dem Hause . Mama ist in verdrießlicher Stimmung , weißt du , von Ruth noch kein Brief , und dann die Ungewißheit , ob bei dem Wetter die Gäste kommen . Na , die Nächsten werden schon erscheinen , aber Nordhelms und Belaus und die G ... er Offiziere schwerlich , wenn sie nicht schon unterwegs sind . « » Um halb sieben müssen wir aber doch auf alle Fälle angezogen sein « , plauderte sie weiter , während ich Licht anzündete , » damit wir Mama beim Empfang helfen können , und dann möcht ' ich mich auch noch ein wenig von Heinrich bewundern lassen . Aber was ist dir denn ? Du siehst ja ganz blaß aus , bist du krank ? « fragte sie . » Nein , o nein , ich war nur ein bißchen in Gedanken . Ja , du hast recht , wir » vollen uns anziehen . Sieh , wie hübsch die weißen Kleider bei Licht aussehen , aber vorhin – hör nur , Hanna , als ob unser alter Turm hier umgerissen werden soll , das ist zum Fürchten unheimlich , dies Heulen und Pfeifen in der Luft – « » Ich mach ' , daß ich fertig werde und hinunter komme « , sagte Hanna , mit größter Eile an ihre Toilette gehend . Sie löste ihre langen blonden Locken auf , und sie mutwillig schüttelnd , summte sie neckisch vor sich hin : Wenn ' s regnet , wenn ' s schneit , Wenn ' s donnert , wenn ' s blitzt . So fürcht ' i mi nit , Wenn mei Schatz bei mir ist . » Denk doch , Gretel , ich hab ' ja noch nicht mit ihm getanzt . « Dann trällerte sie wieder eine Tanzmelodie . » Auf meiner Hochzeit soll auch getanzt werden , unsere Leute sollen tanzen . – Gelt , Liesel ? « wendete sie sich an die Kammerjungfer , die eben eintrat , um zu helfen . » Das wird eine Lust ! « Warum konnt ' ich nur nicht mit einstimmen in den vergnügten Ton ? Kathrin war schuld , die mein Geheimnis entdeckt hatte . Sie würde es ja doch erfahren haben , und ich werde ihr morgen alles gestehen . Eberhardt muß es erlauben , wenn ich ihm mitteile , daß sie uns auf dem Korridor belauschte , sie ist ja treu und verschwiegen . – Mit Gewalt versuchte ich , das bange Gefühl zurückzudrängen , es ging nicht . Hanna schalt auf meine schlechte Laune : » Ich glaube , du hast Gesellschaftsfieber , meine schöne Grete . Pfui , Hasenherz , das ist bei dir nicht nötig . Wenn ich ' s noch wär ' , aber ich brauch ' s auch nicht . Ich lasse Heinrich nicht los , und da bin ich geborgen . « Ich war fertig angezogen und steckte die beiden Rosen in den Gürtel . Da brach die eine ab und fiel zur Erde . Traurig hob ich sie auf – auch das noch ! Als wir in unseren duftigen weißen Kleidern in den bekannten kleinen Salon traten , empfing uns der Baron mit lauter Bewunderung . Bergen fand seine Braut über alle Beschreibung lieblich und Eberhardts Augen sahen flammend in die meinen . Frau v. Bendeleben , in schwerer , seidener Robe , zupfte hier und da noch etwas zurecht an unseren Anzügen . Sie war offenbar sehr verstimmt . Das Unwetter draußen hatte sich verschlimmert , und sie sagte in ärgerlichem Tone : » Es ist merkwürdig , was wir für Unglück haben mit unseren Einladungen ! Einmal kommt Trauer , wie diesen Sommer , als wir das Fest im Park zu geben beabsichtigten , und jetzt erlebe ich wirklich , daß außer dem jungen Pastor kein Mensch erscheint . « » Na , zu verdenken wäre es niemandem , Klothilde « , erwiderte der Baron . » Ich überlegte mir die Sache auch noch , wenn ich ausgebeten wäre . Man riskiert ja , daß der Sturm den Wagen zerbricht . Es ist übrigens kein Unglück . Wer kommt , ist doppelt angenehm , und wenn niemand kommt , so tanzen wir allein , nicht wahr , Gretchen ? Wir geben ein stattliches Paar . « Hanna lachte glücklich auf und meinte , der Vater müsse Wort halten und tanzen heute abend , ganz gleich , ob jemand gekommen sei oder nicht . Frau v. Bendeleben fand die Scherze nicht nach ihrem Geschmack . Sie schritt durch die Zimmerreihe . Die Diener fingen an , die Kerzen anzuzünden , der Baron folgte ihr , und da das Brautpaar eifrig flüsternd und lachend am Kamin stand , so näherte sich mir Eberhardt , und ich konnte ihm erzählen von Kathrin und sagen , daß ich so bange sei , als müsse mir etwas Schreckliches passieren . » Gretel , du bist wohl abergläubisch ? « neckte er . » Wenn du dich sehen könntest – du siehst aus wie eine Fee , die alle Menschen glücklich machen , der aber nichts Böses ankommen kann . Kathrin – die Alte – hat eine rührende Liebe zu dir , erzähle ihr alles , sie ist wert , dein Vertrauen zu besitzen , und sie wird dann beruhigt sein . Nun blicke wieder fröhlich , Gretel , du mußt nicht trüb aussehen – zwar bist du auch so wunderhübsch , aber am allerschönsten doch , wenn deine Augen so heiter und neckisch mich anschauen . Nimm dir ein Beispiel an Hanna . Die Kleine ist wie ausgewechselt , seit sie ihren blonden Bergen zur Seite hat . Sie trällert und singt den ganzen Tag . Sei auch so und laß dir nicht die Fröhlichkeit durch Ahnungssorgen verkümmern . Das › Heute ‹ ist unser und kein Grund vorhanden , um nicht fröhlich zu sein . « Ich lächelte ihm dankbar zu : » Ich will es versuchen . « Die Reihe der