, Lorbeeren zu pflücken unter Don Carlos . « » Sie , gnädige Frau , reisten unter den interessantesten Umständen nach Florenz , Ihren unschuldigen Gatten aufzusuchen , und schon nach wenigen Monaten beschenkten Sie die Welt mit der lieblichsten Tochter - « » Verzeihen Sie , Herr Ritter- - « » Entschuldigen Sie , gnädige Frau - - « » Aber Sie werden anzüglich , Herr Ritter ! « » Aber Sie werden verletzend , gnädige Frau ! « » Ich glaubte , einen anspruchslosen Knaben in Ihnen zu finden - « Beide Freunde lachten laut auf und sanken einander in die Arme . » Wir sind aus der zweiten in die erste Rolle gefallen ! « rief der Graf . » Aus der harmlosen in die maliziöse ! « erwiderte der Ritter . Da wurde die Türe geöffnet . Man meldete die Ankunft der Herzogin von S. XV Der Baron Der Graf hatte alles aufgeboten , um die Herzogin glänzend zu empfangen . Vor allen Dingen hatte er für die Gesellschaft der hervorragendsten Häupter des benachbarten Adels gesorgt , die entweder für einige Tage bei ihrem Wirte verweilten oder am Abend von ihren Landsitzen zu der Wohnung des Grafen hinübereilten , um sich dann erst spät in der Nacht wieder zu entfernen . Baron von ... war einer von den Gästen , die immer nur wenige Stunden blieben . - Er war ein Fünfundvierziger und ein hoher , breitschultriger , robuster Mann , mit braunem Schnurrbart und einem Backenbart , der in wilden Büscheln bis hoch hinauf auf die Wangen wuchs . Nase , Füße und Hände des Barons waren sehr gewöhnlich ; zwei große lebendige Augen verliehen ihm aber einiges Interesse . In seinen Manieren war der Baron im höchsten Grade ungeschlacht ; die geräumigsten Zimmer waren zu klein für seine grotesken Bewegungen ; er zerbrach bei jeder Soiree einige Tassen , einen Stuhl oder irgendein anderes unschuldiges Möbel , so daß seine Freunde ihn ein für allemal als den kostspieligsten Gast bezeichneten . Im Gespräche war der Baron sehr verständlich ; er führte die undiplomatischsten Redensarten und drückte sich sogar sehr derb aus , wenn er in Eifer geriet . Nichtsdestoweniger war er bei den Damen gern gesehn , denn der Baron war jedenfalls eine zu ehrliche Erscheinung , als daß man ihm hätte zürnen sollen . Er ließ sich auch so willig von den jungen Komtessen an der Nase herumführen , daß man ihm schon der komischen Szenen wegen , zu denen er Veranlassung gab , mit Freuden alle Extravaganzen verzieh . Schrecklich blieb er freilich für die meisten Damen durch den mehr als pikanten Duft des Pferdestalles , den er fortwährend in seinen Kleidern trug . Die Röcke und Beinkleider des adligen Herrn waren dergestalt von diesem durchdringenden Parfüm gesättigt , daß die Fürstin X. einst ohnmächtig wurde , als sie den Baron näher beroch . Ein wahrer Kampf entspann sich zwischen der Atmosphäre des Salons und der Atmosphäre des Stalls , wenn der Baron zur Türe hineintrat , und Fürstin X. behauptete , sie glaube auch jedesmal nichts anderes , als daß ein leibhaftiger vierfüßiger Hengst hereinspaziere . Das Eigentümliche und Charakteristische des Barons hatte sich aus seiner täglichen Beschäftigung , aus seinem stündlichen Umgang entwickelt . Der Baron war nämlich nicht nur ein leidenschaftlicher und ausgezeichneter Reiter , sondern er trieb auch in eigner Person den bedeutendsten Roßhandel . Besonderes Vergnügen machte es ihm stets , von wahrhaft fabelhaften Gewinsten zu erzählen , die er bei seinem Schacher realisiert zu haben meinte . Kein Roßkamm , versicherte er , habe ihn je betrogen ; er sei dagegen der Mann , der alle Welt überliste , und halbtot wollte er sich oft über diesen und jenen Israeliten lachen , den er bei dem letzten Geschäft hintergangen zu haben vorgab . Gut unterrichtete Freunde wußten indes besser , wie es mit der Liebhaberei des Barons aussah . Sie hatten meistens schon selbst davon profitiert und hüteten sich wohl , ihren enthusiastischen Bekannten in seinen Illusionen zu stören . Sie wußten , daß der Baron nur der Lust des Kaufens und des Verkaufens wegen den Roßhandel trieb und daß er sich wenig daraus machte , wenn die Summe seiner Verluste jährlich einen nicht unbeträchtlichen Ausfall in seinen sonstigen Revenuen hervorbrachte . Vor allen andern zeichnete sich der Baron als Mitglied eines Reitjagdklubs aus , der nach englischem Muster bei dem schlesischen Adel seinerzeit viel Furore machte . Dieser Klub existierte nur für den Adel und für wenige auserlesene Bürgerliche ; er sollte die Freuden des Reitens und der Jagd miteinander verbinden , » um die preußische Jugend wieder zu stählen « . Dieses » Stählens « bedurfte der Baron freilich nicht , denn trotz mancher Ausschweifungen mit den Landschönheiten seiner Umgebung führte er im ganzen ein sehr regelmäßiges Leben und konservierte seinen eisernen Körper . Er stand morgens mit der Sonne auf und schlief deswegen auch abends im Salon , in der besten Gesellschaft , oft laut schnarchend auf seinem Stuhle ein . In den von den Landräten ausgeschriebenen Kreisversammlungen , die in Schlesien gewöhnlich aus 50 adligen Gutsbesitzern und aus nur 6 oder 8 bürgerlichen und bäuerlichen Deputierten bestehen , fehlte der Baron selten . Noch pünktlicher fand er sich indes auf den in allen benachbarten Orten regelmäßig statthabenden Wochenmärkten ein ; nicht nur , um Pferdehandel zu treiben und als Schafzüchter seine Wolle an den Mann zu bringen , sondern namentlich der Annehmlichkeit wegen , viele Leute seines Gelichters beim Trunk oder Spiel zusammen anzutreffen . Diese Wochenmärkte bildeten für den schlesischen Adel lange Zeit einen besuchteren Sammelplatz als die gegen das Ende der dreißiger Jahre gestifteten Adelsreunionen , die zuerst nach den Freiheitskriegen auftauchten , dann aber für einige Jahre wieder verschwanden . Die Krone aller Vergnügungen war für den Baron der jährlich gleich nach Pfingsten stattfindende große Wollmarkt in Breslau . Es ist hinlänglich bekannt , daß der ganze schafzüchtende schlesische Adel um diese Zeit nach der Hauptstadt der Provinz pilgert