Geheimnis bleiben . Der Hauptmann hatte unterdessen , je näher der Tag heranrückte , seine polizeilichen Einrichtungen getroffen , die er für so nötig hielt , wenn eine Masse Menschen zusammenberufen oder - gelockt wird . Ja sogar hatte er wegen des Bettelns und andrer Unbequemlichkeiten , wodurch die Anmut eines Festes gestört wird , durchaus Vorsorge genommen . Eduard und sein Vertrauter dagegen beschäftigten sich vorzüglich mit dem Feuerwerk . Am mittelsten Teiche vor jenen großen Eichbäumen sollte es abgebrannt werden ; gegenüber unter den Platanen sollte die Gesellschaft sich aufhalten , um die Wirkung aus gehöriger Ferne , die Abspiegelung im Wasser , und was auf dem Wasser selbst brennend zu schwimmen bestimmt war , mit Sicherheit und Bequemlichkeit anzuschauen . Unter einem andern Vorwand ließ daher Eduard den Raum unter den Platanen von Gesträuch , Gras und Moos säubern , und nun erschien erst die Herrlichkeit des Baumwuchses sowohl an Höhe als Breite auf dem gereinigten Boden . Eduard empfand darüber die größte Freude . Es war ungefähr um diese Jahrszeit , als ich sie pflanzte . Wie lange mag es her sein ? sagte er zu sich selbst . Sobald er nach Hause kam , schlug er in alten Tagebüchern nach , die sein Vater , besonders auf dem Lande , sehr ordentlich geführt hatte . Zwar diese Pflanzung konnte nicht darin erwähnt sein , aber eine andre häuslich wichtige Begebenheit an demselben Tage , deren sich Eduard noch wohl erinnerte , mußte notwendig darin angemerkt stehen . Er durchblättert einige Bände , der Umstand findet sich . Aber wie erstaunt , wie erfreut ist Eduard , als er das wunderbarste Zusammentreffen bemerkt ! Der Tag , das Jahr jener Baumpflanzung ist zugleich der Tag , das Jahr von Ottiliens Geburt . Funfzehntes Kapitel Endlich leuchtete Eduarden der sehnlich erwartete Morgen , und nach und nach stellten viele Gäste sich ein ; denn man hatte die Einladungen weit umhergeschickt , und manche , die das Legen des Grundsteins versäumt hatten , wovon man soviel Artiges erzählte , wollten diese zweite Feierlichkeit um so weniger verfehlen . Vor Tafel erschienen die Zimmerleute mit Musik im Schloßhofe , ihren reichen Kranz tragend , der aus vielen stufenweise übereinander schwankenden Laub-und Blumenreifen zusammengesetzt war . Sie sprachen ihren Gruß und erbaten sich zur gewöhnlichen Ausschmückung seidene Tücher und Bänder von dem schönen Geschlecht . Indes die Herrschaft speiste , setzten sie ihren jauchzenden Zug weiter fort , und nachdem sie sich eine Zeitlang im Dorfe aufgehalten und daselbst Frauen und Mädchen gleichfalls um manches Band gebracht , so kamen sie endlich , begleitet und erwartet von einer großen Menge , auf die Höhe , wo das gerichtete Haus stand . Charlotte hielt nach der Tafel die Gesellschaft einigermaßen zurück . Sie wollte keinen feierlichen , förmlichen Zug , und man fand sich daher in einzelnen Partieen , ohne Rang und Ordnung , auf dem Platz gemächlich ein . Charlotte zögerte mit Ottilien und machte dadurch die Sache nicht besser ; denn weil Ottilie wirklich die letzte war , die herantrat , so schien es , als wenn Trompeten und Pauken nur auf sie gewartet hätten , als wenn die Feierlichkeit bei ihrer Ankunft nun gleich beginnen müßte . Dem Hause das rohe Ansehn zu nehmen , hatte man es mit grünem Reisig und Blumen , nach Angabe des Hauptmanns , architektonisch ausgeschmückt ; allein ohne dessen Mitwissen hatte Eduard den Architekten veranlaßt , in dem Gesims das Datum mit Blumen zu bezeichnen . Das mochte noch hingehen ; allein zeitig genug langte der Hauptmann an , um zu verhindern , daß nicht auch der Name Ottiliens im Giebelfelde glänzte . Er wußte dieses Beginnen auf eine geschickte Weise abzulehnen und die schon fertigen Blumenbuchstaben beiseitezubringen . Der Kranz war aufgesteckt und weit umher in der Gegend sichtbar . Bunt flatterten die Bänder und Tücher in der Luft , und eine kurze Rede verscholl zum größten Teil im Winde . Die Feierlichkeit war zu Ende , der Tanz auf dem geebneten und mit Lauben umkreiseten Platze vor dem Gebäude sollte nun angehen . Ein schmucker Zimmergeselle führte Eduarden ein flinkes Bauermädchen zu und forderte Ottilien auf , welche danebenstand . Die beiden Paare fanden sogleich ihre Nachfolger , und bald genug wechselte Eduard , indem er Ottilien ergriff und mit ihr die Runde machte . Die jüngere Gesellschaft mischte sich fröhlich in den Tanz des Volks , indes die Ältern beobachteten . Sodann , ehe man sich auf den Spaziergängen zerstreute , ward abgeredet , daß man sich mit Untergang der Sonne bei den Platanen wieder versammeln wolle . Eduard fand sich zuerst ein , ordnete alles und nahm Abrede mit dem Kammerdiener , der auf der andern Seite in Gesellschaft des Feuerwerkers die Lusterscheinungen zu besorgen hatte . Der Hauptmann bemerkte die dazu getroffenen Vorrichtungen nicht mit Vergnügen ; er wollte wegen des zu erwartenden Andrangs der Zuschauer mit Eduard sprechen , als ihn derselbe etwas hastig bat , er möge ihm diesen Teil der Feierlichkeit doch allein überlassen . Schon hatte sich das Volk auf die oberwärts abgestochenen und vom Rasen entblößten Dämme gedrängt , wo das Erdreich uneben und unsicher war . Die Sonne ging unter , die Dämmerung trat ein , und in Erwartung größerer Dunkelheit wurde die Gesellschaft unter den Platanen mit Erfrischungen bedient . Man fand den Ort unvergleichlich und freute sich in Gedanken , künftig von hier die Aussicht auf einen weiten und so mannigfaltig begrenzten See zu genießen . Ein ruhiger Abend , eine vollkommene Windstille versprachen das nächtliche Fest zu begünstigen , als auf einmal ein entsetzliches Geschrei entstand . Große Schollen hatten sich vom Damme losgetrennt , man sah mehrere Menschen ins Wasser stürzen . Das Erdreich hatte nachgegeben unter dem Drängen und Treten der immer zunehmenden Menge . Jeder wollte den besten Platz haben , und nun konnte niemand vorwärts noch zurück . Jedermann sprang auf und hinzu , mehr um zu schauen als zu tun ; denn was