die Augen springender Kunstwerke begnügte und die 16000 Bände zählende Bibliothek in Tempelberg zurückließ . Ebenso entging seinem Auge eine Anzahl Mappen mit alten , zum Teil seltenen Stichen gefüllt . Bibliothek und Kupferstichmappen befinden sich noch im Neu-Hardenberger Schloß . 22 Die Verordnungen waren gewiß um so nötiger , aber freilich auch um so schwieriger durchzuführen , als alle solche Klöster , die wie Kloster Friedland nur eine lokale Bedeutung hatten , wie von selber aus einem kirchlichen zugleich auch zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkte des Kreises wurden . Die Pfuels und die Ilows , die Eickendorps und die Hoendorps , die Strantze , Barfuse und Wulffens , wie sie ihre Güter in nächster Nähe um Kloster Friedland herum hatten , so hatten sie auch ihre Töchter in demselben . Die einfache Folge davon war , daß das Kloster in gutem und oft auch wohl in nicht gutem Sinne des Worts zu einem Rendezvousplatze wurde , wohin die adeligen Insassen des Kreises ihre Neuigkeiten trugen , um sie gegen andere auszutauschen . Die Welt innerhalb und außerhalb der Klostermauern war dieselbe . Alles war versippt , verschwägert , und die Kordialität die Familienzugehörigkeit mußte natürlich die Aufrechthaltung der Disziplin erschweren . 23 Die größte unter den Filialkirchen des Klosters war die zu Ringenwalde eine alte , im romanischen Seile aufgeführte Feldsteinkirche , die sich bis diesen Tag trefflich erhalten hat und uns veranschaulicht , wie vor sechshundere Jahren von den Christentum und Kultur bringenden Zisterciensern märkische Dorfkirchen gebaut wurden . Alles zeigt noch durchaus den Charakter der » geistlichen Burg « : hoch hinaufgehende Feldsteinmauern , dann , ziemlich , dicht unterm Dach , kleine rundgewölbte Fenster mit Öffnungen wie Schießscharten . 24 In Cunersdorf war zwar , noch aus der Barfuszeit her , ein Herrenhaus , aber weder geräumig genug , noch standesgemäß in seiner Einrichtung . Dies alte Barfussche Herrenhaus existiert noch ( es steht dem Schloß gegenüber ) und veranschaulicht sehr gut , wie der Adel vor zweihundert Jahren lebte . 25 Der Vater – von dem es heißt , daß er an militärischen Gaben den Sohn überragte – ward durch die Kapitulation von Breslau ( 1757 ) in Ungnade gefallen und wurde durch den erzürnten König auf die Festung geschickt . Er verblieb indessen , vielleicht mit Rücksicht auf sein hohes Alter ( er war bereits siebzig ) nur kurze Zeit in eigentlicher Haft und erhielt von da ab bloßen Stadtarrest . Er durfte nunmehr in Berlin leben , war aber durch Ehrenwort verpflichtet , nie das Stadtviertel zu verlassen , das einerseits durch die Koch-und Zimmer- , andererseits durch die Friedrich- und Wilhelmstraße gebildet wird . Hier starb er auch ( 1767 ) . Nur einmal erhielt er Urlaub . Als sein Sohn , der spätere Generalmajor , zum ersten Male nach Amt Friedland reiste , um von dem schönen Gute Besitz zu nehmen , durfte ihm der alte Lestwitz dahin folgen , um Zeuge von dem Glück seines Sohnes zu sein . Der König , der ein Interesse an diesem Ereignis nahm , hatte ihm eigens zwei Adjutanten mitgegeben , damit der Alte , an diesem Ehrentage seines Sohnes , auch seinerseits in allen Ehren eines Generalleutnants erscheinen könne . Anderen Tages kehrte der sechsundsiebzigjährige Herr nach Berlin zurück und trat wieder seinen » Stadtarrest zwischen Koch- und Zimmerstraße « an . 26 Zwei ältere Brüder Adalberts von Chamisso : Hippolyt und Karl , waren Leibpagen im Dienste Ludwigs XVI. , und Karl war unausgesetzt um die Person des unglücklichen Monarchen in dessen bedrängtesten Lagen , namentlich am 10. August 1792 . Bei einem Auflauf zerschlagen und verwundet , wurde Karl von Chamisso nur mit Mühe gerettet . Der König verkannte das Verdienst nicht , das sich der Page um ihn erworben hatte , und fand Gelegenheit , ihm einen Degen zuzustecken , den er , der König , in glücklicheren Jahren getragen hatte . Zu gleicher Zeit schrieb er auf einem nur etwa talergroßen Zettelchen : » Ich empfehle Herrn von Chamisso , einen meiner treuen Diener , meinen Brüdern . Er hat mehrere Mal sein Leben für mich auf das Spiel gesetzt . Ludwig . « Das Zettelchen und der Degen befinden sich bis diesen Tag in den Händen der Familie . Der älteste Sohn Adalberts von Chamisso besitzt beides . 27 Er fühlte sich , trotz der natürlichen Bande , die ihn an Frankreich knüpften , so ganz als Deutscher , daß er im Jahre 1818 bei seiner Rückkehr von der » Reise um die Welt « , die er unter Otto von Kotzebue an Bord des » Rurik « gemacht hatte , auf der Reede von Swinemünde schreiben konnte : Heimkehret fernher , aus den fremden Landen , In seiner Seele tiefbewegt der Wanderer ; Er legt von sich den Stab und kniet nieder , Und feuchtet deinen Schoß mit stillen Tränen , O deutsche Heimat ! – Woll ' ihm nicht versagen Für viele Liebe nur die eine Bitte ; Wann müd ' am Abend seine Augen sinken , Auf deinem Grunde laß den Stein ihn finden , Darunter er zum Schlaf sein Haupt verberge . 28 Wilhelm von Humboldt wurde durch die befreundete Itzenplitzsche Familie aufgefordert , die Anfertigung eines Grabdenkmals , am besten durch einen ita lienischen Künstler , zu vermitteln . Humboldt unterzog sich gern dieser Aufgabe und schrieb an Enrigo Keller : » Auf der Urne wünscht man ein allegorisches Basrelief , wozu das bekannte Basrelief von dem Genius und dem Schmetterlinge und zwei andern allegorischen Figuren , das sich auf der Vase im Palast Chigi befindet , das beste und schicklichste wäre . « 29 Eine kurze Kriegführung , die durch den Frieden zu Vossem 1673 beigelegt wurde , habe ich in vorstehendem unerwähnt gelassen . 30 Das Tagebuch , wie sehr oft , gibt auch hier nur Buchstaben statt des Namens . Wahrscheinlich soll es heißen : General d ' Espence . Dieser war Oberstallmeister und Kommandeur der hier mit einer Eskadron engagierten