und nur Einheimische da , was ihm paßte . Vorher aber übersann er noch einmal in aller Vorsicht , was er sagen wolle . Da war denn das nächste , was ihm einfiel , daß er das Rufen nicht schon vor einer Stunde gehört haben dürfe , sondern in diesem Augenblick erst . Und nun trat er ein und machte Meldung und begrüßte Maywald und Neigenfink und den alten Gerichtsmann Klose , die sich eben zum Skat niedergesetzt hatten . Aber keiner rührte sich , und das Spiel ging weiter . » Grand mit vieren « , sagte der alte Gerichtsmann . » Und nun komm , Lehnert , und sieh mit hinein , verstehst es ja , so was lernt man bei den Soldaten ... Und gerufen hat es , sagst du ... Das sind Fremde ... junge Leute ... Heute früh kamen Breslauer hier durch , ein ganzes Rudel , Gymnasiasten , oder wohl gar welche von der Kunstschule . Das ist dann ein ewiges Singen und Rufen . Und das verdammte Schießen dazu ... Soll eigentlich nicht sein ... Und wenn Opitz mal einen packt , dann is er sein Terzerol los oder auch seinen Revolver . Denn ohne Revolver geht es heutzutage nicht mehr ... Du gibst , Maywald . Aber was Ordentliches ... Dann is er sein Terzerol los , sag ich , und die Geldstrafe hat er dazu ... Wetter , ist das ein Blatt ! Aber das kommt von solchen Geschichten , da grault sich ' ne gute Karte ... Nimm einen Stuhl und rücke ran , Lehnert , und hilf mir aus der Patsche . « » Kann nicht , Gerichtsmann Klose « , sagte Lehnert . » Ich war heute schon drüben und bin müde zum Auslöschen ... Und Ihr meint also , es wäre nichts und man hätte keine Pflicht , hinaufzusteigen und nachzusehen ? Von dem Schuß will ich nichts sagen , geschossen wird immer . Aber das Rufen . Es klang so , ja , wie sag ich , es klang so , wie wenn es was wäre . « » Ja , wie wenn es was wäre « , lachte Klose , während Maywald zustimmte , » was sein wird es wohl . Aber was ? Ein Kommis , der seines Prinzipals Gelder zu früh einkassiert hat , und mit ihm eine Theaterprinzeß , und die sind nun längst oben und trinken einen Schlummerpunsch . « Es war Lehnert nicht unlieb , die Skatherren , die zugleich zu den Dorfhonoratioren zählten ( denn auch Neigenfink , der sich übrigens zurückhaltender verhielt , war Gerichtsmann ) , so leichthin sprechen zu hören . Es gab ihm einen Teil seiner Ruhe wieder . » Sie haben am Ende doch recht . Und eigentlich kann ' s auch nicht anders sein . Es ist schon zu lange her ... Aber wenn es doch wäre ... wenn es doch wäre ... « Draußen vor dem Kretscham stand ein Ackerwagen . Lehnert setzte sich auf die Deichsel und sah das Gehänge hinauf und horchte wieder mit gespanntem Ohr . Aber alles blieb still . So ging er zuletzt auf Wolfshau zu . Bei Frau Opitz war noch Licht , und Diana , als er vorüberging , schlug an . Sonst rührte sich nichts . Und nun war er wieder auf dem Inselchen drüben und stieg in seine Kammer hinauf . Eine kleine Weile noch jagten sich allerlei Bilder und Gedanken durch seine Seele . Dann schlief er ein , fest und schwer und ohne Traum . Vierzehntes Kapitel Die Skatpartie blieb zurück , war aber nicht bestimmt , ungestört zu gutem Ende zu kommen , denn wenig mehr als eine halbe Stunde nach Lehnerts Aufbruch , so hörte man draußen ein Sprechen und Weinen , und ehe die Skatherren noch fragen konnten , was es sei , trat Frau Opitz ein , um drinnen in der Stube zu wiederholen , was sie schon , draußen im Flur , der Kretschamwirtin erzählt . Alles in ihrer Rede drehte sich um den Mann und sein Ausbleiben . Opitz habe gestern spät nachmittag die Försterei verlassen und sei nach der Hampelbaude hinaufgestiegen , um oben im Wald den Holzschlägern ihren Wochenlohn auszuzahlen . Das sei nun über vierundzwanzig Stunden , und noch sei er nicht zurück , weshalb sie fürchte , daß ihm etwas zugestoßen sei . All das wurde vorwiegend zu dem Ältesten , zu Gerichtsmann Klose gesprochen , einem rüstigen Fünfziger , der , weil er grad im Verluste war , keine Lust hatte , das Spiel unterbrochen zu sehen . Er suchte deshalb der heftig schluchzenden Frau nach Möglichkeit zuzureden und dabei , soweit es ging und ohne geradezu zu verletzen , einen leichten und heiteren Ton anzuschlagen . Opitz werde gute Gesellschaft und vielleicht sogar eine Skatpartie gefunden haben , so was käme vor , wie Frau Opitz ja jetzt mit eigenen Augen sähe . Solch Ausbleiben sei nicht schlimm . Alle Frauen ängstigten sich , wenn die Männer nicht pünktlich zu Hause seien , aber das kenne man schon , mit der ganzen Angst sei ' s nicht weit her und sei eigentlich alles bloß , um den Mann , dem man nie recht traue , hinterher desto fester am Bändel zu haben . Er sprach noch eine gute Weile so weiter , unter beständigem Niederlegen und Wiederaufnehmen seiner Karten , und schien ernstlich gewillt , sich durch diese » Habereien « der guten Frau nicht stören zu lassen . Als Frau Opitz aber nicht nachließ und sich in ihrem Bitten und Drängen durch die zwei Mitspieler und zuletzt sogar durch die hinzugekommene Kretschamwirtin unterstützt sah , gab er seinen Widerstand auf und sagte : » Gut denn , es kann am Ende so was sein , will ' s nicht geradezu bestreiten . Ein Förster hat immer viel Feindschaft und Opitz nicht zum wenigsten . Und so wollen wir denn mit dem frühsten nach der Hampelbaude hinauf . Vorher