Bau der Redoute begonnen , von der man das Fort Abdul-Medjid im Rücken beschießen wollte . Plötzlich that das Pferd des Ordonnanzoffiziers einen furchtbaren Sturz , es war in eine der im hohen Grase angebrachten Schützengruben mit den Vorderbeinen gestürzt und hatte beide morsch gebrochen . Der Offizier flog aus dem Sattel über den Kopf des Pferdes hinweg , raffte sich aber , nur wenige Augenblicke betäubt , wieder empor ; das hier mannshohe Gras versperrte ihm die Rundsicht , der bedeckte Himmel gestattete ihm nicht einmal , sich nach den Sternen zu orientiren . Da knisterte und zischte es links in der Ferne vor ihm in die Höhe - hoch in den dunklen Nachthimmel stieg von der Citadelle der majestätische Strahlenschweif einer Rakete und streute auf dem Zenith seine glänzenden Leuchtkugeln in das Dunkel ringsum - auf Augenblicke Tageshelle verbreitend . » Heiliger Iwan , schütze sie ! « Der Lichtstrom hatte ihm die Lage der Forts gezeigt , wie ein gejagter Hirsch brach er sich Bahn zur Rechten durch das Gestrüpp und Gras - Kaum zweihundert Schritt weit - » Stai ! - die Parole ! « Victoria - er war an der Tranchee ! - » Constantin und die Flotte ! - Allarm , Allarm ! Zu den Waffen - die Türken machen einen Ausfall ! « - Ein Musketenschuß , dann eine Salve links in der Entfernung eines halben Wersts krachte bereits die Antwort , in der nächsten Minute brach der Allahruf der Moslems durch die Luft und eine Kavallerie-Attaque donnerte quer über das Feld . » Festgestanden ! - Fertig ! - Feuer ! - Drauf mit dem Bajonnet ! « Die Säbel und Handjars der Irregulären blitzten zwischen dem kleinen Posten . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - In dunklen Massen , unter wüthendem Allahruf brachen die Kolonnen des Nizam auf die vorderen Linien der Trancheen und die errichteten Batterieen , im ersten ungeahnten Anlauf die Postenkette über den Haufen werfend und unaufhaltsam bis zur ersten Linie vordringend . Erst hier , an den Abhängen der Weinberge und unterm Schutz der russischen Batterien am Donau-Ufer gelang es dem Obersten Grafen Oppermann , die Seinen zum Stehen zu bringen und die Truppen zu sammeln . Die Verwirrung und der nächtliche Lärmen waren furchtbar , das Schlagen der Trommeln , die Allarmsignale der Hörner auf allen Seiten , der Ruf der Offiziere , das Knattern der Flinten und Pistolenschüsse - das wilde Geschrei der Türken , dem nur das grimmige Zähneknirschen des Feindes , die lautlose aber desto verzweifeltere Gegenwehr antwortete , das Alles war sinnverwirrend , betäubend , der Hölle entstiegen ! In der ersten Viertelstunde war der Kampf ein Knäuel gegenseitigen Ringens und Würgens , Faust gegen Faust , Mann an Mann - ja Zahn gegen Zahn , denn der Fallende faßte rasend mit seiner letzten natürlichen Waffe oft noch den Gegner , und am Boden würgten sich die Feinde unter den Füßen der Kämpfenden . Siegesjubelnd gellte das Allah der Türken und immer weiter und weiter drängten die Massen vor , während im Rücken bereits die Geschütze der erstürmten Schanzen vernagelt , die Laufgräben von hundert rüstigen Händen verschüttet wurden und die Hyänen der Schlachtfelder , die regellosen Marodeurs und die privilegirten , trotz aller Befehle des Muschirs von den Pascha ' s geschützten und geduldeten Kopfabschneider der Tabors oder Compagnieen ihr gräuliches Geschäft an den Leichen und Verwundeten der Russen begannen . Dazu strömte Zug auf Zug aus dem geöffneten Thor , zur Unterstützung von dem vorsichtigen Mussa-Pascha beordert , und stürzte sich in den Kampf . Kiriki-Pascha mit den berittenen Bozuks hatte sich zur Rechten geworfen , um die Verbindung mit dem Centrum zu durchbrechen und dem ungestümen Angriff war es im ersten Augenblick gelungen . Cavallerie kämpfte hier mit russischer Infanterie und den Artilleristen , die wüthend mit den Ladestöcken und Hebebäumen sich verteidigten , und sich einzeln an den Kanonen erschlagen ließen , ehe sie von dem anvertrauten Gute wichen . Mitten in den Reihen der Bozuks befand sich der englische Garde-Capitain , das wilde Gemetzel betrachtend und nur hin und wieder den am Faustgelenk hängenden Säbel zur Abwehr schwingend . Den Jägern , die diesen Theil der Trancheen hielten , war es jetzt gelungen , an einer eben erst angelegten Batterie Posto zu fassen unter dem Commando eines jungen Artillerie-Offiziers , des Lieutenant Potemkin , und zwei Geschütze gegen den Feind zu richten . Während sich an der Kehle der Batterie die orloffskischen Jäger wüthend gegen die Reiter schlugen , krachte der Kartätschenhagel in den dichten Haufen der Feinde , Reiter und Pferde zerreißend und zu Boden schmetternd , die ersten Kanonenschüsse , die von russischer Seite in diesem furchtbaren Kampfe fielen . Rat - tat - rat - tat - tat ! Der kurze Schlag des Sturmmarsches schien den Höllenlärmen des Kampfes zu durchbrechen und mit dem grollenden Donner des Himmels zu wetteifern , den die immer höher heraufziehenden Gewitterwolken , schon mit Sonnenuntergang drohend , jetzt mit dem Leuchten der Blitze durch die Nacht warfen . Gleich einer Strahlengarbe fuhr es von den Donauschanzen jetzt hinauf in die dunklen Wolkenschichten , eine Garbe großer Raketen , die Gegend ringsum auf eine Minute weithin mit Tageshelle überglänzend . In dem hellen Schein sah man das Anrücken der russischen Kolonnen , das zweite Jäger-Bataillon vom Regiment » Fürst von Warschau « unter Anführung seines tapfern Obersten Kloot von Jürgenburg eilte seinen bedrängten Kameraden zu Hilfe , ihm zur Seite im Sturmmarsch dicht schon an den wilden türkischen Reitern General-Major Inseroff mit dem zweiten Bataillon des Jeletzkischen Regiments . Das » Hurrah ! « der Russen überdonnerte den Donner , von Kanara her gellte das » Kuli ! « des Tamanskischen Kosacken-Regiments , das der Oberfeldherr zu Hilfe sandte - von den Weinbergen herab drängte in dunklen Massen mit den im Blitzstrahl blitzenden Bajonnetten die Infanterie-Colonnen General