seinem Inwendigen wird , wird er auch zufriedener mit seinen Meisterleuten . Und je mehr er zu etwas kömmt , um so mehr erkennt er den Wert der Dinge , huset nicht nur für sich , sondern es reut ihn überhaupt , etwas zu vergeuden , er huset also auch den Meisterleuten , um so zufriedener werden diese auch mit ihm . Es stellt sich sein Name fest : er ist ein hauslicher , arbeitsamer Bursche . Was dieser Name bedeute und wie jeder Name auch seine Versuchungen herbeilocke , so wie jede Blume ein Insekt , jede Frucht einen Esser , das sollte er bald erfahren . Der Titel » Es ist ein huslicher Bursche , « ist ein Lockvogel , und auf der Stelle finden sich , freilich nicht Insekten , sondern Mädchen ein , die den Vogel locken möchten . Bei ihnen waren zwei Mägde , die Meisterjumpfere und die Untermagd . Die Erstere war griesgrämlich , gab nicht drei gute Worte im ganzen Jahr , häßlich , sie hatte haarichte Warzen im Gesicht und Blattergruben und rote Augen und weiße Lefzgen und eine blaue Nase ; daneben war sie arbeitsam , sparsam und hätte für ihr Leben gerne einen Mann gehabt ; aber ihre Liebe konnte sie nicht anders zeigen als durch Rauen und Knurren ( so ein Gemisch von Hunde- und Katzengeschrei ) , und jedesmal rauete und knurrte sie mit dem am meisten , den sie am liebsten gehabt hätte . Es schien , als ob sie alle Augenblicke auf ihn schießen , ihn kneipen , kratzen oder beißen wollte . Die sagte : Erst wenn sie einen Mann hätte , sei es sich recht der wert , zu arbeiten und zu sparen ; dann wolle sie zeigen , daß mit Husen sie Keine möge . Die Andere aber war ein leichtfertig Ding mit leichtfertigem Gemüt , leichtfertigem Gesicht , leichtfertigem Leibe : alles schön rot und weiß angestrichen , glatt gerieben , und die Augen wußte sie so süß zu stützen und den Mund so süß zu spitzen , daß es jeden dünkte , er müßte daran kleben bleiben . Sie putzte sich gerne , arbeitete um so ungerner , wußte nichts von Sparen ; gut Leben war ihr um so lieber , aber am allerliebsten wäre ihr ein Mann gewesen . In einem Mann dachte sie sich Heil , Glück , Seligkeit , kurz alles beieinander . Die knurrte nicht und biß nicht , die wußte sich anlässig zu machen und strich an einem herum wie eine Katze , wenn sie bei guter Laune ist . Die meinte , wenn sie einmal einen Mann hätte , so wollte sie ihn lieb haben wie Keine , und dann wollten sie es sich recht wohl sein lassen . Es zwings kei Tüfel länger zu dienen , bis es einen Mann hätte ; dann wolle es kochen , was ihm gschmöcke , und aufstehen , wenn es ihm gefalle . Beide richteten ihre Augen auf Uli und wollten ihn glücklich machen , Beiden gefiel er . Die Erste meinte , der werde ihr husen helfen , die Zweite , der werde husen , daß sie mit ihm glücklich sein könne , das heißt daß sie nichts zu tun brauche und doch alles habe , nach was es sie gelüste . Beide warfen ungefähr zu gleicher Zeit nach dem Glücklichen ihre Netze aus . Stini zankte allemal mit ihm , wenn er in der Küche mit einem Schwefelholz oder auch mit einem Span die Tabakpfeife anzünden wollte : Seine Finger wären nicht zu vornehm , ein Köhli zu nehmen , er werde sie einmal nicht verbrennen dar , ob . Es schnauzte ihn allemal an , wenn er in die Laterne wollte ; bald füllte er das Ampeli zu sehr , bald kam ein Tropfen daneben . Er werde noch anders müssen husen lernen , sagte Stini . Seine Lederschuhe stunden oft eine Woche lang zum Salben in der Küche , Stini rührte sie nicht an . Es tue ihm sauft , die Holzböden zu tragen ; was mangle er , um das Haus herumzustopfen , Lederschuhe ? Das sei ihm eine neue Mode ! Stini hoffte , wenn Uli keine Lederschuhe habe , so müsse er daheim bleiben . Wenn zuweilen nach dem Feierabend die Knechte noch auf den Bänken vor dem Hause saßen , so jagte Stini sie ins Bett . » Kein Wunder , « sagte es Uli , » daß du am Morgen so dr Faulhung machst , wennd am Abe nie is Nest wottst ; aus dir gibts dir Lebetag nüt . « Der Meisterfrau redete Stini beständig von Uli , aber unter lauter Schimpfen und Schelten ; es war nichts recht , was er machte , so daß die Meisterin manchmal sagte : » Aber Stini , ich weiß gar nicht , was du über Uli hast ; er tut doch niemand etwas zuleid und ist einer von den brävsten Bursche , wo es gibt , einen tölleren sieht man nicht . « Ürsi machte es ganz anders . Ürsi flattierte , machte süße Büschelimüli , stund ganz nahe unter die Augen , hatte immer bei Uli was zu tun : entweder mußte es ihm helfen oder er ihm , es neckte ihn , bis er ihns anrühren , mit ihm ringen mußte . Bald wollte es ihm das Nastuch stehlen , bald eine Blume ab dem Hut , wollte ihm süße Äpfel zustecken oder teigge Biren . Beim Kornmähen wollte es ihm nachlegen und hatte immer ein gutes Wort für ihn auf der Zunge und eine Liebeserklärung in den Augen . Es wolle einen Mann , sagte Ürsi oft , und der solle es gut haben bei ihm ; man lebe ja nur einmal , und da wäre man ja einfalt , wenn man miteinander bös haben nicht miteinander glücklich sein wollte . Natürlich sagte es Beiden der weibliche Instinkt bald , daß sie Nebenbuhlerinnen seien , und jede