denn aus mit mir ? « » Am liebsten in die ander Welt ! « fuhr es mir heraus , und ich ergriff ihre beiden Händ ; » weißt , so weit fort , daß dich keiner mehr finden kunnt , und daß d ' grad noch mir allein ghörn tätst ! « Darauf sie mir , hellauf lachend , eine Hand entzog , mir einen Schlag ins Gesicht gab und ausrief : » Schau , schau ! Wie sich das Baunzerl krautrig macht ! - Büble , Büble ! Sei froh , daß d ' noch so ein armseligs Gafferl bist , sunst kunnt di leicht heut noch einer erwischen und a bißl abrankeln , fürcht ich ! « Wähnte also immer noch , daß ich ein harmloses Bürschlein wär , und versah sichs nicht , als ich sie plötzlich um den Hals faßte und an mich drückte . Da machte sie sich unwirsch los und greinte : » Tolpatsch , narreter ! Dank Gott , wenn ich dir nit ein etlichs paar Dachteln wisch für dein anhabischs Treiben ! - Gell , jetz wär ich wieder gut für dich ! Daß d ' mich darnach wieder schlecht machen kunntst ! « Dann ging sie rasch gegen das Haus und ließ mich stehen . Ich aber war wie betäubt und sah ihr nach , wie sie im Nebel verschwand . In diesem Augenblick huschte eine lange Gestalt an mir vorüber , ohne auf mich zu achten ; mir aber fuhrs wie der Blitz durch den Sinn : Das ist der Ambros gewesen ! Lief also eilends hinein und wollt dem Weidhofer Botschaft geben ; doch war er nicht zu sehen , und auch die Meßmerin schien nicht im Saal zu sein . Indem ich noch also suchend herumging , fragte mich der Vetter vom Lackenschuster , der Simmer , ob ich nicht bald Gelegenheit fänd , das Bräutl auszuführen ; der Weidhofer wär mit der Nandl und dem Fritz schon eine gute Zeit dahin . War mir aber alle Lust dazu vergangen , und ich bat ihn , dies für mich zu besorgen ; er sei schon älter und kunnt besser umspringen mit den Weiberleuten denn ich ; doch war mein Bitten umsonst , er wollte nicht . Mußt ich also gehen und die Braut , die an der Kucheltür stand und mit der Wirtin schwatzte , beim Ärmel zupfen und fragen , ob sie nicht auf ein Wort herhören möcht . Worauf sie mich hochmütig mit den Blicken maß und ohne eine Silbe mit mir ging . Ich führte sie hinaus vors Haus und sagte : » Der Weidhofer ist mit der Nandl schon fort ; ich denk , sie sitzen in der Post drüben . « » Nein , « erwiderte sie voller Kält ; » die sind noch da . Bleiben auch da . Sitzen grad in der Wirtsstuben drin . « Damit wandte sie sich um und ging hinein ; und indes ich ihr folgte wie ein geprügelter Hund , öffnete sie die Tür der Gaststube , sah nach mir zurück und sagte : » Da sitzen s ' . « Worauf ich mit ihr hineinging und ein lustigs Gesicht machte , obgleich ich viel lieber meinen Kopf hätt an die Wänd rennen mögen vor Ärger und Reu über meine Dummheit und unsinnige Raserei . Doch das Kathreinl tat auch munter und lachte und schwatzte , also daß bald eine laute Fröhlichkeit am Tisch herrschte . Ich hatte ihr einen Krug süßen Weins hinstellen lassen , und sie tat jedem vergnüglich Bescheid ; der Weidhofer brachte einen Schwank um den andern vor , die Nandl wußte allerhand lustige Almgeschichten , der Fritz saß mit gläsernen Augen dabei und stieß alle Augenblick ein schallendes Gelächter aus ; kurzum , wie die Ding gerad lagen , vergaß ich am End auf meine klägliche Niederlag bei der Jungfer Braut und auch auf die Erscheinung des Ambros . Meine Kostmutter , die Weidhoferin , saß derweilen an einem Tisch hinter dem Ofen und unterhielt sich mit dem Grasberger , einem steinalten Bauern , der dem seligen Weidhofer , dem Bichlervater , schon manche Kuh abgekauft und manchen Jahrmarktrausch angehängt hatte zu einer Zeit , da der Klinglwirt noch gar nicht in die Welt gesetzt und der jetzige Weidhofer noch ein Büabl gewesen war , das seiner Mutter die Schüsseln zerschlug und den Stubenboden näßte . Mocht wohl schon bald seine hundert Jahr alt sein , der Grasberger ; war auch von allen seinen Kameraden und vom ganzen Grasberghof der einzige , der noch auf dieser Erden wandelte , und hatte schon seinem Eheweib , sieben Kindern und leichtlich zwanzig Enkeln in die Gruben schauen und die ewige Ruh wünschen müssen . War aber immer noch wohl beim Zeug und trank sein Häflein Bier oder Most in gutem Gsund . Mittlerweil hatten sie droben im Hochzeitssaal unser Verschwinden bemerkt und machten sich nun alle samt den Musikanten auf , uns zu suchen , und fanden uns am End in lauter Lustbarkeit . Da spielten die Manner fröhlich auf ; die Hochzeiter nahmen ihre Bräut bei der Hand und juchzten und tanzten dazu ; der Wirt aber mußt reichlich Wein auftragen und feine Sträublein , Klauben- oder Früchtenbrot und Honigzelten . Gings also an ein Fressen und Saufen , Stampfen und Schreien , bis die Wirtin in die Gaststube trat und meldete , daß die Abendtafel gericht ' sei ; darauf alles seinen Krug oder Glas leerte und hinaufeilte , als hätt keiner seit drei Tagen einen Bissen mehr im Leib gehabt . Nun war es lustig anzuschauen , wie einer nach dem andern sein rots oder blaus Binkeltuch aus dem Sack zog , einen Brocken Kälbernes , ein Trumm Schweinernes , eine Hennenbrust oder sonst ein Schmankerl nebst etlichen Schmalznudeln , Bavesen und einem Stück Klaubenbrot dareinband und den also gefüllten Binkel an den hagelbuchernen Stecken knüpfte . Nach diesem Mahl wurden noch allerhand Tänz aufgeführt , zwiefache und abdrahte