nicht vor den anderen wiedersahen . Es war durchaus nichts vereinbart zwischen uns , aber da der Wagen einbog in den Park , konnte ich es nicht lassen , auszusteigen , vielleicht nur , weil ich nicht anfahren wollte , wie irgendein Fremder . Es war schon voller Sommer . Ich lief in einen der Wege hinein und auf einen Goldregen zu . Und da war Abelone . Schöne , schöne Abelone . Ich wills nie vergessen , wie das war , wenn du mich anschautest . Wie du dein Schauen trugst , gleichsam wie etwas nicht Befestigtes es aufhaltend auf zurückgeneigtem Gesicht . Ach , ob das Klima sich gar nicht verändert hat ? Ob es nicht milder geworden ist um Ulsgaard herum von all unserer Wärme ? Ob einzelne Rosen nicht länger blühen jetzt im Park , bis in den Dezember hinein ? Ich will nichts erzählen von dir , Abelone . Nicht deshalb , weil wir einander täuschten : weil du Einen liebtest , auch damals , den du nie vergessen hast , Liebende , und ich : alle Frauen ; sondern weil mit dem Sagen nur unrecht geschieht . Es giebt Teppiche hier , Abelone , Wandteppiche . Ich bilde mir ein , du bist da , sechs Teppiche sinds , komm , laß uns langsam vorübergehen . Aber erst tritt zurück und sieh alle zugleich . Wie ruhig sie sind , nicht ? Es ist wenig Abwechslung darin . Da ist immer diese ovale blaue Insel , schwebend im zurückhaltend roten Grund , der blumig ist und von kleinen , mit sich beschäftigten Tieren bewohnt . Nur dort , im letzten Teppich , steigt die Insel ein wenig auf , als ob sie leichter geworden sei . Sie trägt immer eine Gestalt , eine Frau in verschiedener Tracht , aber immer dieselbe . Zuweilen ist eine kleinere Figur neben ihr , eine Dienerin , und immer sind die wappentragenden Tiere da , groß , mit auf der Insel , mit in der Handlung . Links ein Löwe , und rechts , hell , das Einhorn ; sie halten die gleichen Banner , die hoch über ihnen zeigen : drei silberne Monde , steigend , in blauer Binde auf rotem Feld . - Hast du gesehen , willst du beim ersten beginnen ? Sie füttert den Falken . Wie herrlich ihr Anzug ist . Der Vogel ist auf der gekleideten Hand und rührt sich . Sie sieht ihm zu und langt dabei in die Schale , die ihr die Dienerin bringt , um ihm etwas zu reichen . Rechts unten auf der Schleppe hält sich ein kleiner , seidenhaariger Hund , der aufsieht und hofft , man werde sich seiner erinnern . Und , hast du bemerkt , ein niederes Rosengitter schließt hinten die Insel ab . Die Wappentiere steigen heraldisch hochmütig . Das Wappen ist ihnen noch einmal als Mantel umgegeben . Eine schöne Agraffe hält es zusammen . Es weht . Geht man nicht unwillkürlich leiser zu dem nächsten Teppich hin , sobald man gewahrt , wie versunken sie ist : sie bindet einen Kranz , eine kleine , runde Krone aus Blumen . Nachdenklich wählt sie die Farbe der nächsten Nelke in dem flachen Becken , das ihr die Dienerin hält , während sie die vorige anreiht . Hinten auf einer Bank steht unbenutzt ein Korb voller Rosen , den ein Affe entdeckt hat . Diesmal sollten es Nelken sein . Der Löwe nimmt nicht mehr teil ; aber rechts das Einhorn begreift . Mußte nicht Musik kommen in diese Stille , war sie nicht schon verhalten da ? Schwer und still geschmückt , ist sie ( wie langsam , nicht ? ) an die tragbare Orgel getreten und spielt , stehend , durch das Pfeifenwerk abgetrennt von der Dienerin , die jenseits die Bälge bewegt . So schön war sie noch nie . Wunderlich ist das Haar in zwei Flechten nach vorn genommen und über dem Kopfputz oben zusammengefaßt , so daß es mit seinen Enden aus dem Bund aufsteigt wie ein kurzer Helmbusch . Verstimmt erträgt der Löwe die Töne , ungern , Geheul verbeißend . Das Einhorn aber ist schön , wie in Wellen bewegt . Die Insel wird breit . Ein Zelt ist errichtet . Aus blauem Damast und goldgeflammt . Die Tiere raffen es auf , und schlicht beinah in ihrem fürstlichen Kleid tritt sie vor . Denn was sind ihre Perlen gegen sie selbst . Die Dienerin hat eine kleine Truhe geöffnet , und sie hebt nun eine Kette heraus , ein schweres , herrliches Kleinod , das immer verschlossen war . Der kleine Hund sitzt bei ihr , erhöht , auf bereitetem Platz und sieht es an . Und hast du den Spruch entdeckt auf dem Zeltrand oben ? da steht : » A mon seul désir . « Was ist geschehen , warum springt das kleine Kaninchen da unten , warum sieht man gleich , daß es springt ? Alles ist so befangen . Den Löwe hat nichts zu tun . Sie selbst hält das Banner . Oder hält sie sich dran ? Sie hat mit der anderen Hand nach dem Horn des Einhorns gefaßt . Ist das Trauer , kann Trauer so aufrecht sein , und ein Trauerkleid so verschwiegen wie dieser grünschwarze Samt mit den welken Stellen ? Aber es kommt noch ein Fest , niemand ist geladen dazu . Erwartung spielt dabei keine Rolle . Es ist alles da . Alles für immer . Der Löwe sieht sich fast drohend um : es darf niemand kommen . Wir haben sie noch nie müde gesehen ; ist sie müde ? oder hat sie sich nur niedergelassen , weil sie etwas Schweres hält ? Man könnte meinen , eine Monstranz . Aber sie neigt den andern Arm gegen das Einhorn hin , und das Tier bäumt sich geschmeichelt auf und steigt und stützt sich auf ihren Schooß . Es ist ein Spiegel , was