einfach , um was es sich handelt . « » Wie Sie wollen , Sir , aber es ist Thorheit , sich über die nothwendigen Kosten eines Geschäfts zu ärgern , wenn man es einmal begonnen . Die Frage ist also , wie der Pfandleiher Meier , oder vielmehr dessen Frau , welche jetzt die eigentliche Erbin ist , am schnellsten für unsern Zweck willig zu machen ist . Well , als ich mich nach unserer Ankunft hier nach Leuten umsah , durch welche der frühere Erbe beseitigt werden könnte , wollte es der Zufall , daß ich auf einen Menschen stieß , der mit besagtem Meier oft in einem Geschäftsverkehr gestanden , welcher wenigstens in den Augen der Polizei nicht ganz sauber ist . Meier macht einfach den Diebeshehler . Ich gab ihm zuerst Andeutungen , daß ich sein ganzes Treiben kenne ; als er aber trotz seiner Betroffenheit von nichts Unrechtem wissen wollte , schickte ich zwei von den Menschen , welche gestohlene Waaren bei ihm versetzt hatten , in seine Office , um die Sachen wieder einzulösen . Die Kerls mußten die Rolle von ehrlichen Leuten spielen ; sie erzählten ihm , daß sie erst durch die Zeitung erfahren hätten , daß die Güter , welche sie ihm gebracht , gestohlenes Eigenthum seien , sie wären durch die dritte Hand in ihren Besitz gekommen und sie müßten die Waaren wieder zurück haben , um bei der Polizei Anzeige davon zu machen und nicht selbst in den Verdacht des Diebstahles zu kommen . Ich kam gleich zu Anfang der Verhandlung wie durch Zufall hinzu . Meier war bleich wie eine Kalkwand , läugnete aber , nur zu wissen , von was die Männer sprächen , und wollte es auf eine Durchsuchung seines Hauses ankommen lassen - er hatte sich jedenfalls der verdächtigen Gegenstände schon längst entledigt . - Als jetzt die beiden Kerls drohten , sofort nach der Polizei zu gehen und selbst Anzeige zu machen , warf ich mich biederherzig dazwischen und sagte ihnen , sie möchten doch zuerst dem Pfandleiher Zeit zum Nachdenken lassen , er werde sich vielleicht noch besinnen ; morgen möchten sie wieder kommen - und so gingen die Beiden , nachdem ich gewichtig mein Notizbuch gezogen und mir zwei X beliebige Namen als die ihrigen hatte nennen lassen , ab . Ich aber begann nun dem Meier eine Strafrede zu halten - und ich weiß jetzt noch nicht , hat er mich für einen gutmüthigen Polizeispion oder für einen halben Pfaffen genommen - sagte ihm , daß ich selbst seine heimlichen Geschäfte schon längst kenne , daß jetzt zwei bestimmte Zeugen gegen ihn vorhanden seien und daß er sich bei einer Anzeige nimmermehr von der Verurtheilung als Diebeshehler losmachen könne . Ich muß wol sehr eindringlich gesprochen haben , denn Madame Meier kam aus der Hinterstube weinend herbei und mit ihrem : Siehst du , siehst du , Abraham ! mir gerade gelegen . Ich wurde natürlich von dem Intermezzo ziemlich gerührt und erklärte dem Pfandleiher , der , ohne ein weiteres Wort reden zu können , mit weißen Lippen dastand , daß nur in Rücksicht auf seine arme Frau ich mir noch einmal überlegen werde , was ich in der Sache zu thun habe , ohne meine Pflicht und mein Gewissen zu verletzen - und ging weg . Das war vorgestern ; ich vermuthe aber , daß das Meier ' sche Ehepaar seit dieser Zeit wenig geschlafen haben wird und daß ihnen bei jeder Oeffnung ihrer Thür ein Schrecken durch die Glieder gefahren ist . Hoffentlich , Sir , « fuhr Seifert fort und zog ein Gesicht voll ironischer Treuherzigkeit , » werden Sie aus dieser kurzen Skizze ersehen , daß ich ehrlich und umsichtig meine Pflicht als Partner erfüllt habe und wol Ihr geschätztes Vertrauen verdiene , das Sie mir so wenig angedeihen lassen wollen . « Murphy rieb sich die Stirn . » Das Ehepaar soll also für den Preis Ihres Schweigens zu einem Uebereinkommen wegen des Besitztitels vermocht werden , « sagte er ; » der Plan ist so übel nicht , wenn er vorsichtig ausgeführt wird . Jedenfalls aber müßten wir aus Werk gehen , ehe die öffentliche Aufmerksamkeit sich der Hinterlassenschaft zuwendet und Smith und Johnson den fraglichen Besitztitel als noch zu dem Eigenthume des Verstorbenen gehörig in die Masse abliefern . « » Ganz meine Ansicht , Sir ! « nickte Seifert . » Ich habe für heute Nachmittag und morgen früh ein kleines Privatgeschäft im Lande abzumachen - wir müssen doch erst die Leiche des jungen Menschen unter die Erde kommen lassen , ehe wir fernere Schritte thun - morgen Mittag aber werden Sie mich hier zur weitern Arbeit bereit finden . « Er erhob sich und nahm seinen Hut . Der Advocat sah auf . » Ich hoffe , Sie werden nicht auf sich warten lassen , « sagte er , und um seine Augen spielte es wie ein unbestimmter Verdacht . » Ich fehle nie , wo es sich um mein Interesse handelt , « lächelte Seifert in seiner eigenthümlichen Weise . » Vergessen Sie nur nie , mich daran fest zu halten . « V. Es war in den ersten Tagen des Mai , aber schon hatte die » warme Jahreszeit « in den südlichen Staaten begonnen . Ein dunkelblauer , wolkenloser Himmel spannte sich über die Thäler aus , welche sich zwischen den Ausläufern der Alleghany-Gebirge hinziehen . Kein Lüftchen regte sich , nichts Lebendes war auf den Feldern zu entdecken , kein Laut wurde hörbar , und selbst die Blätter der Bäume schienen , überkommen von der erschlaffenden Wärme , eingeschlafen zu sein . Zwischen seinen hier oft so malerischen Ufern lag der Tennesseefluß regungslos und spiegelte das mannichfach schattirte Gebüsch wieder , wie in einem festen Glase . Oben an einer der Landungen saß ein einsamer Neger , eben so bewegungslos wie seine ganze Umgebung , und starrte den Fluß hinauf . Er war reinlich in dunkles ,