mit dem Holz das gleiche Ersparniß , wegen Feuersgefahr die gleiche Sicherheit für das Dorf . Wir wissen das und wir finden das löblich . Warum muß denn bei uns jede Haushaltung noch ihre Wäsche bei sich im Hause halten ? - Durch das Feuer beim Backen werden unsere Oefen , durch das Feuer beim Waschen werden unsere Herde weit schneller ausgebrannt und schadhaft . Wir müssen daher beide öfters ausbessern lassen . Das kostet Geld . Hätte die Gemeinde ein gemeinsames Waschhaus , hätte eine ganze Reihe Häuser ihren gemeinsamen Backofen zu unterhalten , das würde ungleich weniger kosten . « » Nun denn , liebe Männer und Mitbürger ! Wir machen euch den Vorschlag zur Errichtung von Gemeindsbacköfen mit Einrichtung zum Dörren , und zur Erbauung eines gemeinsamen Waschhauses , wie andere Gemeinden haben . Die ersten Unkosten dazu sollen aus dem Gemeindssäckel gegeben werden . Wir alle wollen dazu fuhrwerken und handlangen . Was meinet ihr ? « Die Bauern meinten vielerlei . Die Einen wollten beim Herkommen bleiben ; mehrere aber sahen ein , daß ein Gemeindswaschhaus besser wäre . Doch die Backöfen wollten sie nicht , weil sie dergleichen noch nicht kannten . Andere aber stimmten auch zur Errichtung der gemeinsamen Dörr- und Backöfen . Als nun endlich einmal abgestimmt werden sollte nach langem Streit , geschah es , daß sowohl für Waschhaus als für Backöfen die größte Mehrheit war . Da sprach Oswald mit freudigem Antlitz : » Bravo , ihr Männer und Mitbürger , euer Beschluß macht euch Ehre und wird euch mit Nutzen belohnen . Nun kommt das Letzte . Wenn ihr nun weniger Holz in Zukunft gebrauchet , so brauchet denn weniger . Machet aus dem Holz , was ihr auf diese Weise ersparet , ein Geldkapital , und bezahlet damit die Gemeindsschulden ab . Höret mich an und helfet mir rechnen . « » Wenn sich jede Haushaltung , die jetzt nebst Reiswellen drei Klafter Holz empfängt , im Jahr mit zwei Klaftern durchbringt , so werden von den hundert Haushaltungen in einem Jahr einhundert Klafter erspart . Das Klafter ist fünf Gulden werth , bringt im Jahr fünfhundert Gulden . Binnen zehn Jahren haben wir so fünftausend Gulden gespart und unsere Schuld bezahlt . « » Höret mich weiter . Wir haben etwas über sechshundert Jucharten Gemeindswaldung . Seit die hohe Regierung in den Wäldern den Weidgang verboten hat , wächst darin Alles , wie ihr wisset , freudig und hanfdick auf . Ich bin mit dem Herrn Oberförster durch den Wald gegangen . Er sagte : alle Jahr wächst auf einer Juchart Land ein halbes Klafter Holz zu . Ferner sagt er : Wir müssen das vom Stock ausgeschlagene Laubholz . wie Buchen , Erlen , Hagebuchen , Espen , Ahorn , dreißig Jahre alt werden lassen ; große Eichen , Buchen , Tannen und was zu grobem Bauholz dient , muß siebenzig , hundert und mehr Jahre alt werden . Folglich , wenn wir gehörig holzen , so müssen wir alle niedere Laubholzwaldungen in dreißig Portionen eintheilen , und alle Bauholzwaldungen in hundert und mehr Portionen . Wenn wir nun alle Jahre von jeder Art nur eine Portion nehmen , so hätten wir natürlich alle Jahre gleich viel Holz , und schlügen nicht zu viel und nicht zu wenig , und wir und unsere Nachkommen hätten allezeit altes , reifes Holz zu schlagen . Ferner sagt er : Wir hätten im Tannenwald so altes Holz , daß , wenn wir nach der Ordnung holzten , vieles davon überalt und faul werden würde . Wenn wir dies in einigen Jahren wegschlügen , würde in hundert Jahren da wieder für unsere Nachkommen hundertjähriges Holz stehen . - So ist denn mein Rath und der Rath der ehrsamen Beisitzer : Wenn wir uns im Gebrauch alle Jahre hundert Klafter absparen , so sind tausend Klafter ungefähr das Ersparniß von zehn Jahren . Statt nun zehn Jahre zu warten , holzen wir das Ersparniß in zwei Jahren ab , bezahlen unsere Schuld , behalten den Zins im Geldsack für uns , und behelfen uns zehn Jahre lang in jeder Haushaltung mit zwei Klaftern nebst Reiswellen . « Als die Gemeinde diesen Vorschlag angehört hatte , erhob sich wieder Streit und tobendes Geschrei . Die Meisten hätten gern zwar den Zins behalten , aber auch das Holz . Man stritt bis es Nacht ward , und kam zu keinem Schluß und lief auseinander . 25. Es geht immer besser . Die wohldenkenden und verständigen Männer im Dorfe schüttelten den Kopf und sagten : » Das Ding mit den Holzsparen setzen wir bei dieser hartnäckigen Gemeinde nie durch . « Oswald aber lachte und antwortete : » Nur Geduld ! Gutes Ding will seine Zeit haben . Die Leute müssen das Ding erst besprechen , beschlafen und sattsam verdauen . Goldenthal ward nicht in einem Tage gebaut . Unsere Bauern , wenn ihnen ein nützlicher Vorschlag gemacht wird , der ihnen neu ist , sind wie die Kinder , wenn sie einen unbekannten Mann erblicken . Die laufen erst schreiend und erschrocken davon ; nachher schauen sie ihn aus der Ferne an ; dann kommen sie wieder einen halben Schritt näher , wenn sie merken , daß er nicht beißt ; endlich spielen sie mit ihm und werden gute Freunde . « So redete Oswald . Unterdessen ward zur Erbauung des Waschhauses und der Backöfen Anstalt gemacht . Man fällte Holz , brach Steine , führte Leimen und Kalk und Ziegel herbei , Alles durch gemeines Werk . Die Haushaltungen , welche einen Back- und Dörrofen gemeinschaftlich haben wollten , traten zusammen , beredeten die Reihenfolge im Gebrauch des Ofens , und bestimmten den sichersten und bequemsten Platz . Oswald ließ einen sehr verständigen Maurermeister kommen , der die besten Vortheile bei Feuerherden und Oefen anzubringen wußte . Er selbst besuchte verschiedene Dörfer , um dasige Einrichtungen kennen zu lernen und das Beste davon für Goldenthal zu benutzen . Gegen den Herbst waren