sie und liebt sie . Ein täglicher Verkehr hat Platz gegriffen zwischen denen , die waren , und zwischen denen , die sind ; ältestes und neuestes reichen sich die Hand und wie ein ununterbrochener Strom wandert das Leben weiter von Geschlecht zu Geschlecht . Wohl mahnen auch hier die Bilder berühmter Ahnen an das Vergängliche alles Irdischen , aber sie predigen zugleich auch den Sieg des Geistes über den Leib und entfalten still die Fahne , auf der als Zuruf und Richtschnur das Dichterwort geschrieben steht : » Und ein berühmter Name nach dem Tode ! « Fußnoten 1 Schloß Kossenblatt , wiewohl örtlich einem andern Landesteile ( Beeskow-Storkow ) zugehörig , mußte hier inhaltlich , um der Biographie des Feldmarschalls von Barfus einen Abschluß zu geben , mit aufgenommen werden . 2 Die Bewohner des Oderbruchs sind auch an Kraft und Mut – manches andere fehlt freilich noch – den Dithmarschen verwandt . Mit dem Bewußtsein hiervon geht wie gewöhnlich viel Übermut Hand in Hand und die Brücher , zumal auf den Kantonversammlungen , lieben es , die » hungrigen Kerle von der Höhe « zu tyrannisieren . Einer ( ein Angermünder Postillon ) , der mir davon erzählte und seinerseits unter dieser Tyrannei gelitten haben mochte , fügte hinzu : » Es wäre mitunter nicht auszuhalten , wenn nicht die Uckermärker wären . Die aber brächten alles wieder zurechte . « 3 Hieronymus Schlick , Minister des Kurfürsten Joachim Friedrich , war ein Ururenkel des berühmten Kaiserlichen Kanzlers Kaspar Schlick . Er trat wahrscheinlich schon vor 1598 in brandburgischen Dienst . Gleich nach dem Tode des Kurfürsten verschwindet er wieder vom Schauplatz . Er scheint ohne Nachkommenschaft um 1610 gestorben zu sein , nachdem er sein märkisches Gut Hohenfinow verkauft hatte , und zwar an Matthias Thurn , den bekannten Führer des Böhmischen Aufstandes von 1618 . 4 Der aus Schillers » Wallenstein « männiglich bekannte Feldmarschall Illo schrieb sich eigentlich Ilow , oder Ylow , auch Ihlow ( alle drei Schreibarten , und noch einige andere , kommen vor ) , und war keineswegs aus Böhmen oder Kroatien , sondern aus dem Sternbergischen Kreise in der Neumark gebürtig . Dorf Ihlow im Oberbarnim aber ist mutmaßlich das Stammgut der Familie . Noch jetzt ist das Ihlowsche Wappen sowie ein Ihlowscher Leichenstein in der Kirche des letztgenannten Dorfes zu finden . Kein anderes Land war übrigens während des Dreißigjährigen Krieges so ergiebig an Generalen und Kriegsobersten als die Mark . Ich nenne hier nur folgende : Hans Georg von Arnim , von Königsmark , Otto Christoph von Sparr , Ernst Georg von Sparr , Götz , Illo , Adam von Pfuel , Joachim Ernst von Görtzke , vieler anderer von minderer Berühmtheit , wie Klitzing , Rochow , Kracht usw. zu geschweigen . 5 Es heißt , Friedrich der Große habe bei seinem berühmten Flankenmarsche , der der Schlacht von Zorndorf vorherging ( vergl . Zorndorf ) , bereits Vorteile von der veränderten , d.h. mehr passierbaren Gestalt des Bruchs gezogen . Dies ist jedoch höchst wahrscheinlich eine zu Ehren des Bruchs und seiner Melioration erfundene Geschichte , da die Zorndorfer Schlacht am 25. August stattfand , also zu einer Jahreszeit , wo das Bruch immer trocken und passierbar zu sein pflegte . 6 Über Charakter und Erscheinung der jetzt noch in einigen Bruchdörfern vorkommenden wendischen Bevölkerung schreibt man mir aus einem dieser Dörfer : » Man gibt hier im allgemeinen dem Charakter der wendischen Bevölkerung vor dem der deutschen Kolonisten den Vorzug . Die Wenden sind allerdings schwerfällig , abergläubisch und geistig weniger begabt als die › Pfälzer ‹ ( die allgemeine Bezeichnung für die Deutschen ) , aber an Kraft , Fleiß und Ausdauer sind sie den Deutschen gleich , während sie dieselben an Treue und Zuverlässigkeit übertreffen . Die Männer haben ausdrucksvolle Gesichter , sind nicht schön und mehr hager als beleibt ; die Mädchen und jungen Frauen hingegen zeigen vollere Formen , frische Farben statt des Leder- und Pergament-Teints anderer Luch-und Bruchgegenden , und sind oft sehr hübsch ; die dunklen Augen voll Feuer und Leben . « 7 In neuerer Zeit hat sich ein geborener Oderbrücher , der Lehrer Rubehn in Groß-Neuendorf , der dankenswerten , aber freilich schwierigen Aufgabe unterzogen , der wendischen Vorgeschichte des Oderbruchs nachzuspüren und Material dafür zu sammeln . Dies Material , in das mir ein Blick gestattet war , ist reich und instruktiv ; der Sammler indes scheint mir darin irre zu gehn , daß er geneigt ist , den Sprüchen und Sagen , deren er viele zusammengetragen hat , ein größeres Alter beizumessen , als ihnen zukommt . Mit anderen Worten , er vermutet da Wendisch-Ursprüngliches oder im Oderbruch Gewachsenes , wo nur Deutsch-Importiertes vorliegt . Die Sagen , die ich seiner Mitteilung verdanke , finden sich , fast ohne Ausnahme , in den Landesteilen ( Pfalz , Schwaben , Niedersachsen ) wieder , aus denen die Kolonisierung des Oderbruches erfolgte . Eine unter diesen Sagen indes , wiewohl sicherlich ebenfalls deutsch , mag um ihrer selbst willen einen Platz an dieser Stelle finden . Es ist das die Geschichte von » Rotmützeken « : Bei einem Reetzer Fischer vermietete sich einst ein Knecht , der immer eine rote Mütze trug , weshalb er im Dorf » Rotmützeken « genannt wurde . Alle Sonntage , wenn die andern Leute zur Kirche gingen , stieg er auf den Stallboden , wo allerlei kleine Männer , die » Untererdschken « , zu ihm kamen und Spiel und Lärm und lautes Lachen mit ihm vollführten . Wenn dann die Hausleute aus der Kirche zurückkamen , kam » Rotmützeken « wieder vom Stallboden herunter und war munter und guter Dinge . Das dauerte eine ganze Zeit , wohl über Tag und Jahr . Eines Sonntags , es war der Sonntag nach Weihnachten , stieg er auch wieder auf den Stallboden , während die andern nach der Kirche waren , und das Lärmen und Poltern und Lachen nahm wieder seinen