Trabantengarde . In dieser Doppelstellung mocht ' er glauben , dem alten Feldmarschall gegenüber eine freiere Sprache führen zu dürfen . 31 Bei dieser Gelegenheit zog er sich , um seinem Unmut Ausbruch zu geben , einfach nach Gusow zurück und wartete hier das Weitere ab . Der Kurfürst lenkte wirklich wieder ein und ließ ein Promemoria veröffentlichen , in dem es hieß : › Daß dem » Herrn Derfflinger ‹ im Kommando kein Tort geschehen solle , sei demselben durch Se . Kurfürstliche Durchlaucht versichert worden . Dies hätte jedoch bei dem Herrn Feldmarschall nichts gewirkt , da derselbe mit höchster Hartnäckigkeit darauf bestanden , daß , wenn er mit ins Feld ziehen sollte , der Fürst von Anhalt zurückbleiben müsse . Dieser Ungehorsam sei eigentlich sträflich , dennoch wolle S. K. D. es dabei bewenden lassen , daß Derfflinger sich auf seine Güter begeben habe . « – Viel bitterer noch war ein andrer zwischen Herr und Diener geführter Streit . Derfflinger verlangte mitten im Kriege , 1678 , den Abschied , worauf es der Kurfürst seinem ( Derfflingers ) eigenen Ermessen anheimstellte , » ob er hierdurch nicht seine wohlerworbene Ehre beflecken würde « , hinzufügend » er müsse bleiben und ausharren , schon weil er viel Saures und Süßes in seinem Dienste gekostet habe « . Der Alte war durch solche Worte schwer getroffen und betonte , » daß er seiner Ehre zuwider nie etwas in der Welt vorgenommen habe « , was aber das Saure und Süße anginge , » so sei des Sauren viel mehr gewesen « . 32 Diese drei Regimenter waren die folgenden : Infanterieregiment Derfflinger , 1200 Mann stark , in Küstrin und Kolberg ; Kürassierregiment Derfflinger , 600 Mann stark , in der Neumark ; Dragonerregiment Derfflinger , 720 Mann stark , in Pommern . Das letztgenannte Regiment » Derfflinger-Dragoner « wurde 1683 , wohl aus Courtoisie gegen den Alten , nach Berlin gezogen und erhielt seine Stallungen in Nähe des Schönhauser Tores . Daraus entstand später die Dragonerstraße . 33 Diesem Hause , Köllnischer Fischmarkt 4 , war es vorbehalten , am 18. März 1848 noch einmal eine historische Rolle zu spielen , freilich keine , die dem alten Derfflinger gefallen haben würde . Hier sowohl wie in dem gegenüberliegenden Rathause hatten sich die Aufständischen verschanzt und wurden erst nach hartnäckigem Kampfe überwunden . Die Verteidiger des Rathauses wurden alle niedergemacht , bis auf den Führer , den sein Mut und seine Geistesgegenwart rettete . Er trat dem Offizier mit offener Brust entgegen und wurde von diesem sofort niedergehauen ; so kam er mit dem Leben davon , weil man Anstand nahm , einen Schwerverwundeten zu töten . Im d ' Heureuseschen Hause selbst kommandierte der Blusenmann Sigrist , dem die Ernennung des » Mr. Albert , ouvrier « zum Minister der öffentlichen Arbeiten zu Kopf gestiegen war . Er bewies viel Mut , taugte aber nichts und verschwand bald vom Schauplatz . 34 Derfflingerporträts befinden sich im Potsdamer Stadtschloß , im Feldmarschallssaal des Kadettenhauses und im Besitz Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen . Ein viertes ( ebenfalls ein Derfflinger zu Pferde ) befand sich in der Spandauer Straße , im » Pötterschen Hause « , Ecke der Parochialstraße . Graf Lippe , dem ich diese Notiz entnehme , spricht die Vermutung aus , daß es aus dem Stadtschlosse des Feldmarschalls Freiherrn von Sparr , der in der genannten Straße ein jetzt zum Hauptpostamt gehöriges Haus besaß , hierher gelangt sein könne . Neben diesen Ölbildern kommen ein im Kupferstichkabinett befindlicher Stich und eine vom kurfürstlichen Medailleur Höhn herrührende , schon S. 182 erwähnte Medaille in Betracht . Sie wird in der Königlichen Medaillensammlung aufbewahrt , und wurde vom Historienmaler Professor Kretschmer für sein bekanntes Ölgemälde » Landung des großen Kurfürsten auf Rügen « benutzt . Der weiße Dragonerrock Derfflingers befindet sich im königlichen Zeughause . 35 So find ' ich in dem Derfflinger-Aufsatze Graf Lippes , der seinerseits eine beglaubigte Kopie Pastor Baltzers in Gusow benutzte . Weshalb ich mir auch keine Änderung erlaubt habe . Täuscht mich indessen mein Gedächtnis nicht , so muß es heißen , » zwanzig Schuh in ' s Licht zu verlängern « . Ein Gebäude hat so und so viel Fuß » im Lichten « , im Gegensatz zu dem Gebäudebrutto , wo die Dicke der Mauer mitgerechnet wird . 36 Wie diese Familie zu den ältesten der Mark gehört , so ist es ihr auch vorbehalten gewesen , durch drei Generationen hin , ihren Namen mit unserer Landesgeschichte zu verweben und zum Ruhme derselben beizusteuern . In hundertfünfzig Jahren gingen mehrere hundert Offiziere aus ihr hervor , darunter acht Generale . Nur wenigen Familien ( fünf ) war es vergönnt , die Marwitze nach dieser Seite hin zu überflügeln ; die Kleist weisen vierzehn auf , die Schwerin elf , die von der Goltz zehn , die Bork und die Bredow neun . 37 Nach dem Kriege wurde Quintus Icilius ( eigentlich Guichard , aus einer Refugiésfamilie ) oft zur königlichen Tafel gezogen . Der König fragte einst über Tisch hin : » Was hat Er denn eigentlich mitgenommen , als Er das Schloß des Grafen Brühl plünderte ? « worauf Quintus Icilius replizierte : » Das müssen Ew . Majestät am besten wissen , wir haben ja geteilt . « 38 Noch auf dem Stettinschen Landtage im Jahre 1602 hatte die Ritterschaft feierlich geschworen , denjenigen , der sich künftig weigern werde , richtige Schulden prompt zu bezahlen , für einen Unmann , Schelm und Bösewicht zu halten und mit ihm weder essen noch trinken zu wollen . Versündigung am Vaterland , Höhnung des Gottesdienstes , grobe Insolenz , mutwilliger Bankrott sollte der ritterschaftlichen Vorrechte verlustig machen und den Gutsbesitz auf den würdigeren Agnaten bringen . In solchem wahrhaft ritterlichem Sinne hatten der pommersche und brandenburgische Adel ihre Kinder meist in spartanischer Genügsamkeit für den Dienst des Königs erzogen , und die Schlachtfelder , auf denen Preußen seine Ebenbürtigkeit