gewesen und hat auf einen ihm gemachten Vorschlag den Prediger aus Teupitz kommen lassen . Aber auch dieser hat ihn nicht zufriedenstellen können . « 66 Das eine Meile weiter nördlich gelegene Tempelberg , oder doch wenigstens die Tempelberger Kirche , weist mehr Erinnerungen an die Wulffensche Zeit auf als Steinhöfel . Außer einem Epitaphium zu Seiten des Altars befinden sich noch sechs Wulffensche Grabsteine in der Kirche , die fast den halben Raum des Mittelschiffes einnehmen . Einer derselben zeichnet sich durch eine ganz besondere Sinnigkeit aus . Luisa Lucretia von Wulffen aus dem Hause Steinhöfel war an einen von Wulffen in Tempelberg vermählt und starb 1720 , wahrscheinlich im Kindbett . Am Oberende des Grabsteins bemerkt man zwei Bäume , die sich mit ihren Wipfeln einander zuneigen . Darunter steht : » Eine gleiche Neigung verbindet uns « . Dann folgen Zeilen , in denen der Tod der jungen Frau gemeldet wird , bis zuletzt ein Baum mit der Inschrift : » Bei meinem fruchtbar sein / Da stellet Last sich ein « das Ganze nach unten hin abschließt . Ein siebenter Grabstein , der eine Zeitlang auch im Kirchenschiffe lag , steht jetzt an einem Wandpfeiler . Es ist dies der Grabstein der Frau Anna Lucretia von Gölnitz , einer gebornen von Götze . Sie lebte verwitwet in dem ihr befreundeten Wulffenschen Hause und wurde , als sie in Tempelberg starb , in der Tempelberger Kirche beigesetzt . Sie hatte aber keine Ruhe unter den Wulffens und sehnte sich zu den Götzes zurück . Es begann zu spuken und immer wenn Margarethe von Wulffen , die Freundin der Verstorbenen , in die Kirche trat , war es ihr , als ob eine Stimme riefe : » Grete , mach ' auf . « Das geschah denn auch endlich und man schaffte den Sarg nach dem Familiengute der geborenen von Götze hinüber . Da war es ruhig . Der Grabstein aber blieb in Tempelberg und ward in den Wandpfeiler eingemauert . Eine ähnliche Geschichte – darin ähnlich , daß Verstorbene keine Ruhe haben , bis sie an rechter Stelle bestattet sind – wird aus einem der Teltowdörfer zwei Meilen südlich von Berlin berichtet . Es ist das die Geschichte vom » französischen Tambour « . Das betreffende Dorf gehörte damals ( 1813 ) der alten Familie v. H. Vater und Sohn ( der älteste ) standen im Felde , die Mutter und die jüngeren Geschwister aber lebten seit dem Tage von Großbeeren in der nahen Hauptstadt . So war das Herrenhaus verwaist . Als auch die Schlacht bei Dennewitz geschlagen war , nahm der älteste Sohn Urlaub und kam herüber , um auf dem väterlichen Gute , das viel Einquartierung gehabt hatte , nach dem Rechten zu sehen . Er traf spät abends ein . Bei seiner Ankunft baten ihn die Leute , nicht im Schloß , sondern im Wirtschaftshause zu schlafen : » im Schlosse spuke es seit vierzehn Tagen . « Herr v. H. nahm natürlich keine Notiz davon und bezog wie immer seine Giebelstube im Herrenhaus . Um Mitternacht ward er durch Trommelwirbel geweckt und als er aufsprang , hörte er deutlich , daß durch das ganze öde Schloß hin treppauf treppab die französische Reveille geschlagen wurde . In der nächsten Nacht wiederholte es sich . Herr v. H. stellte nun Nachforschungen an und man entdeckte zuletzt in einem der Keller des Hauses , die Trommel neben sich , einen französischen Tambour , der tot unter Werg und Hobelspänen lag . Er hatte eine tiefe Kopfwunde . Wie er dort hinkam , wußte niemand zu sagen . Er erhielt nun ein ehrlich Begräbnis und das Trommeln wurde nicht länger gehört . 67 Friedrich Gilly , Sohn des Oberbaurates David Gilly , wurde 1771 zu Berlin geboren und zählte zu den talentvollsten Schülern seines Vaters , den er an Bedeutung übertraf . Wenig befriedigt durch den Halb- oder Pseudoklassizismus seiner Epoche , stand er , als einer der ersten , in der Reihe derer , die damals beflissen waren , auf die hellenische Kunst zurückzugehen . Aber leider war es ihm nur vergönnt , in einer großen Zahl von unausgeführt gebliebenen Entwürfen seiner künstlerischen Überzeugung Ausdruck zu geben . Für monumentale Werke großen Stils hatte die damalige preußische Hauptstadt weder den Sinn noch die Mittel . So muß G. denn nach dem beurteilt werden , was er gewollt . Seine Skizzen sind damals und später viel bewundert worden , von keinem mehr als von Schinkel , der eine Zeitlang in Gillys Atelier tätig war und jederzeit den Einfluß anerkannt hat , den des jugendlichen Meisters Anschauungen auf seine Kunstrichtung ausgeübt haben . Wie Thorwaldsen um eben dieselbe Zeit freudig hervorzuheben pflegte , daß er Carstens die » entscheidende Anregung « verdanke , so nannte Schinkel den jungen Gilly den » Schöpfer alles dessen , was er sei « . Friedrich Gilly starb bereits 1800 , neunundzwanzig Jahre alt . Unter seinen Arbeiten befinden sich auch Aquarellskizzen zu einem Denkmale Friedrichs des Großen aus dem Jahre 1797 und Aufnahmen des Marienburger Schlosses aus dem Jahre 1799 . ( David Gilly , der Vater , wurde 1745 zu Schwedt a. O. geboren und überlebte den Sohn um acht Jahre . Er starb 1808 zu Berlin . ) 68 Arndt von Sparr war dreimal vermählt und zwar : mit Edell von Sparr , gest . im Kindbett am 13. November 1599 , mit Emerentia von Seestedt und mit Katharina von Ribbeck . Nach Angabe des Sparrschen Biographen König wäre Otto Christoph ein Sohn der Edell Sparr gewesen ; Theodor von Mörner aber hat in seinem vorzüglichen Werke : » Märkische Kriegsobersten des 17. Jahrhunderts « diese Königsche Angabe widerlegt . 69 Wegen schlechter Finanzlage des Landes wurden die Gehälter bald darauf ( 1660 ) herabgesetzt und Sparr erhielt von da ab nur noch ungefähr 500 Tlr . monatlich und 120 Scheffel Korn . 70 Das Stadthaus des Feldmarschalls lag in der Spandauerstraße und bildet jetzt mit seinen Seiten- und