, ein starkes Gedränge gegeben , durch welches die zu Fuß Erschienenen nicht leicht zu den auf der anderen Seite der Straße haltenden Droschken kommen konnten ; indessen war alles ohne Unfall abgegangen und auch das Sorbitzsche Ehepaar rechtzeitig zu seinem Mietwagen gelangt . In dessen Ecke gedrückt sie nun den langen Weg zu ihrer Wohnung machten , ohne daß ein Wort zwischen ihnen gewechselt wäre . Sie hatten mit den eignen Gedanken genug zu thun . Die Viktors waren schwarz wie die Novembernacht . Welch ein Dummkopf war er gewesen , als er - nach der Aufführung - dem Menschen in dem Gedränge begegnend , ihm ein lobendes Wort gegönnt hatte ! So völlig gegen seine Überzeugung ! Diese kläglichen Farcen ! Die reinen Schülerarbeiten ! Und sein Bedauern ausgesprochen hatte , ihn neulich bei seinem Besuche verfehlt zu haben ! Er sollte sich nur wieder sehen lassen ! Fernau hatte ganz recht : die Reitpeitsche für den Gecken , den aufgeblasenen Narren ! Aber Fernau mochte auch der Teufel holen ! Wenn er es schon neulich bei Tisch bemerkt haben wollte , um es bei jeder der Proben abermals und in verstärktem Maße bestätigt zu finden - weshalb da vierzehn Tage warten , bis man zu einem Freund kommt und sagt : Hör ' mal ! so und so ! Erst heute abend mit der Sprache herausrücken , und auch nur , nachdem man ihn zur Rede gestellt , ihm das Messer an die Kehle gesetzt hat ! Aber der Sache sollte bald ein Ende gemacht werden ! Klotilde würde sich wundern ! In Klotildens Seele klang die Melodie von dem Walzer , nach dessen Takt sie in seinen Armen , an seiner Brust durch den Saal geflogen war . Des geliebten Mannes , der so gut walzen wie Komödienstücke schreiben konnte ! Und dessen schönes Haupt sie an dem Künstlertisch mit dem Lorbeerkranz hatte schmücken dürfen , den Stephanie bereit gehalten ! Die liebe Stephanie , die an Luckows Seite so glücklich gewesen war , wie sie an der ihres Albrechts ! Ein gräßlicher Name ! Er sagt , sie nennen ihn in der Schule Siegfried ! Der eitle Mensch ! Der herzige Narr ! Die prächtigen Augen ! Wie sie leuchteten , als er seine kleine Dankrede hielt - mit halber Stimme , damit sie es an den andern Tischen nicht hörten - vive la joie ! vive l ' amour ! - lalala - lalala -la - la - la ! Und wieder summte durch ihren Kopf die Melodie des Straußschen Walzers . Da hielt der Wagen ! Schade ! Es hatte sich so nett in der Ecke geträumt . Nun war noch das obligate Nach-Gesellschaftsgespräch durchzustehen mit den interessanten stereotypen , liebevollen Glossen über die gräßliche Toilette von der , der unglaublichen Frisur von der . Sie würde es heute kurz machen . Es scheint , Du willst noch länger aufbleiben , sagte sie , als man oben angekommen war und das Mädchen auf dem Flur ihr Kapuze und Mantel abgenommen hatte . Ich werde zu Bett gehen . Ich bin schrecklich müde . Wie nach Deiner Gesprächigkeit im Wagen zu vermuten stand . Ich wüßte nicht , daß Du mitteilsamer gewesen wärest . Vielleicht nicht , daß Du mitteilsamer gewesen wärest . Vielleicht wünschte ich für die Mitteilungen , die ich Dir zu machen habe , eine geeignetere Zeit . Dann ist diese gewiß die ungeeignetste . Also , gute Nacht ! Sie hatte aus dem Salon , in den sie eingetreten waren , die Wendung nach der Thür gemacht , durch die man in das Speisezimmer und weiter zu ihrem Schlafgemach gelangte . Er war ihr in den Weg getreten . Dennoch muß ich bitten , daß Du mir noch einige Minuten schenkst . Damit ich mich hier auf den Tod erkälte ? Ich werde Dich nicht lange in Anspruch nehmen . Ich wollte Dir nur sagen , daß ich Dein Benehmen heute abend - besonders bei Tisch - ich habe Dich von meinem Platze aus sehr gut beobachten können - unter der Kritik finde . Dann würde ich es an Deiner Stelle nicht kritisieren . Und ich den Herrn Professor , hätte er die Frechheit , sich hier wieder sehen zu lassen - Wenn er meinen Geschmack teilt , wird er sich hüten . - die Treppe hinunterwerfen werde . Du bist ganz sicher , daß Du heute abend nicht zu viel getrunken hast ? Ich verbitte mir eine so anzügliche Bemerkung . Ich wüßte nicht , daß sie für einen Mann anzüglicher wäre , als die Du eben Deiner Frau zu machen beliebt hast . Wenn ich sie allein gemacht hätte ! Freilich ! Herr von Fernau ! Und andre . Die Du die Güte haben wirst , mir zu nennen . Da müßte ich die halbe Gesellschaft herzählen . Ich habe keine Lust , zu warten , bis die andre Hälfte auch kommt . Also , worauf sollen alle diese Liebenswürdigkeiten hinaus ? Ich habe es Dir bereits gesagt : darauf , daß ich eine Änderung , eine totale Änderung Deines Benehmens in der Gesellschaft wünsche . Auch Deinem Herrn Minister gegenüber ? Ich weiß nicht , was das hier zu thun hat . So will ich es Dir sagen : mein Benehmen in der Gesellschaft gefällt Dir ausnehmend , wenn es Dir für Deine Absichten förderlich scheint . Die einflußreichen Leute - und Du findest sie bekanntlich mit absoluter Sicherheit heraus - dürfen mir den Kopf machen , Deinetwegen bis zur Unverschämtheit . Dazu die guten Freunde , gegen die man ein für allemal blind ist . Wagt ein andrer , mich nicht zu übersehen , spielt man sich als Othello auf . Ich dächte , ich hätte Dir jede Freiheit gelassen . Ich danke für diese Sorte Freiheit , die weiter nichts ist als Sklavenarbeit im Dienst des klugen Herrn , der recht gut weiß , was in unsrer Gesellschaft eine junge Frau gilt , welche die