dot , Junge ! « » Wenn du man ne dot büst : deleewt ! « » De sünd jo so lütt , Junge ! « » Wenn du man ne lütt büst : de sünd grot ! « Er ließ sich nicht verblüffen . » Soßtein forn Mark ? Oppen annern Ewer gift achttein ! « » Denn goh dor man hin : hier gift dat bloß süßtein ! « Er paßte aber auch auf : » Vadder , de Olsch hett noch ne betohlt ! « Da sollte der Schollenhandel wohl in Flor kommen , bei einem so guten Hilfsmann ! » Vadder , dat middelste Schott is all leddig ! « Die Mutter sah besorgt auf seinen neuen Anzug : » Wat mokt he sik ok doch utsehn ! « Aber Klaus Mewes lachte sie aus und sagte : » Worum hest du em dat nee Tüch antohn ? Harrst em jo man inne Ingelschleddern mitloten kunnt ! Süßtein förn Mark ! Süßtein grote Schullen ! « Gegen zehn Uhr waren sie schon so weit , daß sie die Luken zumachen konnten : die paar Stiege , die noch im Bünn saßen , brauchte Klaus Mewes selbst . Ausverkauft ! Knecht und Junge spülten das Deck ab , das aussah , wie ein Stück vom Deich bei Regenwetter : Klaus Mewes aber ging mit Frau und Kind in die Kajüte und entleerte seine dicken Taschen . Ein Hause von Groschen , Marken und Talern bedeckte den Tisch : als er abgezählt war , waren es nahe an dreihundert Mark , die er in acht Tagen aus der See geholt hatte . Es war wieder Glück dabei gewesen , daß er einen guten Markt getroffen hatte . Dreihundert Mark in acht Tagen ! Das kam den Bauern so groß vor , daß sie immer nur von den großen Seefischern sprachen und auf sie schalten , denn hatten sie einmal einen ordentlichen Knecht , so lief er ihnen weg und wurde Fischer . Dreihundert Mark in acht Tagen : wie kam das den Tagelöhnern vor , die den ganzen Tag für sechs Groschen wie Pferde arbeiten mußten : wenn sie nicht zu alt für die Fahrt gewesen wären , sie hätten es wohl auch noch mit der Fischerei versucht ! Wir wollen der Schollenzeit ihr Leuchten nicht trüben : sie ist und bleibt die beste , schönste Zeit für den Fischermann . Wie sie Taler haben mit der Aufschrift : » Segen des Mansfelder Bergbaues « , so könnte die hamburgische Münze für Finkenwärder Taler prägen mit der Aufschrift : Segen des Schollenfanges . Wenn auch die Seefischerfrauen sagen , daß so viel davon abginge : die Kasse , die Kurren , die Leute , die Segel , die Zinsen , der Winter , - wir wollen sie dennoch preisen , die schöne schöne Schollenzeit ! * * * Nachmittags rollte die Kette wieder vor dem Neß durch die Klüsen . » Dol de Seils ! « Als sie zusammengebunden waren , ging es mit Boot und Kahn an Land , mit Schollen und Scharben , mit Taschen und Seesternen . Gesa mußte die Taschen kochen , Hein Mück hängte die Scharben auf , daß die Leinen den Deich wie Girlanden überzogen . Klaus Störtebeker mußte die Schollen austragen , die sein Vater in fürstlicher Weise verteilte : von der ersten Reise bekam alle Freundschaft , Verwandtschaft und Nachbarschaft lebendige Schollen . » De keen Fisch utgeben mag , is ne wiert , wat he welk wedder fangt « , hieß es am Deich . Die Bauern auf den Wurten , die Handwerker , die Tagelöhner : keiner wurde vergessen . Sogar an die alte Sill dachte er . Störtebeker lief gern mit den Schollen , es machte ihm Freude , wenn die Leute fragten : » Non , Junge , is dien Vadder her ? « » Jo ! « » Mit Schullen ? « » Jo ! « Dabei bekam er hier einen Groschen und da zwei , der Bäcker gab ihm einen Kringel und der Krämer einen Kakerlatje aus Zucker , Bauer Feldmann goß ihm den Eimer voll Milch , Sill aber wühlte wieder ins Stroh hinein und holte richtig noch einen schönen Apfel hervor . Er verzehrte ihn jedoch wohlweislich unterwegs , damit er ihn nicht erst wieder aus der Erde zu graben brauche und im Graben abwaschen müsse . Es war ein fetter Tag für ihn . In der Schummerei aber saß er mit seinen Makkern auf dem Deich und ging mit dem Hammer auf die gekochten Taschen los , deren Scheren so fest waren , daß sie anders nicht geöffnet werden konnten . Des Vollmondes wegen saßen sie voll Fleisch und schmeckten vorzüglich . Im Binnendeich schlichen die Katzen mit erhobenen Schwänzen heran und knurrten einander wegen der Abfälle an . Gesa stand in der Tür : Klaus Mewes saß unter den Linden auf der Bank und verklarte dem alten Jäger , der am Staket lehnte , die Schollenfischerei bei Juist und Borkum , während die Nacht anbrach und die Lichter im Fahrwasser aufleuchteten und die Masten des Ewers gewaltiger und schwerer in den Heben hineinwuchsen . Vom äußern Neß kam ein Aalfischer , der alte Jakob Derner , mit seinen Aalkörben beladen . » Non , könt hier utholen ? « » Jo , Jakob ! « Er blieb einen Augenblick stehen . » Loopt de Ool all , Jakob ? « » Ne , Klaus , is noch nix mit den Fang , is noch to kold ! De Ool will Warms hebben . « » Jä , Jakob , de Schull will ok Warms hebben : de hebbt wi nu doch ober all eulich belurt , ik kann di seggen , as de Voß de Geus un as de Hund de Rotten ! Wi weet de Stä , Junge , Junge ! Fiefmol no de Wesser , güstern an Altno : gode föfteinhunnert Stieg hebbt wi all holt : wenn