? Bei Försters . Und die Mädchen ? Im Dorf . Bester Baumann , wir möchten gern etwas Abendbrod haben . Zu Befehl . Kann Er uns denn etwas verschaffen ? Schwerlich . Oder wenigstens den Speisekammerschlüssel auftreiben ? Wird sich kaum bewerkstelligen lassen . Lieber guter Baumann , seh ' Er doch einmal zu , was sich thun läßt . Zu Befehl . Damit machte die seltsame Gestalt Kehrt und marschirte wieder zur Thür hinaus . Nun , was sagen Sie zu meinem maître d ' hôtel ? Daß der Mann auf jeden Fall ein Original ist ; aber weshalb hat er mich so unverwandt mit seinen alten klugen Augen angesehen ? Melitta lachte . Sie müssen wissen , daß der alte Baumann schon Diener bei meinem Vater war , in dessen Regiment er die Feldzüge gegen Napoleon mitmachte . Er hat mich , als ich ein Kind war , auf seinen Knieen geschaukelt , mich nimmer seitdem verlassen und wird mich nicht verlassen , bis ich sterbe oder er stirbt . Zweimal hat er mir das Leben gerettet , und , ohne daß ich es wollte oder wußte , im Stillen jeden Schmerz mit mir getheilt , ich möchte sagen , auch jede Freude . Wenn ich zu ihm spräche : Baumann , Er muß morgen für mich nach Australien reisen , so würde er sagen : zu Befehl ! würde über Nacht seine Sachen packen und vor Sonnenaufgang schon unterwegs sein ; und wenn ich sagte : es ist nicht anders , Baumann , Er muß für mich sterben , so und so - er würde sagen : zu Befehl ! und nicht mit den grauen Wimpern zucken ; aber wenn ich zu ihm sagte : hören Sie , Baumann , statt : höre Er , Baumann - so würde er das für eine Aufkündigung unserer Freundschaft halten . Jetzt ist er böse , daß ich ihm nicht gesagt habe , wer Sie sind . Weiß er das , und weiß er , daß ich Sie gern bei mir sehe , dann ist er zufrieden . Nun passen Sie auf , was geschieht . Er kommt zurück und sagt uns , daß er schlechterdings nichts für uns thun könne . Darauf gebe ich ihm die gewünschte Auskunft , und mache Miene , selber zu gehen . Dann wird Friede geschlossen . Sie müssen ihn aber gütig ansehen , wenn ich von Ihnen zu ihm spreche . Keine Sorge , gnädige Frau : ich will so freundlich und mild lächeln , wie ein Engel von Guido Reni . Abermals öffnete sich die Thür . Der alte Diener erschien , marschirte in das Gemach , blieb genau auf demselben Platze wie das erste Mal stehen und sagte , wiederum Oswald fixirend : Keine Menschenmöglickeit nicht , gnädige Frau . Aber Baumann , das ist ja jammerschade . Der Herr Doctor Stein ist eigens aus Grenwitz , und noch dazu zu Fuß herübergekommen , um mit Herrn Bemperlein über Julius zu sprechen . Und nun sind die Beiden fortgefahren , und wir können ihm nicht einen Bissen , nicht ein Glas Wein vorsetzen ; und ich selbst habe heute Mittag , wie Er selbst gesehen hat , gar nichts gegessen und komme nun bald um vor Hunger . Oswald mußte sich sehr zusammennehmen , daß sich das ihm anbefohlene Lächeln nicht in ein schallendes Gelächter verwandelte , als er sah , wie die Miene des alten Mannes bei jedem Worte , das Melitta sprach , heller und heller wurde , wie er den vorher auf den Gast fixirten Blick von diesem zu jener , von jener zu diesem wandte , als wollte er sagen : Na , seht Ihr , junges Volk , daß Ihr ohne den alten Baumann nicht fertig werden könnt ! und zuletzt sagte : Nun , was den Kellerschlüssel anbetrifft , so habe ich selbigen wie immer in meiner Tasche , gnädige Frau . Ja , das ist ja auch wahr , und wie ist es mit dem Speisekammerschlüssel ? Eine Menschenmöglichkeit ist es noch , daß Mamsell ihn wieder unter den Abstreicher gelegt hat , trotzdem ich sie schon oft dieserhalb verwarnt habe . Will Er denn einmal nachsehen , Baumann ? Zu Befehl . Sobald sich die Thür hinter dem alten Manne geschlossen hatte , warf sich Melitta lachend in einen Schaukelstuhl . Habe ich es nicht gesagt ? rief sie , sich hin- und herwiegend , lustig wie ein Kind , das seinen Willen durchgesetzt hat ; habe ich es nicht gesagt ? Oswald hatte sich ihr gegenüber an den großen runden Tisch gesetzt , auf dem ein aufgeschlagenes Album und allerlei Zeichenmaterialien lagen . Seine Hand spielte mit einer Bleifeder , während er Melitta , in Gedanken verloren , anschaute . Wollen Sie mich zeichnen ? Ich wollte , ich könnte . Warum nicht , da liegt mein Album . Das hilft mir nichts . Lehren Sie mich erst die Kunst , unmittelbar mit den Augen malen zu können . Sehen Sie , das ist gerade , was ich immer wünsche . Wie oft , wenn mich eine Landschaft , eine Gestalt , ein Gesicht interessiren , denke ich : jetzt mußt du ' s treffen , und will ich nun auf das Papier bannen , was mir so klar vor den Augen steht , wird ' s eine Stümperei . Ich bin überzeugt , Ihr Album wird das Gegentheil beweisen ; darf man es besehen ? Nein , man darf es nicht ; aber Sie dürfen es . Im Grunde hat es nur Werth für mich ; denn für mich steht nicht nur das darin , was ich gezeichnet habe , sondern auch , was ich habe zeichnen wollen . Ueberdies ist mir mein Album eine Art von Tagebuch . Dieses hier werde ich kurz vor meiner italienischen Reise angefangen haben . So waren Sie in Italien ? Vor zwei Jahren mit meinem Vetter Barnewitz und seiner Frau . Ich wollte