicht stören . Es wäre auch schwer gewesen , heute in Lenas Gesellschaft nicht heiter zu sein . Allerliebst sah sie aus in ihrer weissen Wollblouse und dem kurzen schwarzen Rock , dem kecken schwarzweissen Hütchen und den chiken Stiefeletten . Dabei hatte sie eine Art zu plaudern und zu lachen , die Bornstein vollends den Kopf verdrehte . Das war so die Freundin , wie er sie sich immer gewünscht , aber trotz seines tollen Lebens noch niemals gefunden hatte , halb Dame , halb Grisette . Donnerwetter , mit der würde er es sein ganzes Leben lang aushalten , Was besseres wünschte er sich gar nicht . Fast niemals launisch und immer fidel , mehr pikant als schön , nie langweilig , und gesund vom Scheitel bis zur Sohle , gesund auch in ihren schlechten Eigenschaften , in ihrem Egoismus und ihrem Eigensinn . Wahrhaftig , Bornstein hätte in dieser Stunde nicht übel Lust gehabt , Lena um ihre Hand zu bitten . Es ging niemand Andern etwas an , wen er heiratete , und für seine Lebensanschauung wäre sie die beste Frau der Welt gewesen . Auf Bildung pfiff er . Er wusste am besten , dass es mit seiner eigenen auch nicht weit her war . Und um ihn direkt zu blamieren , dazu war der kleine Racker viel zu klug . Na aber , es brauchte ja nicht gleich heute zu sein . Ein bischen überlegen konnte man ja die Sache noch . So ganz ohne Bedenken war sie am Ende doch nicht . Dabei fiel ihm ein , dass Lena über Dahlow hatte mit ihm sprechen wollen . Donnerwetter , das hätte er beinahe vergessen ! Noch besser , eine Konjunktur zu verschlafen , auf die man so lange gewartet hatte ! - Indem er sein Sektglas gegen sie aufhob , sagte er schmeichelnd : » Na , Kätzchen , Du wolltest mich doch bei Tisch was fragen , Dahlow betreffend . Hast Du Dir das schon wieder anders überlegt ? « Lena schüttelte lebhaft mit dem Kopf . Dann sagte sie unvermittelt : » Kommt Ihr Gärtner manchmal nach Berlin , Herr Bornstein ? « » Willst Du wieder Blumen haben , Mieze ? Dann komm nur und hol ' sie Dir selbst . « » Darum handelt es sich nicht - « und Lena steckte , wie Bornstein es nannte , ihre Geschäftsmiene auf . » Es handelt sich um etwas sehr Ernstes . Ich habe nämlich einen grossen Plan vor , Herr Bornstein - « » Um Himmelswillen , Lena , Du willst Dich doch nicht schon wieder in eine Stellung begeben ? Ich danke Gott , dass Du endlich frei bist ! « » In eine Stellung nicht , - aber arbeiten muss ich doch , wovon soll ich denn leben ? « Er wollte ihr sagen , dass sie nur den Mund aufzuthun brauche , um nie wieder im Leben eine Hand zu rühren , aber weiss der Himmel , wie es kam , er hatte nicht recht den Mut dazu . Dieses kleine Frauenzimmer hielt ihn noch immer in Schach . Aergerlich über sich selbst , sagte er gereizt : » Na also , was ist es denn ? « » Etwas , wozu ich Ihren Rat und Ihre Hilfe gebrauche , Herr Bornstein ! « » Wenn Du was von mir willst , könntest Du doch wenigstens Max und Du zu mir sagen « , stiess er brummend heraus . » Ich mag das nicht . Es hat auch gar keinen Sinn . Wir sind doch bis jetzt auch so ganz gut fertig geworden . « » Na also « , brummte er zum zweiten Mal . » Ich möchte gern ein Blumengeschäft etablieren , Herr Bornstein , aber ich habe nichts dazu als kolossale Lust - « » Hm , ein bischen wenig . « Obgleich ihm diese Idee gar nicht übel passte , - er hatte längst daran gedacht , ihr ein nettes kleines Geschäft zu kaufen - wollte er sie doch ein bischen zappeln lassen . Vielleicht konnte dieser Plan ihr zur Falle werden , in der sie sich endlich verfing . Lena war einigermassen erstaunt , Bornstein so wenig entgegenkommend zu finden . Er las ihr doch sonst jeden Wunsch von den Augen ab , und gar auf einen ausgesprochenen einzugehen , hatte er noch niemals auch nur einen Augenblick gezögert . » Da möchte ich mir vor allen Dingen Rat bei Ihrem Gärtner holen . « Er hatte es auf der Zunge , ihr zum so und sovielten Male zu sagen : » Fahr doch nach Dahlow , wenn Du was willst . « Aber er bezwang sich und gab das Versprechen , ihr den Gärtner hereinzuschicken . Sie war ganz glücklich bei dem Gedanken . Unwillkürlich musste er über sie lachen . Frauen bleiben doch stets kurzsichtige Kindsköpfe , selbst die gescheitesten . » Nun , und was ist mit dem Rat meines Gärtners gross erreicht ? Sei doch nicht so dumm , Mieze , und thue Deinen Mund auf . Du weisst ja , ich geb ' Dir das Geld gern , wenn Du Dich durchaus etablieren willst . Blumen sind noch längst nicht das schlechteste . « Und nun fing er auf einmal an , selbst für den Plan Feuer zu fangen , immer mit dem Hintergedanken freilich , dass Lena von Dahlow würde ihre Ware beziehen müssen , und dass es sich dann von selbst ergeben